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Ich hatte doch 'nen Hut auf!by Tim Anders and Plagosus |
Copyright on this story text belongs at all times to the original authors only, whether stated explicitly in the text or not. The original date of posting to the MMSA was: 27 Feb 2010
Wie immer, bedanke ich mich bei Plagosus für die Erlaubnis, seine Story 'I Was Wearing
a Hat'
unseren deutschsprachigen Lesern zugänglich zu machen.
“Aber ich war doch gar nicht nackt, Herr Direktor.”
“Wirklich nicht?”
“Nein, Herr Direktor, ich hatte doch 'nen Hut auf.”
“Aha. Na gut. Also schön. Zugegeben, das Wort 'nackt' kann zwar theoretisch 'ohne jegliche Bekleidung' heißen. Aber in unserem Fall bedeutet es das Fehlen von Bekleidung, die bestimmte Körperteile, die – err – verborgen sein sollten – err – verbirgt. Ganz generell gesehen, wenn du nichts als einen Hut oder, sagen wir mal, nur Schuhe oder sonstige Fußbekleidung anhättest, ja sogar beides zusammen und sonst nichts, dann wärst du nicht mal halbnackt sondern immer noch nackt. Folglich, selbst wenn du einen Hut aufhattest, warst du trotzdem nackt.”
“Aber ich dachte, wenn ich 'nen Hut aufhabe, dann kann ich doch nicht nackt sein.”
“Selbst wenn das Tragen eines Hutes an sich bedeuten würde, dass man nicht nackt ist, würde dir das in diesem Fall nicht helfen.”
“Ich dachte, es würde ausreichen, Herr Direktor.”
“Weil nämlich ... ?”
“Die Schulregeln besagen, dass wir nicht nackt im See schwimmen dürfen.”
“Ich fürchte du bist über die Schulregeln schlecht unterrichtet, oder du hast sie falsch in Erinnerung. Sie besagen nämlich, dass keiner im See ohne Badehose schwimmen darf. Demzufolge hättest du immer noch gegen die Regeln verstoßen, wenn du alle deine Kleidung getragen hättest. Es ist zwar bisher noch nicht vorgekommen, dass jemand sowohl eine Badehose als auch seine sonstige Kleidung anhatte, aber sollte das je passieren, dann würde gesunder Menschenverstand die Sache erledigen. Natürlich wollen wir nicht, das Jungen in ihrer normalen Kleidung schwimmen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass du keine Badehose anhattest.”
“Ich habe mich da ehrlich geirrt, Herr Direktor.”
“Unkenntnis schützt vor Strafe nicht. Und überhaupt, selbst wenn du glaubtest die Regel besage, dass nacktes Schwimmen verboten ist, musste dir doch die Absicht hinter der Vorschrift klar sein. Du willst mal wieder ein Schlaumeier sein, nicht wahr.”
“Bestimmt nicht, Herr Direktor.”
“Das nehme ich dir schon gar nicht mehr ab! Schließlich ist es nicht das erste Mal. Du erinnerst dich sicher, dass du mal behauptet hast, dass Nachsitzen nicht örtlich spezifiziert sei und du es daher auf einem gewissen Örtchen absolvieren könntest. Und dann hatten wir den Fall wo du deine Hausaufgaben nicht gemacht hast, weil du als Internatsschüler ja nicht nach Hause gehst. Ich erinnere mich ferner an deine Behauptung, die Vorschrift, nicht die Geschäfte im Dorf zu besuchen, sei nicht anwendbar, weil 'Geschäfte' Plural ist und du nur ein Geschäft aufgesucht hattest. Höchste Zeit, dass wir mit diesem Unsinn ein für alle Mal Schluss machen, und zwar ganz gehörig mit dem Rohrstock.”
“Aber Herr Direktor ...”
“Nichts mit aber! Solltest du dir wieder neue Argumente ausgeknobelt haben, will ich sie nicht hören. Hosen runter, und die Unterhose auch.
“Nicht auf den Nackten, Herr Direktor!”
“Aber nur auf den Nackten! Erzähle mir jetzt nur nicht du genierst dich! Schließlich hat es dir ja nichts ausgemacht, nackt im See zu schwimmen,.”
“Nein, Herr Direktor. Aber den Rohrstock auf den Nackten kriegen ist was ganz anderes.”
“Das stimmt. Da zieht der Rohrstock bedeutend besser. Auf deine Hose appliziert hat er offenbar keine Wirkung gezeitigt, daher musst du ihn mal ganz deutlich auf deinem nackten Hintern spüren. Du wirst dabei feststellen, dass sein stärkerer Einfluss sehr überzeugend ist.”
“Könnten sie mich nicht vielleicht mit Worten überzeugen und ich kriege dann den Rohrstock auf die Hose?”
“Wörtliche Überzeugung habe ich mit dir leider mehrfach vergeblich versucht. Meine Geduld ist am Ende. Hose und Unterhose runter!”
“Ach, Herr Direktor!”
“Na nun komm schon. Fummele da nicht so lange mit den Knöpfen rum. Ich hab nicht zehn Stunden Zeit. Zieh sie richtig runter. So ist's recht. Jetzt die Unterhose auch ganz runter. Gut. Jetzt heb dein Hemd hoch und leg dich über den Schreibtisch. Die Füße etwas dichter and den Schreibtisch bitte. Ausgezeichnet! Hast du jetzt den stärkeren Einfluss gespürt?”
“Oh ja, Herr Direktor.”
“Und wie war dieser?”
“Schlimmer, Herr Direktor.”
“Und dieser war ungefähr genau so?”
“Ich glaube ja, Herr Direktor.”
“Und dieser noch ein bißchen stärker?”
“Jahaa, Herr Direktor.”
“Ich glaube der war ein wenig zu sanft.”
“O-aah!”
“Vielleicht doch nicht.”
“Neiheinnh!”
“Den besten hebe ich immer für zuletzt auf. Der landete auf deiner empfindlichsten Stelle. Du kannst dich jetzt aufrichten und deine beiden Hosen wieder hochziehen. So. Hast du gemerkt, dass der Rohrstock, wie du so schön sagtest, auf den Nackten 'etwas ganz anderes' ist?”
“Oh ja, Herr Direktor! Das zieht ja viel mehr – genau wie sie gesagt haben. Der letzte Hieb war grausam.”
“Gut. Dann merke dir den letzten Hieb genau. Das ist nämlich der erste, wenn ich nochmal den Rohrstock bei dir anwenden muss, und die restlichen werden nicht schwächer ausfallen. Fändest du das gut?”
“Ganz bestimmt nicht, Herr Direktor.”
“Das will ich meinen. Und jetzt raus mit dir.”
“Jawohl, Herr Direktor. Danke, Herr Direktor.”
“Eine letzte Warnung noch. Obwohl die Regeln es nicht so deutlich vorschreiben, Badebekleidung muss an den Körperteilen getragen werden, für die sie bestimmt ist. Ich sage das nur, falls es dir einfallen sollte, mit der Badehose auf dem Kopf schwimmen zu gehen.”
“Danke, Herr Direktor.”
“Keine Ursache.”
Original story Copyright Plagosus © 2010
German version Copyright Tim Anders © 2010
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