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Fröhliche Weihnachten 2017
Santas Sagenhafter Service

by Cembalo

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Copyright on this story text belongs at all times to the original author only, whether stated explicitly in the text or not. The original date of posting to the MMSA was: 04 Dec 2017


Santas Sagenhafter Service

Es ist kein Vergnügen, den ganzen Tag diese Rotznasen zu schaukeln.

Aber was wäre im Dezember schon so ein durchschnittliches, verwechselbares Einkaufszentrum irgendwo im Mittleren Westen ohne Santa Clause in der Mall.

Verdammt, jetzt läuft Silent Night schon wieder!

Ich hab mich um den Job auch nicht gerissen. Aber was macht man nicht alles, wenn einem das Geld ausgeht, und man nicht die richtigen Papiere hat?

Ich habe keine Green Card, obwohl Pete, dieser Idiot, immer Greenhorn zu mir sagt.

Wenn man als Tourist kommt, bleibt, und einem dann das Geld ausgeht, wird man immer ein Grüner Junge bleiben, sagt Pete.

Oh my, jetzt hat mich dieser kreischende Bengel auch noch bepinkelt! Jetzt wird der billige, knallrote Filzanzug tagelang nach Pisse stinken.

Wasch einer mal eine Santa Clause Uniform!

Viel zu viel Watte drumherum.

Auch egal. Aber die Alte nervt.

Könnte die nicht mal ihren Sohnematz abholen, statt dahinten zu tratschen?

Hört die denn nicht, dass der Kleine sich vor mir fürchtet?

Okay, der Kleine hat mich bepisst, aber das ist ja verständlich.

Ich würde mich auch bepissen, wenn ich noch so klein wäre wie der hier, und mich ein Kerl mit Alkoholfahne auf dem Schoß wiegen würde.

Ah, endlich, Mutti ist der Gesprächsstoff ausgegangen. Sie holt den Sohnemann vom Santa ab und sieht mich dabei scheel an, weil ich stinke.

Das war deine Ausgeburt, will ich schreien, aber ich grinse nur. Empört packt sie den greinenden Bengel und wackelt davon, wie eine Entenmama.

Jetzt geht sie auch noch zum Friseur. Sie will zu Weihnachten gut aussehen. Aber, um gut auszusehen, müsste sie mindestens fünfzig Pfund abnehmen.

Ich brauche dringend einen Joint.

Endlich ist die Schicht vorbei. Aber jetzt kommen die Überstunden, heute ist Heiligabend.

Ich steige in Petes geilen, aber uralten Firebird und fahre hinaus zu den Meadows, die Vorstadt, in der die Einfamilienhäuschen alle gleich aussehen, weil sie in den Siebzigern ein Investor alle nach dem gleichen Bauplan hat hochziehen lassen.

Hundertmal der gleiche Vorgarten. Hundertmal die gleiche Garage. Hundertmal das gleiche Blechdach.

Bonjour, Tristesse.

Ach ja, die Haustüren unterscheiden sich, nach fast fünfzig Jahren wurden viele ausgetauscht. Und natürlich die Autos. Sie stehen auf der Zufahrt, weil die Fertiggaragen viel zu eng sind.

An der Karre kann man jedenfalls erkennen, wer im jeweiligen Haus lebt.

Vor den meisten stehen Rostlauben, fast ebenso alt wie die Häuser. Sie gehören den Alteingessenen, die nicht genug verdienen, um irgendwann in ein besseres Viertel umzuziehen. Und die kein Geld haben, um sich je ein neues Auto zu leisten.

Dann gibt es ein paar neuere Mittelklassewagen, die gehören denen, die das meiste von ihrem Lohn in ihr Auto stecken, und dann zu wenig haben, um sich eine gescheite Wohnung zu leisten.

Das Haus, vor dem ich parke, ist nicht so heruntergekommen wie die Bruchbuden daneben, und vor der Garage steht ein braver Buick Minivan, eine relativ neue Familienkutsche.

Ordentliche, amerikanische Mittelstandsfamilie, mutmaße ich. Der Papa ist ein leitender Angestellter, viel zu schlecht bezahlt, und die Mama hat einen Halbtagsjob, damit etwas Geld auf die Seite kommt.

Die Kleinen sollen ja studieren und es später besser haben.

Ja, hier funktioniert der amerikanische Traum noch halbwegs.

Ächzend drücke ich mich aus dem Firebird und schiebe den zerknitterten roten Stoff zurecht. Hoffentlich riecht er nicht zu sehr nach Pisse. Dann nehme ich den großen, rustikalen Sack und die Rute. Die ist hier auch nicht üblich, aber sie ist ein Alleinstellungsmerkmal, sagt Pete. Und sie gibt den frechen Blagen zu denken.

Es war Petes Idee gewesen, nach der offiziellen Schicht noch Hausbesuche zu machen. Das ist hier nicht üblich, normalerweise fährt Santa Clause in der Nacht durch den Kamin und füllt die Socken, die da hängen. Aber die Leute, wenigstens die besser verdienenden, mögen gerne einen Clown zum Kindergeburtstag, also warum nicht auch einen falschen Santa Clause vor dem falschen Kamin, der die Kindermeute bändigt?

Man muss Marktlücken finden und sie nutzen, meint Pete. Er hat mal ein paar Monate im Marketing gearbeitet.

Darum ist er vor ein paar Wochen durch die Meadows getigert und hat bei den Familien mit den teureren Autos Bedarf geweckt.

Na ja, ein paar sind tatsächlich aufgesprungen, obwohl Pete mit seinem billigen Woolworth Anzug und seinen Piercings nicht gerade wie ein Banker wirkt.

Ich läute und stelle mich in Positur.

Die Mom öffnet, eine recht attraktive Brünette, Ende Dreißig.

Hier kommt Santa Clause! brumme ich laut und öffne den großen Sack, in dem die etwas skeptisch dreinschauende Mutter die bereitgestellten Geschenke verschwinden lässt.

Sie ist bestens instruiert, Pete hat gute Arbeit geleistet. Ich gebe ihr beiläufig die Hand, sie deutet auf die Tür zum Wohnzimmer.

Die Kinder sind nicht sehr begeistert!, sagt sie, um mich vorzuwarnen.

Das glaube ich sofort. Ein komischer, nach Pisse stinkender Santa Clause, der Geschenke verteilt. Nicht gerade etwas, womit man vor Freunden angibt.

Sie heißen Timothy und Samantha! klärt die Mom mich auf. Zwei Sams, denn ihr Dad heißt Samuel, soweit ich weiß.

Ein großer, üppig behängter Christbaum beherrscht den Raum. Daneben, an dem falschen Kamin, hängen die großen Socken, denen ich den Job weggenommen habe. Die Kröten, die ich beschenken soll, hocken unruhig auf der Couch, ein etwa vierzehnjähriger, etwas dicklicher Junge und ein kleines, hübsches Mädchen, höchstens acht.

Daneben steht, etwas verloren, der Vater. Er sieht fast genauso aus, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Knapp Vierzig, schütter werdendes Haar, Brille, Sorgenfalten.

Oh, seht nur Kinder, wer uns besucht!, sagt er etwas gekünstelt.

Der Vierzehnjährige schnaubt gelangweilt.

Ein viel zu dürrer Kerl mit einem Kissen unter dem Kittel!, knurrt er grob. Seine kleine Schwester kichert.

Ruhig bleiben, Jakob! Ich atme tief ein. Das hier ist ein Schauspielerjob! Schauspielern heißt, nicht zu dem unverschämten Bengel hinüber zu gehen, um ihm eine zu scheuern, dass er von der Couch fliegt!

Bleib einfach ruhig!

Von draus vom Walde komm ich her, übersetze ich brummend den uralten, deutschen Text ins Kaugummi-Englisch, und muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Hm, wie reimt sich das auf Amerikanisch?

Egal.

Den beiden künftigen Ausbadern der Trumpschen Katastrophen ist es eh egal. Sie wollen nur, dass ich möglichst schnell zum Ende komme, und ihnen ihre Geschenke aushändige.

Der einzige Weihnachtsmann, den die kennen und respektieren, ist der Konsum.

Ich kürze meinen Vortrag auf das allernötigste, denn ihre Blicke sprechen Bände. Ich greife tief in den Sack, und hole das Geschenk für das kleine Mädchen hervor.

Eifrig packt sie das Päckchen aus.

Ooooh, die Barbie mit dem Traumpferd, wie wunderschöööön! Das hab ich mir so sehr gewünscht!

Glücklich drückt sie die Puppe und das Pferdchen an ihre Brust.

Da geht sogar mir, dem zynischen Pseudoweihnachtsmann, das Herz auf.

Nein, was für eine Freude! Was für ein süßes, kleines Mädchen! Mir kommen fast die Tränen, und auch in den Augen ihrer Eltern schimmert es verdächtig.

Nur der kleine Haustyrann daneben zappelt ungeduldig. Jetzt will ich mein Geschenk! faucht er, und nimmt dem Augenblick die Magie.

Was für ein Barbar!

Grummelnd und stinksauer wühle ich in meinem großen Sack und brauche ziemlich lange, bis ich das kleine Päckchen finde.

Beeil dich, du Penner!, kreischt der vierzehnjährige Bengel ungeduldig und erntet einen strafenden Blick von seinem Dad.

Ich bin kurz vor einem Kindsmord.

Mit einer Grimasse, die ihn doch ein bisschen zurückschrecken lässt, überreiche ich dem Bengel sein Geschenk. Gierig reißt er das Geschenkpapier von der kleinen Schachtel.

Ein Smartphone, wer hätte das gedacht?

Mit großen Augen betrachtet er die Schachtel, dann bricht er panisch das Siegel, öffnet den Deckel hektisch, als würde das verdammte Telefon gleich davonfliegen.

Das ist das iphone 8″, sagt er dann mit dramatischer Stimme.

Ja, natürlich, mein Großer, sagt Dad etwas verwundert, das teuerste und neueste iphone, das wolltest du doch!

Der vierzehnjährige, pausbäckige Junge bekommt Schnappatmung.

Ich... ich wollte das... das Allerneuste! Hast du denn keine Ahnung, du Mumie? Und das Neuste, das Geil... das Beste, das... das... das ist... das ist das iphone X, nicht dieser Mist da! Wütend kickt er das teure Geschenk, für das sein Dad wohl Überstunden gemacht hat, mit dem Fuß in die Ecke.

Aber.. aber.. Nun bekommt Dad, die Mumie, Schnappatmung.

Das Ding da hat nicht mal Gesichtserkennung! kreischt der Bengel und gibt der Schachtel noch einen Tritt.

Fast alle in der Schule, außer den Psychos kriegen zu Weihnachten das iphone X! Wie stehe ich denn jetzt da? Das ist sooo gemein!

Jetzt fängt auch noch die Göre, gerade noch ein süßes, kleines Mädchen, zu heulen an.

Wahrscheinlich ist ihr gerade eingefallen, dass es von ihrer Barbie eine neuere Version gibt; eine, wo das Traumpferd Regenbogeneiscreme scheißt.

Die Eltern seufzen resigniert und weichen zur Wand zurück, während ihre Brut wütet wie ein angreifendes Klingonen-Schlachtschiff.

Ähm, eine Frage, Sir!

Äh, ja?, sagt Mister Sorgenfalte konsterniert und an die Wand gedrängt.

Kennen Sie mich? Ich meine, würden Sie mich ohne Bart wiedererkennen?

Verwirrt sieht er mich an. Dann überlegt er.

Ohne Bart? Ich denke nicht!

Sehr gut.

Und wissen Sie noch den Namen der Firma, für die ich arbeite?

Nicht, das Pete den je an die große Glocke gehängt hätte, weil wir ja sowieso schwarz arbeiten.

Nein, ich glaube, den kenne ich gar nicht!, antwortet Dad.

Dann ist ja alles klar!

Ich schmeiße den großen Sack zur Seite, gehe zu dem greinenden, verwöhnten Bengel und packe ihn am Genick.

Jetzt ist Schicht im Schacht! sage ich auf Deutsch, und dann übersetze ich mit meinem schlechten Englisch:

Now I´ll declare you the rules of conduct for christmas time!

Ich setze mich auf die viel zu weiche Couch, ziehe den total überraschten, kreischenden Bengel über meine Knie, und ziehe die Rute aus meinem breiten Gürtel.

Er hat den grauen oder blauen oder schwarzen Kinderanzug an, den jeder Amibengel für den Kirchgang im Schrank hat und ich ziehe ihm die graue oder blaue oder schwarze Anzughose herunter.

Daaaad! schreit er, tu was!

Aber der scheint paralysiert. Ebenso die Mom, die daneben steht, und noch gar nicht richtig checkt, was da vor sich geht.

Mangels elterlichem Einspruch ziehe ich auch die Boxershorts, von Woolworth, wie der Anzug von Pete, herunter, und lege einen ziemlich prallen Hintern frei.

Platz genug für Erklärungen!

Ich hebe die Rute; Zielen erübrigt sich bei der Fläche, und schaffe eine Emulsion aus Bengelhaut und Birkenholz.

Jede Kosmetikerin würde vor Neid erblassen.

Auwaaah! heult der überraschte Bengel, Daaad, der Santa haut mich!

Doch Dad ist wie versteinert. Nur, als seine Frau ihrem Söhnchen zu Hilfe eilen will, wird er lebendig.

Warte kurz!, brummt er und hält die Mom am Arm fest.

Die protestiert und schimpft mit Dad, aber ich lasse mich von den ehelichen Meinungsverschiedenheiten nicht aufhalten und gerbe dem frechen, verwöhnten Bengel das Fell.

Die Rute saust und klatscht, wärmt und rötet, macht nachdenklich und bescheiden.

Mit großen Augen sieht die kleine Schwester zu.

Mir gefällt meine Barbie ganz gut! sagt sie zur Vorsicht.

Mit dem Erwerb deiner superteuren Barbie mit dem Traumpferd hast du ein Anrecht auf Updates bis 2025!, erkläre ich ihr freundlich, während ich zum Hintern ihres Bruders ziemlich unfreundlich bin.

Da grinst sie wieder. Mit Updates trifft man heutzutage immer den Geschmack, selbst bei einem Kindergartenkind.

Es eilt, die Rute trifft wieder und wieder ihr Ziel, das Bübchen greint und windet sich. Die Mom löst sich von Dad, und will ihrem Söhnchen zu Hilfe kommen.

Was fällt Ihnen ein!, schreit sie wütend, Sie können doch nicht einfach so ein Kind verprügeln!

Sie sehen doch, dass ich es kann! antworte ich schnaufend und verstärke meine erzieherischen Bemühungen noch. Das etwas morsche, dünne Reis verheert die Kehrseite ihres Söhnchens und fliegt stückchenweise zu Boden.

Nächstes Mal werde ich dafür sorgen, dass die Rute frisch ist – man weiß ja nie.

Samuel, ruf die Polizei! kreischt da die Mama aufgebracht. Doch Dad rührt sich nicht vom Fleck.

Sam? fragt die Mom verwundert und etwas panisch.

Doch Sam/Dad schüttelt den Kopf.

Liebling, da halten wir uns raus!

Das ist doch nicht dein Ernst!, ruft Mom aufgebracht und geht zum Telefon.

Lass es, Joanne! sagt da Sam ganz leise.

Sie ist wütend, sie will ihren Mann anschreien – und doch zögert sie.

Bist du dir wirklich sicher? fragt sie zweifelnd.

Sam nickt.

Bestens! Jetzt gebe ich es dem frechen Bengel erst Recht. Die Rute prasselt, der Hintern zuckt und windet sich, und das Bürschchen jammert und schaut fassungslos zu seinen untätigen Eltern.

Schon blöd, wenn man die das ganze Jahr über nur genervt hat!

Ich hebe mein Knie an, damit sich sein nackter, fetter Hintern noch mehr nach oben reckt, und gebe ihm den Rest, und der Rute auch. Heulend nimmt der nicht mehr ganz so freche Tim die letzten, brennenden Streiche hin, dann werfe ich grunzend den nicht mehr ganz so frischen Strunk zur Seite.

Hast du es jetzt begriffen? frage ich den Lümmel, der sich immer noch auf meinen Beinen windet.

Das ist sooo gemein!, schimpft er, dafür kommst du in den Knast, duuuu...

Da gebe ich ihm noch ein paar ordentliche Patscher mit meiner Hand.

Auwaah, ist ja gut, ich habs begriffen! schreit das überernährte Kerlchen.

Was hast du begriffen? frage ich ihn streng.

Das... das ich nicht so frech zu meinem Dad und meiner Mom sein darf!, heult er schniefend.

Und was noch? Ächzend brenne ich ihm noch einen besonders gesalzenen Hieb auf seine nackte Haut, meine Finger drücken sich schmerzlich in seine roten Bäckchen, das wird das Früchtchen sich wohl merken.

Ouwh! Ich hab begriffen, dass ich nicht alles haben kann, was ich will!

Hm, ich glaube, mit der Antwort kann ich leben! Ich stelle das nicht mehr ganz so arrogante Bübchen auf die Beine.

Seine Hände fahren nach hinten, jammernd reibt er sich die wunde Haut.

Seine Mama rennt zu ihm, will ihn wohl in die Arme nehmen, und mir Vorwürfe machen, doch ihr Sohnemann winkt ab. Ratlos bleibt sie stehen.

Ähm, ist schon gut, Mom, das war nur eine Auseinandersetzung, äh, unter uns Männern!

Respekt! Er sucht, seinen Ruf zu retten! Er steigt in meiner Achtung, obwohl er mir einen bitterbösen Blick zuwirft. Aber so leicht mache ich es ihm nicht.

Ich zeige auf das fortgeschmissene Geschenk, das sündhaft teure iphone 8, das immer noch unbeachtet in einer Ecke liegt. Er sieht mich dämlich an, dann begreift er. Ächzend, mit nacktem, rotem Hintern