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Weltverbesserer

by No Way Out

Copyright on this story text belongs at all times to the original author only, whether stated explicitly in the text or not. The original date of posting to the MMSA was: 29 Dec 2017


Es war 1984, ich war 16 Jahre alt und ein ziemlicher Idiot. Dumm war ich keineswegs, sondern ein hervorragender Schüler, und ich war nicht auf den Mund gefallen. Ich interessierte mich für Politik, für Umweltschutz und für Friedensbewegungen. Später wollte ich Medizin studieren, um als Entwicklungshelfer nach Afrika zu gehen. Ein Idiot war ich, weil ich glaubte, die Antworten auf alle Probleme zu kennen, und die einzig richtige Meinung zu haben. Meine Mutter nennt es heute meine Weltverbesserer-Phase

Meine Eltern ermunterten mich zu selbständigem Denken und ließen sich bereitwillig auf Diskussionen über all die Themen ein, die mir wichtig waren. Ich konnte dabei sehr verbohrt und aufbrausend sein. Ich hielt ihnen lange Vorträge, warum sie unbedingt ihr klimaschädliches Auto abschaffen sollten oder warf ihnen vor, schuld am Verhungern von Menschen in der dritten Welt zu sein, weil sie sich weigerten, Vegetarier zu werden. Wenn ich ihre Argumente nicht gelten lassen wollte, erwiderten sie nur schmunzelnd, ich würde das vielleicht anders sehen, wenn ich etwas älter war.

Obwohl sie recht konservativ eingestellt waren, meckerten sie nicht über meine langen zotteligen Haare, mein Palästinenser-Halstuch oder den Parka aus dem Second-Hand-Shop. Selbst als ich einmal mit leuchtend grün gefärbten Haaren nach Hause kam, seufzte meine Mutter nur und meinte, ich müsste schließlich damit herumlaufen. Mein Vater schoss ein Foto und prophezeite, meine Kinder würden sich später scheckig lachen, wenn sie das Bild im Familienalbum entdeckten.

Wahrscheinlich blieben sie deshalb so gelassen, weil ich ihnen ansonsten selten Probleme bereitete. Wenn ich einmal etwas anstellte, war ich selbst derjenige, der am meisten mit sich haderte. Schon bevor mir die Leviten gelesen wurden, war ich todunglücklich über mein Versagen und gelobte Besserung. Meine Eltern wussten, wie hart ich mit mir selbst ins Gericht ging, daher beließen sie es meist bei einer Gardinenpredigt oder brummten mir ein paar ungeliebte Hausarbeiten auf.

Als ich in eines Nachts um fünf Uhr früh an die Tür zum Elternschlafzimmer klopfte, war es nicht die Furcht vor Strafe, die mir kalten Schweiß auf die Stirn trieb, sondern davor, wie enttäuscht sie von mir sein würden. Sie blinzelten mich verschlafen an, wurden aber hellwach, als ich verkündete: Ich hab’ richtig Mist gebaut.

Sie mussten das Schlimmste befürchten und behielten dennoch die Nerven. Meine Mutter sah mich aufmerksam an. Na komm, Daniel, erzähl alles der Reihe nach. Was ist denn passiert?

Jochen und ich sind vorhin zur Kosmetikfabrik geschlichen und haben das Werkstor mit Eisenketten zugesperrt. Dann sind wir noch auf das Dach einer Halle geklettert und haben ein Transparent aufgehängt. Wir haben erst hinterher gesehen, dass es eine Überwachungskamera gab. Die wissen jetzt genau, wer das gewesen ist. Bestimmt hetzen sie uns die Polizei auf den Hals.

Wie seid ihr bloß auf so eine Idee gekommen? wollte mein Vater wissen. Was sollte denn dieser Unsinn?

Ich steckte tief im Schlamassel, und die Angst schnürte mir fast die Luft ab. Dennoch konnte ich mir nicht verkneifen, vehement meine politische Meinung zu vertreten. Das war eine Protestaktion gegen Tierversuche. Jedes Jahr werden dort tausende von Lebewesen gequält, nur damit sie mit irgendwelchen neuen Cremes noch mehr Geld scheffeln können. Die Regierung tut überhaupt nichts dagegen, weil der ganze Bundestag von den Lobbyisten gekauft ist. Wir müssen die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, sonst ändert sich nie etwas!

Statt meinen Einsatz als politischer Aktivist und Beschützer unschuldiger Tiere anzuerkennen, hielten meine Eltern mir eine Standpauke. Sie machten mir klar, dass Jochen und ich Hausfriedensbruch begangen hatten und eine Anzeige ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen konnte. Natürlich hatte ich Bammel, was uns bevorstand und wurde unter den grimmigen Blicken meiner Eltern ganz kleinlaut. Insgeheim war ich aber immer noch überzeugt, das Richtige getan zu haben.

Wir waren uns einig, dass wir zunächst einmal versuchen mussten, eine Anzeige zu verhindern. Meine Mutter konnte sich noch eine Stunde zurückhalten, dann griff sie zum Telefon und klingelte Jochens Eltern aus dem Bett, um sich mit ihnen zu beraten.

Bredemeiers wollen abwarten, informierte sie uns hinterher. Sie sagen, es sei nicht sicher, ob ihr im Dunkeln auf dem Überwachungsvideo eindeutig zu erkennen seid. Ihr Anwalt würde das schon regeln. Als Kommentar darauf stieß sie ein abfälliges Schnauben aus, und auch mein Vater teilte keineswegs diese Meinung. Wir haben dir beigebracht, dass man für seine Fehler einstehen muss. Wenn Jochen sich verstecken will, können wir es nicht ändern, aber du wirst das nicht tun.

Während mein Vater sich für die Arbeit fertigmachte, fuhr meine Mutter mit mir zur Fabrik und erklärte dem Pförtner die Situation. Auf ihre Bitte hin ließ er mich aufs Gelände, um die Ketten am Tor zu entfernen und das Transparent abzuhängen. Allerdings informierte er uns barsch, dass bereits Anzeige bei der Polizei erstattet worden war. Es war inzwischen fast acht Uhr morgens, also lieferte meine Mutter mich auf dem Rückweg gleich bei der Schule ab. Ich hätte nicht sagen können, was an dem Tag durchgenommen wurde. Meine Gedanken kreisten unaufhörlich um meine drohende Verhaftung.

Als ich mittags nach Hause kam, gab es Neuigkeiten. Meine Mutter hatte einen Termin mit dem Geschäftsführer der Kosmetikfabrik, Herrn Naumann, vereinbart, damit ich mich bei ihm entschuldigen konnte. Wenn Papa von der Arbeit kommt, wird er mit dir hinfahren. Hoffentlich kann er den Herrn überzeugen, die Anzeige zurückzuziehen.

Mir fiel ein Stein vom Herzen. Für seine Firma verhandelte mein Vater oft mit schwierigen Geschäftspartnern, er konnte mir bestimmt aus der Klemme helfen. Spontan gab ich meiner Mutter einen Kuss auf die Wange. Super, Mama, danke!

Verschwinde in dein Zimmer und überleg dir, was du nachher sagen wirst. Gib dir Mühe, hörst du, Daniel? Und untersteh dich, eine Diskussion über Tierschutz anzufangen oder irgendwelche geistreichen Bemerkungen zum Besten zu geben!

Ich war vielleicht ein Idiot, aber nicht so töricht, aus reinem Stolz eine Jugendstrafe zu riskieren. Auf Anraten meines Vaters hatte ich mich umgezogen und meine Jeans und den Schlabberpulli gegen eine Stoffhose und ein frisch gebügeltes Oberhemd getauscht. Im Büro von Herrn Naumann unterdrückte ich meine Ressentiments gegen den Bonzen und trug eine abendfüllende Entschuldigung vor, so demütig und eloquent, dass es einen Stein hätte erweichen können. Als ich Papas Hand auf meiner Schulter spürte, wusste ich, dass er mit mir zufrieden war.

Herrn Naumann schien meine Rede aber keineswegs zu beschwichtigen. Er fuchtelte mir mit dem Zeigefinger vor der Nase herum und herrschte mich an: Du glaubst wohl, du kannst dir alles erlauben, du Taugenichts! Hat man dir keinen Respekt vor dem Gesetz beigebracht, und vor dem Eigentum anderer Leute? Kein Wunder, heutzutage werden die jungen Burschen von vorn bis hinten verhätschelt, und nun laufen überall solche langhaarigen Bombenleger herum, die nichts als Unfug im Kopf haben! Zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben, da herrschte noch Zucht und Ordnung. Wir wussten genau, was uns geblüht hätte, wenn wir uns so etwas erlaubt hätten.

Diese Anschuldigungen passten meinem Vater überhaupt nicht, ich konnte sehen, wie es ihn in den Fingern juckte, diesem Philister ordentlich die Meinung zu geigen. Er konnte seine Ansichten hartnäckig verteidigen, aber selbst in unseren hitzigsten Diskussionen war er stets sachlich und erhob nie die Stimme, selbst wenn ich ihn mit provokanten Äußerungen bombardierte. So blieb er auch in dieser Situation höflich, denn er wusste, wie sehr wir auf die Gunst des Geschäftsführers angewiesen waren.

Mein Sohn hat durchaus von mir gelernt, Recht und Gesetz zu achten. Er ist ein anständiger Junge, der eine Dummheit begangen hat, aber glauben Sie mir, das geschah nicht aus Böswilligkeit, sondern aus einem falschen Verständnis von Idealismus heraus. Sie haben es ja gehört, Daniel ist sich seines Fehlverhaltens sehr wohl bewusst, und er bereut seine Tat.

Ja, das ist wahr, bestätigte ich und senkte dann den Kopf, ganz der reuige Sünder. Plötzlich kam mir eine Idee. Meine Eltern sind sehr streng mit mir, sie würden mir so ein Verhalten niemals durchgehen lassen. Auf mich wartet zu Hause eine saftige Strafe, Herr Naumann, darauf können Sie sich verlassen. Bestimmt wird mein Vater mir kräftig den Hintern versohlen.

Der warf mir einen verdutzten Blick zu und war sprachlos. Es war mir schon peinlich, einem Fremden über die – wenn auch frei erfundenen – Erziehungsmethoden in unserer Familie Auskunft zu geben, doch ich erkannte in Herrn Naumanns Gesicht einen Ausdruck von Genugtuung. Ich gab mir alle Mühe, einen Lausebengel zu mimen, der den väterlichen Zorn fürchtete und redete schnell weiter, bevor mein alter Herr sich verplappern konnte. Wenn ich etwas ausgefressen habe, verhaut er mich so lange, bis er sicher ist, dass ich meine Lektion auch wirklich gelernt habe. Nun war ich richtig in Fahrt und trug noch etwas dicker auf. Und zwar mit einer Kleiderbürste aus Holz, da höre ich die Engel im Himmel singen, das können Sie mir glauben.

Hm, wenn das so ist, will ich noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen, grummelte Herr Naumann und schaute meinen Vater an. Wenn Sie mir versprechen, Ihren Filius zur Räson zu bringen, ziehe ich die Anzeige zurück.

Papa hatte sich wieder gefangen und drückte dem Firmenboss fest die Hand. Herzlichen Dank, Herr Naumann, das ist sehr großzügig von Ihnen. Daniel wird seine verdiente Strafe bekommen, darauf gebe ich Ihnen mein Wort.

Auch ich bedankte mich artig und ließ mir nicht anmerken, wie sehr ich innerlich triumphierte. Wir verabschiedeten uns und hatten schon die Tür in der Hand, als der Boss mich noch einmal zurückrief. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen drehte ich mich um.

Deinem Kumpan kannst du ausrichten, er ist ein elender Feigling, dass er nicht hier erschienen ist. Er hat es nur dir zu verdanken, dass er noch einmal davonkommt. Hoffentlich hat er auch einen Vater, der ihm anständiges Benehmen beibringt.

Erst als wir im Auto saßen, erlaubte ich mir ein selbstgefälliges Grinsen. Den haben wir ganz schön eingewickelt, platze ich heraus und versuchte nicht, meine Häme zu verbergen.

Streng ermahnte mein Vater mich: Ich weiß nicht, was es da zu lachen gibt. Du bist haarscharf an einer Anzeige vorbeigeschrammt, Sohnemann. Nur weil du den Kopf aus der Schlinge gezogen hast, heißt das nicht, dass dein Verhalten entschuldigt ist. Du hast das Gesetz gebrochen, vergiss das nicht. Und dann hast du auch noch schamlos gelogen.

Ich wollte mir die gute Laune nicht verderben lassen, und ich fühlte mich im Recht. Na und? Dieser Herr Naumann ist ein profitgieriger Tierquäler. Außerdem war er richtig engstirnig. Wie er Mama und dich als schlechte Eltern abgestempelt hat, war total unfair! Ich habe jedenfalls kein Problem damit, so einen Ausbeuter ein bisschen auszutricksen.

Auf diese Bemerkung bekam ich keine Antwort, nur einen sehr nachdenklichen Blick.

Zuhause ging ich gleich in mein Zimmer und zog die spießige Kleidung aus. Verächtlich warf ich das Hemd, die gute Hose und die schwarzen Socken auf den Boden. Als ich mich umdrehte, sah ich meinen Vater in der Tür stehen, in der Hand die hölzerne Kleiderbürste aus dem Garderobenschrank. So, dann ist es wohl Zeit, dir kräftig den Hintern zu versohlen.

Das konnte nur ein Witz sein. Papa hatte einen ziemlich trockenen Humor und machte sich manchmal einen Spaß daraus, mich an der Nase herumzuführen. Als er sich auf mein Bett setzte und mit der Bürste ein paarmal in seine Handfläche klopfte, war ich mir allerdings nicht mehr so sicher. Also los, Daniel, komm her und hol dir deine Strafe ab. Schließlich kann ich meinen Sohn nicht zu einem Lügner werden lassen.

Erleichtert atmete ich auf. Ach so, verstehe. Er brauchte mir mit der Bürste nur ein, zwei Klapse zu geben, und schon würde aus der Lüge die Wahrheit werden. Ich zwinkerte ihm schelmisch zu, drehte mich um, zog meinen Slip zurecht, so dass er sich straff um meine Backen schmiegte, bückte mich und streckte ihm meinen Po entgegen.

Ein missbilligendes Schnalzen ertönte. Wenn, dann machen wir es auch richtig. Komm, leg dich über meinen Schoß. Immer noch verzog Papa keine Miene. Ich entschloss mich, sein Spiel mitzuspielen.

Inzwischen war ich fast genauso groß wie er und wusste nicht recht, wie ich über sein Knie passen sollte. Er sah mein Zögern und setzte sich etwas schräg. Dann fasste er mich am Arm und führte mich, bis ich mit dem Oberkörper auf dem Bett lag, während meine Fußspitzen noch auf dem Teppich standen. Damit war mein Gesäß genau mittig über Papas Beinen positioniert. Als er mit der Linken meine Hüfte fasste und sie dicht an seinen Körper heranzog, entfuhr mir ein nervöses Glucksen.

Pfeilschnell fuhr die Bürste nieder, zweimal auf die linke und zweimal auf die rechte Backe. Der Schock über den scharfen Schmerz raubte mir den Atem. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie der Arm sich wieder hob. Ich stützte mich auf die Unterarme, schaute über die Schulter zurück und rief: Nein, warte, Papa, das tut richtig weh!

Er sah mich an, als wäre ich schwachsinnig. Natürlich tut es weh, sonst wäre es wohl keine ordentliche Tracht Prügel. Schon verpasste er mir noch ein paar gepfefferte Hiebe. Fest umklammerte ich die Kante der Matratze und drückte mein Gesicht in die Tagesdecke, um einen Aufschrei zurückzuhalten. Papa will mich allen Ernstes verdreschen! Diese Erkenntnis durchzuckte mich wie ein elektrischer Schlag. Fieberhaft überlegte ich, was ich tun sollte. Lautstark protestieren, bis er seinen lächerlichen Erziehungsversuch aufgab? Oder meine Strafe stoisch hinnehmen, um mich als unerschrockener Kämpfer gegen das Establishment zu beweisen?

In diesem Augenblick traf die Bürste ganz unten auf meinen Po, wo nackte Haut freilag, und ich heulte auf. Schon folgte ein Schlag auf den nächsten, nicht besonders schnell, aber unablässig, so dass ich an gar nichts mehr denken konnte, außer an die grauenhafte Bürste, und die Qualen, die sie verursachte. Immer wieder entschlüpften mir Schmerzenslaute durch meine zusammengebissenen Zähne, und meine Zehen gruben sich tief in den Teppich. Nach ein paar besonders gemeinen Hieben auf ein und dieselbe Stelle zog ich die Fersen dicht an meinen brennenden Po heran, um das Trommelfeuer an Schlägen zu unterbrechen.

Wirst du wohl? knurrte mein Vater verärgert und drückte meine Füße nach unten, die aber sofort wieder hochschnellten. Er schnaufte einmal tief durch, dann sprach er ernst, aber ganz ruhig mit mir. Daniel, du wirst lernen, dich an die Gesetze zu halten, auch wenn sie dir nicht gefallen. Und dass du mit Lügen im Leben nicht weit kommst. Vor allem wirst du lernen, dich nicht herauszureden, sondern Verantwortung für deine Fehler zu übernehmen.

Als die Kleiderbürste ein paarmal leicht gegen meine Fußsohlen tippte, zuckte ich zusammen und sagte verzweifelt: Das weiß ich doch, Papa! Ich hab’s begriffen! Hör auf, bitte!

Erst wenn ich sicher bin, dass du deine Lektion auch wirklich gelernt hast. Nimm die Füße weg!

Meine Backen brannten und pochten wie verrückt, ich konnte es einfach nicht. Ich schüttelte s