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Als Masoschwein im Sklavenhimmel
Teil 31 – Schlussverkauf

by Ikarus2.0

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Als Masoschwein im Sklavenhimmel

Teil 31: Schlussverkauf

Naja, mit der Romantik war das dann schnell vorbei, als wir im Industriehafen anlegten, zwischen Containern, Zementsilos und Öltanks von Bord fuhren, in dem unglaublichen Durcheinander von einem Hafenangestellten freundlich durch gewunken wurden und wir ins Verkehrschaos dieser riesigen Stadt eintauchten.

Großer Gott, war das alles hässlich! Fünfspurige Autobahnen, die sich übereinander, untereinander und nebeneinander das Leben zur Last machten. Ein unglaubliches Gewühle von Taxis, Privatautos, Bussen, LKW und selbst ein paar Eselskarren sah ich. Und es stank nach Abgasen und Müll. Trotzdem sog ich jeden Eindruck in mich hinein. Außerdem würde ich ja im Basar in der Innenstadt arbeiten, von dem mir Recep Abu Bilder gezeigt hatte, und dort würde bestimmt alles so schön werden, wie in meinen Träumen. Irgendwann fiel mir auf, dass wir nicht der Beschilderung ins Zentrum folgten. Ich fragte Recep Abu ob er sich vielleicht verfahren habe, aber er meinte, er müsse zuerst zu seinem Lager, dort die Teppiche ausladen, und später dann würde er mir meinen neuen Arbeitsplatz zeigen. Wir verließen die Autobahn und fuhren in ein trostloses Industriegebiet, das sich kilometerweit erstreckte. Er bog in mehrere Nebenstraßen ab, die nach einiger Zeit genauso wenig asphaltiert waren, wie die Dorfstraße in Ҫamur Ҫukuruk. Die Gegend sah mir etwas unsicher aus, und ich wunderte mich, dass er seine kostbaren Teppiche, so weit weg von der Zivilisation lagerte.

Schließlich hielt er vor einem rostigen Gittertor, das mit einer dicken Stahlkette und mit einem noch dickerem Vorhängeschloss, gesichert war, an, holte sein Handy raus, stieg aus, telefonierte kurz, kam dann wieder zu mir in den Wagen und sagte, dass sein Verwalter uns gleich abholen würde. Nicht lange und ein vierschrötiger Mann, vielleicht so Mitte dreißig, mit Vollbart, platter Boxernase und einem Schneidezahn aus Gold, kam über den Hof, begrüßte meinen Herrn lässig mit einer erhobenen Hand, schloss das Tor auf und winkte uns mehr auffordernd als einladend durch. Wir rumpelten zu einer Fabrikhalle deren Rolltor sich gerade hob und uns die Einfahrt ermöglichte. Kaum waren wir drin, schloss es sich wieder.

So, kleiner Prinz, wir sind da.

Recep Abu stieg aus und ich folgte ihm. Ich hatte erwartet, Berge von Teppichen hier in diesem riesigen Lager zu sehen – aber nichts dergleichen. Ein paar große, schwarze Autos standen herum und es türmten sich Kartons, die den Aufschriften nach zumeist irgendwelche Elektronik beinhalteten; von Teppichen keine Spur. Ich fragte ihn danach, und er erklärte mir, dass die wertvollen Teppiche im Untergeschoss gelagert seien, weil dort das Klima gleichmäßiger sei. Ich hätte noch viel zu lernen. Aber nun müssten wir ausladen. Wir gingen zur Ladefläche und er zeigte mir, welche Teppiche ich zuerst raus holen sollte. Ich begann mit der Arbeit. Inzwischen war auch der Verwalter in der Halle angekommen und noch zwei Gestalten, vor denen ich mein Portemonnaie, wenn ich denn eines gehabt hätte, schnell in Sicherheit gebracht hätte. Groß, grobschlächtig, und vierschrötig. Und alle, auch der Verwalter, trugen gut sichtbar Waffen am Hosenbund.

Keiner von ihnen ließ sich dazu herab mir zu helfen. Sie standen um den Wagen herum, rauchten, wirkten leicht nervös und ließen ihre Hände oft an den Pistolen spielen, die sie trugen. Ein Drittel des Wagens hatte ich etwa ausgeladen, als Recep Abu mir befahl aufzuhören und vom Wagen herunter zu kommen. Nun stieg er mit zwei der Bewaffneten hinein. Die Teppiche, die ich ausgeladen hatte, hatten den Zugang zu dem Versteck, in dem ich meine ersten Tage an Bord verbracht hatte, freigelegt. ... Er wollte an den Mohnsaft!

Die beiden Bewaffneten luden die Fracht auf einen Rollwagen für Paletten um, den sie mitgebracht hatten. Ich wunderte mich, wie viele Kanister aus dem Versteck zum Vorschein kamen. Es musste doch größer gewesen sein, als ich es seinerzeit wahrgenommen hatte. ... Die Palette wurde voll.

Mitkommen!, raunzte einer der Wachleute im Befehlston.

Ich wollte schon etwas über fehlenden Respekt meinem Herrn gegenüber äußern, aber der hielt mich zurück und befahl mir von nun an nichts mehr zu sagen. Die Teppiche blieben liegen wo sie lagen und wir folgten den drei finsteren Gestalten in einen Lastenaufzug, der sich knirschend in Bewegung setzte und uns in den Keller brachte. Aber auch hier keine Spur von Teppichen. Ein langer Gang, erhellt durch gleißende Neonröhren, links und rechts grau lackierte Stahltüren und am entgegengesetzten Ende eine Tür, fast schon ein Portal, aus dunklem Holz, vor dem zwei weitere Wachtposten mit finsteren Mienen und noch größeren Schusswaffen als die ersten drei hatten, standen. Recep Abu und ich wurden eingelassen. Ich schob den Wagen mit den Kanistern hinter meinem Herrn her.

Wir standen in einem überdimensionierten protzigen Büro, schwere Ledermöbel, dunkel vertäfelte Wände, ein riesiger Schreibtisch und meterlange Bücherregale erschlugen uns fast. Hinter dem Schreibtisch saß ein Mann mit ordentlich gestutztem Schnäuzer in einem strahlend weißen Anzug, die Hand mit schweren Goldringen geschmückt und dicke Ketten aus eben diesem Material hingen in sein offenes Hemd hinein. Er hatte die Füße auf den Tisch gelegt, rauchte eine dicke Zigarre und nippte an einem Glas Tee. Mein Herr blieb auf dem halben Weg zum Schreibtisch stehen und verbeugte sich ehrerbietig. Ich war zwar verdutzt, tat es ihm aber einfach nach. Da konnte ich am wenigsten falsch machen.

Ahhh! Recep Abu! ... Gerade noch zur rechten Zeit. Schön, alter Freund, dass du zu mir gefunden hast!

Er nahm langsam die Beine vom Tisch, mein Mentor eilte zu ihm hin, verbeugte sich wieder, nahm seine Hand, küsste sie, legte sie an seine Stirn, küsste sie erneut und ließ sie dann endlich los. Danke, Tayyib Agah, dass du deine kostbare Zeit mit mir Unwürdigem verschwendest. Ich weiß, du hast viel Wichtigeres zu tun, als dich mit mir kleinem Teppichhändler zu befassen.

Gut, gut, Recep Abu ... wie ich sehe, hast du das, was du mir versprochen hast, mitgebracht! Er sah zu mir und der Palette mit den Mohnsaftkanistern hin. Und ich bin mir sicher, dass du mir, wie immer, von allem nur das Beste lieferst. ... Du weißt wie viel Wert ich auf die Geschäfte lege. ... Aber lass uns zuerst einen Tee trinken, bevor wir übers Geschäft reden. Meine Leute werden eine winzig kleine Probe von deiner Ware nehmen, nur der Form halber, nicht dass ich dir misstraue, werter Freund, und du kannst mir derweil deinen neuen, jungen Lehrling vorstellen.

Mein Herr winkte mir zu kommen. Los, Orkan erweise Tayyib Agah die Ehre!

Ich begrüßte ihn auf die gleiche Weise, wie Recep Abu es getan hatte. Das kannte ich aus dem Dorf schon. Die Dorfältesten und der Bürgermeister wurden so begrüßt.

Er legte väterlich die Hand auf meinen Kopf und sah mich freundlich lächelnd an. Aber irgendetwas an diesem Lächeln gefiel mir nicht.

So, so, Orkan Vural heißt du also. Dann, Orkan Vural erzähle mir wie du in die Obhut des ehrwürdigen Recep Abu gekommen bist. Und lass’ dir Zeit. Es wird etwas dauern, bis die Ergebnisse von den Proben da sind. ... Also, ich höre!

Einen Platz bot er mir nicht an, und so stand ich die ganze Zeit neben seinem Schreibtisch und erzählte was zu erzählen war. Immer wieder ermunterte er mich Einzelheiten zu berichten und Abu Recep nickte zustimmend. Und so erfuhr Tayyib Agah all das, was ich dir gerade erzählt habe. Er hörte aufmerksam zu, sein Lächeln changierte zwischen freundlich und lüstern. Als ich bei dem Teil war, wo meine Familie meinen Totenschein erhalten hatte, sah er meinen Herrn an und grinste.

Recep Abu, du bist doch einfach ein raffinierter Hund! ... Das heißt, der gute Orkan Vural ist offiziell für tot erklärt worden? Sehe ich das richtig?

Ja, Tayyib Agah, genauso ist es. Gute Beziehungen zu den Behörden sind eben immer von Nutzen. Den guten Orkan gibt es nicht mehr. Keiner wird ihn suchen. Besser hätte es nicht laufen können. Und zu alledem habe ich auch noch seine Geburtsurkunde. ... Man weiß ja nie, für was man die nochmal brauchen kann.

Ich war ein bisschen verwirrt. Ich hatte mir noch nie Gedanken darüber gemacht, was es hieße, offiziell nicht mehr zu existieren. Und das Gespräch der beiden machte mir etwas Angst. Dann wurde ich abgelenkt, denn die Tür ging auf und der Mann, der die Proben aus den Kanistern genommen hatte, kam zurück. Er nickte, hielt den Daumen nach oben und ging wieder nach draußen.

Schön, Recep Abu, sagte Tayyib Agah generös. Er schob einen dicken Briefumschlag über den Tisch. Wie vereinbart ... Willst du nachzählen?

Aber wo denkst du hin, mein Freund? Ich vertraue dir mehr als meiner eigenen Mutter. Mein Herr steckte den Umschlag ein, stand auf und reichte seinem Geschäftspartner die Hand. Nun schien hier endlich Schluss zu sein und wir würden diesen unheimlichen Ort gleich verlassen und in den Basar fahren.

Es ist immer wieder eine Freude Geschäfte mit dir zu machen, Recep Abu. ... Aber sag’ mir, was ist mit der anderen Sache, über die wir geredet haben?

Naja, alles so wie wir es besprochen haben. Willst du noch mehr davon sehen? ... Wenn nicht, müssten wir uns nur noch über den Preis einigen!

Das dürfte kein Problem sein. Du hast mir ja alle Details mitgeteilt, setz’ dich doch nochmal hin und nimm noch einen Tee. Dabei lässt es sich doch viel besser verhandeln. ... Sag’ mir, hat dein junger Freund hier eigentlich die richtige Garderobe für die Arbeit in deinem Teppichladen? Er sollte schon etwas gepflegter auftreten. ... Weiß du was? Ich lasse einmal nachschauen, ob wir etwas Passendes für ihn haben. Es wäre mir eine Ehre, dir diese kleine Gefälligkeit zu erweisen.

Nun ja, es war ja natürlich sehr freundlich von Tayyib Agah sich um meine Kleidung zu sorgen, aber lieber wäre es mir schon gewesen, wenn wir gleich gegangen wären. ... Vielleicht würde ja wenigstens ein schicker Anzug für mich dabei heraus springen. Ich sollte nicht immer so misstrauisch und undankbar sein, dachte ich. Auch wenn mir Tayyib Agah nicht gerade sympathisch war, so war er doch auf alle Fälle jemand, dem ich Respekt zu zollen hatte.

Er telefonierte kurz, gleich danach ging die Tür auf und in einem gut geschnittenen schwarzen Anzug, kam einer seiner Angestellten herein. Er hatte um den Hals ein Zentimetermaß hängen, war aber für einen Schneider ungewöhnlich kräftig gebaut. Auf ein Kopfnicken unseres Gastgebers hin, begann er Maß an mir zu nehmen. Zuerst den Halsumfang, dann die Handgelenke, die Knöchel, Arm– und Beinlänge.

Er machte das langsam und umsichtig, während der Agha und mein Herr zu feilschen anfingen.

Also, werter Recep Abu, an was für einen Preis hattest du denn gedacht?

Nun ja, ehrenwerter Tayyib Agah, wenn ich alles zusammen rechne, die viele Zeit, das Geld, der Aufwand, das Risiko, ... und wenn ich bedenke, dass ich mit dir so gerne Geschäfte mache ... ich würde, ... und da verdiene ich kaum das Benzingeld, ... also 100.000 Lira müssten es schon sein!

Du beliebst zu scherzen! 100.000? Willst du mich ruinieren? Also wenn ich mein Letztes zusammen kratze, dann könnte ich dir vielleicht 20.000 anbieten. Aber mehr wäre mein Ruin!

Das Feilschen ist dort unten so etwas wie ein Volkssport. Das konnte sich also noch hinziehen, über was auch immer sie verhandelten. Der Schneider hatte mich bald fertig vermessen und sich ein paar Notizen gemacht.

Ich denke, ich werde etwas passendes für ihn finden, Tayyib Agah. Wenn es euch recht ist, werde ich es holen und er kann es gleich anprobieren.

Der Agha nickte zustimmend und machte eine wegscheuchende Handbewegung. Der Schneider verbeugte sich und ging wieder hinaus. Beim Feilschen waren sie inzwischen bei 80.000 versus 25.000 angekommen. Das würde noch dauern. Dann kam der muskulöse Schneider wieder zurück. Er schob einen Kleiderständer, an dem einige Anzüge in Plastikhüllen hingen und einen Rolltisch auf dem Hemden, Wäsche und ein Schuhkarton waren. Die beiden Verhandlungspartner machten eine Pause und sahen zu mir herüber.

Ach, wie schön, sagte der Agha, Da ist ja die neue Arbeitskleidung für unseren jungen Freund. Ich bin schon sehr gespannt, wie du darin aussiehst.

Ich war es auch. Der Kleiderständer sah vielversprechend aus und einen Anzug hatte ich mir schon immer gewünscht.

Bevor ich anfangen kann, musst du dich ausziehen, knurrte der Schneider mich an.

Er hatte natürlich Recht, aber irgendwie war mir nicht ganz wohl dabei. Ich sah rüber zu Recep Abu. Der nickte mir ermunternd zu.

Hast du nicht gehört Orkan? Zieh’ dich aus, damit wir dich standesgemäß ausstatten können.

Ich schlüpfte zögernd aus meiner Kleidung. Viel war es ja eh nicht. Das Hemd, die Hose, die Socken und die Schuhe.

Das kannst du mir geben!, raunzte mich mein Ausstatter an. Der könnte ja auch etwas freundlicher sein, dachte ich.

Er stopfte alles in einen blauen Müllsack, der an dem Rollwagen hing. ... Nur meine Unterhose hatte ich anbehalten.

Tayyib Agah zog an seiner Zigarre und stieß eine Rauchwolke aus. Du bekommst auch neue Unterwäsche, junger Freund. Du kannst den alten Lumpen ruhig auch ablegen. ... Oder schämst du dich etwa vor zwei alten Männern und einem Schneider?

Er lachte, als ob er einen großartigen Witz gemacht hätte. So zog ich denn auch das letzte Stück Stoff von mir herunter, gab es dem Schneider, der es sofort mit spitzen Fingern in dem Müllsack verschwinden ließ. Nun stand ich, die Hände vor meinem nackten Gemächt verschränkt, vor den beiden grinsenden alten Männern.

Komm’ her! Wir suchen dir was Schönes aus!, kommandierte mich der Schneider zu sich.

Ich ging zu ihm und seinem Rollwagen. Als ich mich umdrehte und Tayyib Agah meinen Arsch sehen konnte, hörte ich ihn anzüglich pfeifen und die beiden dann laut lachen.

Ich muss zuerst die Kragenweite prüfen. Dreh’ dich um und streck’ mal die Arme zur Seite aus.

Nun stand ich mit meiner Frontansicht zum Schreibtisch und ich sah wie Tayyib Agah mich grinsend von oben bis unten musterte. Hinter mir stand der Schneider. Er legte mir etwas um den Hals, ich dachte noch kurz: ... das Maßband ist aber schwer ..., da hörte ich ein Klicken, die Arme wurden mir blitzschnell nach hinten gezogen, brutal verdreht, an den Handgelenken spürte ich etwas kaltes, wieder das Geräusch von einrastendem Metall. Ich schrie erschrocken und vor Schmerz auf und war vor Überraschung so paralysiert, dass ich kaum wahrnahm, dass an meinen Füßen auch gerade etwas befestigt wurde. Ich versuchte mich zu wehren, hatte aber gegen den muskulösen Gorillaschneider nicht den Hauch einer Chance. Er zog meine Arme hinter meinem Rücken so hoch, dass ich wieder laut schrie und er mich in einer gebückten Haltung vor sich hatte. Er griff blitzschnell in den Schuhkarton, nahm eine schwere Kette heraus, klinkte sie zuerst in die Handfesseln und dann in das Teil um den Hals ein. Der Rest der Kette baumelte an meinem Rücken herunter, bis fast zum Boden. Ich spürte das kalte Metall in meiner Arschritze kitzeln.

NEIN!!! HILFE!!! RECEP ABU!!! HILFE!!...!, schrie ich, zerrte an den Ketten und trat um mich.

Mit einem brutalen Griff hatte der Schneider mich zu Boden gezwungen, drückte seine Knie auf meinen Rücken, verband meine Fußfesseln mit einer weiteren, etwa unterarmlangen Kette, die er an das baumelnde Ende von oben anschloss. Dann riss er mich grob nach oben, so, dass ich wieder auf eigenen Beinen stand, schob mich so schnell, dass ich stolperte, zu dem Schreibtisch und drückte mich vor Tayyib Agah zu Boden.

Auf die Knie, wenn dein Herr vor dir steht!, brüllte er mich an.

NEIN!!! NEIN!!! DAS IST NICHT MEIN HERR!!! NEIN, NEIN ... RECEP ABU!!! RECEP ABU ... BITTE ... HILF MIR!!! HILFE!!!

Aber Recep Abu regte keine Mine. Er sah mich an, wie man ein Lämmchen ansieht, das man gefüttert, gestreichelt und gemocht hat, dass aber nun eben zum Metzger kommt, weil das eben seine Bestimmung ist.

Sei still, kleiner Prinz. Du musst noch viel lernen. Das Leben läuft manchmal anders als erwartet. Und Geschäft ist Geschäft! Du gehörst nun Tayyib Agah, mit Haut und Haar, und du wirst tun, was man dir befiehlt.

NEIN!!, schrie ich verzweifelt, bitte, bitte lass mich nicht bei diesem Monster hier, bitte, bitte nimm mich wieder mit!

Das hätte ich wohl besser nicht gesagt.

Monster? Ich bin also ein Monster, junger Freund?, fragte Tayyip Agah in bedrohlichem Tonfall. Er stand auf. Was meinst du Recep Abu, drückt das den Preis, weil er so ungezogen ist, oder erhöht es ihn, weil es Spaß macht, kleinen, dreckigen Sklaven die schlechten Manieren auszutreiben?

Nun ja ..., begann mein Herr, aber Tayyip Agah fiel ihm ins Wort.

35.000! Ich gebe dir 35.000 für dieses Stück Dreck. Mein letztes Wort!

Er streckte die Hand aus um mit Recep Abu das Geschäft zu besiegeln. Der zögerte nicht mehr lange und schlug ein. Nun gehörte ich nicht mehr ihm, sondern diesem unheimlichen Monster hier! Diese erschreckende Tatsache musste ich erst einmal verdauen.

Tayyib Agah zog eine dicke Geldrolle aus der Tasche und zählte mit zwei Fingern fünfunddreißig Scheine ab und gab sie meinem bisherigen Herrn. Der griff in die Innentasche seiner Anzugjacke, holte einen Umschlag heraus und legte ihn auf den Tisch.

Hier, seine Papiere. Geburtsurkunde und so. Wer weiß, wozu die noch gut sind. ... Es war wie immer schön, mit dir zu handeln, Tayyib Agah. Auf Wiedersehen und gute Geschäfte, wünsch’ ich dir.

Geh mit Gott, Recep Abu. Ich hoffe, wir sehen uns nach der nächsten Ernte wieder.

Mein Ex-Herr machte noch einmal das Handkussritual, warf mir nicht einmal mehr einen Blick zu und ging zur Tür.

RECEP ABU... BITTE ... VERLASS’ MICH NICHT!!!, schrie ich, aber da war er auch schon weg. Heiße Tränen liefen über mein Gesicht.

Tayyib Agah zündete seine Zigarre wieder an und sah von oben auf mich herab. Und jetzt zu dir. ... Du hast großes Glück, Orkan Vural. Weißt du, in ein paar Tagen kommt Kundschaft, die sich bei mir mit Frischfleisch eindecken will. Eigentlich wollte ich dich auch anbieten, aber nachdem du mich so liebevoll als Monster bezeichnet hast, denke ich, es ist besser, dich noch ein bisschen zu behalten, bis du Respekt vor deinem neuen Herrn gelernt hast. Also, sag’ mir: Wer ist dein neuer Herr?

Ich stand noch viel zu sehr unter Schock um zu wissen was ich sagen sollte um aus der Situation das Beste zu machen. Also schwieg ich und blickte nur stumpf zu Boden.

Du willst also weiter den störrischen Helden spielen? Von mir aus ... Es wird dir nichts nützen. Ich glaube, ich werde noch viel Spaß mit dir haben. ... SIEH MICH AN!!

Ich atmete tief durch. Jetzt nur keinen Fehler machen. Ich sah zu ihm hoch.

MAUL AUF!!, befahl er.

Ich gehorchte. Was auch immer passieren würde, schlimmer als in der Fischerhütte würde es wohl nicht werden können. Tayyib Agah aschte seine dicke Zigarre in meinem Maul ab. Die trockene, heiße Asche landete auf meiner Zunge. Er wandte sich von mir ab und dem Schneider zu.

Hamed, ich möchte ein bisschen Sport treiben. Bereitest du bitte alles vor?

Hamed, so hieß der Schneider. ... Der verbeugte sich vor seinem Chef, schob Kleiderständer und Rollwagen raus und ließ uns alleine. Tayyib Agah nahm weiter keine Notiz von mir, blätterte in irgendwelchen Akten, machte hier eine Unterschrift, fügte dort Kommentare hinzu, nahm ab und zu einen Schluck Tee, rauchte und benutzte mein Maul weiter als Aschenbecher. Ich hoffte nur, dass er nicht auf die Idee kommen würde, den stinkenden Stummel auch hier auszudrücken. Ich wagte nicht mich zu bewegen. Hamed kam wieder rein. Wieder hatte er den Rollwagen dabei, diesmal allerdings mit einem Tuch verdeckt.

Ich bin so weit, Herr!

Herr? War Hamed etwa auch ein Sklave? Aber vielleicht mussten ja alle Angestellten ihn so nennen. Tayyib Agah blickte von seinen Notizen auf, legte den Stift beiseite.

Gut Hamet. Auf dich ist Verlass. Also bitte ...!

Hamet verbeugte sich wieder, bückte sich dann und begann den Teppich vor dem Schreibtisch einzurollen. Es war ein großer Teppich. Er zog ihn beiseite. Dann nahm er, mit einer weiteren Verbeugung, eine Fernbedienung vom Schreibtisch des Patriarchen. Er drückte ein paar Knöpfe und der protzige Kronleuchter, der über dem Teppich gehangen hatte, wurde leise klirrend hoch gezogen, bis er ganz oben unter der hohen Decke hing. Wieder drückte Hamet Knöpfe und diesmal senkten sich zwei dicke Stahlketten, ein paar Meter links und rechts des Leuchters von der Decke, bis sie auf Schulterhöhe anhielten und lautlos hin und her baumelten. Hamet bückte sich erneut und klappte aus dem, mit aufwendigen Marmormosaiken gestalteten Fußboden, zwei, etwa handtellergroße, massive Metallringe hoch.

Dann kam er zu mir und zerrte mich nach oben. Er zog mich zu den Ringen hin, drehte mich mit dem Gesicht zu Tayyib Agah, löste die Ketten an den Füßen und klinkte die Fesseln in die Ringe ein. Die Beine weit gespreizt stand ich nun da, und konnte kaum das Gleichgewicht halten. Dann öffnete er auch die Ketten an den Handfesseln, zerrte meine Arme auseinander und befestigte sie an den schweren Eisen, die von der Decke baumelten. Tayyib Agah sah von seinem Schreibtisch aus böse grinsend zu. Hamet fummelte wieder an seiner Fernbedienung herum und beide Ketten wurden gleichzeitig nach oben gezogen, bis ich wie ein lang gezogenes ’X’ zwischen den Ketten und den Fußbodenringen eingespannt vor ihm hing. Vor allem in den Achselhöhlen tat es weh und an den Handgelenken, in die die eisernen Fesseln tief einschnitten.

Nun stand Tayyib Agah gemächlich auf, zog seine Jacke aus, worauf Hamet zu ihm eilte, sie ihm abnahm und sorgsam auf einen Bügel hängte. Tayyib Agah streckte nun die Arme aus und Hamet schlug ihm die Hemdsärmel geübt bis an die Ellenbogen hoch. Das war also das Sportoutfit des Aghas. Er kam mit gefährlichem Blick auf mich zu.

So gefällst du mir schon viel besser, kleiner Orkan. Stehst du bequem? Sind deine Geschmeide auch nicht zu eng?, fragte er spöttisch, griff nach meinem Halseisen und zog daran.

Dieses Eisen, das mir Hamet umgelegt hatte, war etwa zwei Finger breit, vier dicke Ösen waren rundherum angeschweißt, auf einer Seite hatte es ein Scharnier und auf der anderen einen Verschluss, wie bei einer Rohrschelle, den Hamet mit einem Karabinerhaken verschlossen hatte. Ein Vorhängeschloss hätte da auch gut hinein gepasst. Die Arm– und Fußfesseln waren ähnlich, aber doppelt so breit.

Ich frage dich jetzt noch einmal: wer ist dein Herr?

Mittlerweile konnte ich meine Situation ganz gut einschätzen und sie war gelinde gesagt schlecht, sehr schlecht. Also würde Kooperation wohl die beste Option für mich sein. Alles andere würde ich später sehen.

Du, Tayyib Agha, du bist mein Herr!

Das klingt nicht sehr überzeugend. ... Außerdem, kleiner Orkan, wenn du mit mir redest, dann sagst du Ihr Tayyib Agha, Ihr seid mein Herr. Verstanden?

Ich nickte. Ja, ihr, Tayyib Agha, ihr seid mein Herr. Ihr und kein anderer!

Du lernst schnell, kleiner Orkan, das ist gut. Und damit du nicht vergisst, was du gerade gesagt hast, werde ich dir eine kleine Lektion erteilen.

Oh weh, dachte ich, jetzt wird es ungemütlich ... Und damit sollte ich Recht behalten.

Hamet schob den Rollwagen zu ihm hin, zog das Tuch weg und eine Auswahl an Schlaginstrumenten und auch noch einige Ringe und Ketten kamen zu Tage. Tayyib Agha sah sich das Arsenal nachdenklich an, griff erst hierhin, dann dorthin, streichelte fast zärtlich über die gefährlich aussehenden Peitschen, Gerten und Stöcke und wählte dann das am schlimmsten aussehende Instrument aus: Eine mindestens drei Meter lange geflochtene Peitsche aus schwerem Leder. Er trat hinter mich.

Ich zuckte zusammen, als er die Peitsche zum Einschlagen einmal richtig knallen ließ, bevor er weit ausholte und mit Schwung und Kraft zuschlug. Quer über meinen Rücken knallte das Leder. Ein entsetzlicher Schmerz trieb mir die Luft aus den Lungen und ich schrie laut auf. Er lachte.

Gefällt dir das, kleiner Orkan? Sag’ gefällt dir das?

Nein, Herr, nein ... es tut weh ... es tut furchtbar weh ...

Es tut dir weh? Das ist gut, kleiner Orkan, das ist gut. Denn nur durch Schmerzen können freche Sklaven, wie du etwas lernen. Als erstes lernst du, dass ich nur das Beste für dich will und deshalb wirst du dich für jeden Schlag, den ich dir in meiner unendlichen Güte geben werde, damit du lernst, bedanken! Hast du verstanden?

Seine Stimme klang nun sehr scharf.

Ja, Herr, ich habe verstanden! Und schon hörte ich den nächsten Schlag durch die Luft sausen und der Einschlag war noch schlimmer als der Erste. Danke Herr!, schrie ich und auf’s neue zerschnitt die Peitsche pfeifend die Luft und landete mit lautem Klatschen auf meiner Rückseite. Danke Herr!!...

Ich sehe, du hast die Regeln verstanden, hörte ich Tayyib Agha hinter mir keuchen. Sein Sport schien ihn doch sehr anzustrengen, was ihn aber nicht davon abhielt weiter zu machen. Er gab sich auch keine Mühe gut zu zielen. Manch einer der Schläge schlang sich halb um meinen Körper herum, oder erwischte mich seitlich an den Hüften, oder traf über die Schultern hinweg meine Brust. Und er hörte und hörte nicht auf zu schlagen. Immer ließ er kleine Pausen dazwischen, damit sich der Schmerz schön ausbreiten konnte um dann erneut mit unverminderter Härte zuzuschlagen. Und je mehr Schläge ich abbekam, desto empfindlicher wurde meine Haut und desto schmerzhafter wurden sie. Zuerst konnte ich mein Danke Herr noch einigermaßen formulieren. Der bittere Geschmack seiner Zigarrenasche war noch in meinem trockenen Mund und mein Hals war schon ganz wund geschrien. Meine Rückseite war nur noch ein einziger schmerzender Klumpen, und auch vorne zierten tiefe rote Striemen Brust und Bauch. Und er schlug immer weiter. ... Ich hätte ihn wohl besser nicht Monster genannt, obwohl der Ausdruck wahrscheinlich ziemlich treffend war. Irgendwann gaben meine Knie nach, ich konnte nicht mehr stehen und hing nun nur noch an den Ketten, die meine Handeisen tief in die Haut einschneiden ließen. Aber immer noch hatte er nicht genug. Mein Danke Herr war nur noch hin gehaucht, ich hatte kaum noch die Kraft zu schreien. ... Dann wurde mir schwarz vor Augen. Ich hörte noch wie aus weiter Ferne:

Schaff’ ihn weg!, dann sank ich in wohltuende Ohnmacht.

Ich wurde wach von einem Eimer kalten Wassers der über mir ausgekippt wurde. Erschrocken wollte ich meinen Kopf heben um zu sehen wo ich war, aber nach drei Zentimetern wurde meine Bewegung abrupt gestoppt. Mein Halseisen war mit einem Ring im Boden verbunden. Und dies war nicht der aufwendige Mosaikboden aus Tayyib Aghas Büro, dies hier war blanker Beton. Und meine Nase hing fast in einem Abfluss, der in den Boden eingelassen war. Weißes, abgeblättertes Emaille, mit Löchern, wie in einem Pissoir. Eine offene Rinne mündete darin. Der Geruch war eindeutig und streng. Schnell war ich hellwach und versuchte mir einen Überblick darüber zu verschaffen, wo ich gelandet war, und was gerade mit mir passierte. Meine Rückseite glühte noch wie Feuer.

Man hatte mich über einen Betonblock geschnallt. Meine Arme, waren, genau wie mein Kopf, an Ringen, die im Boden einbetoniert waren, fest gemacht. Meine Beine konnte ich auch kaum bewegen, wahrscheinlich aus demselben Grund. Ich versuchte meinen Körper etwas anzuheben, aber auch diese Bewegung wurde schnell unterbunden. Meine Eier waren an irgendetwas fixiert. Es fühlte sich an, als ob ein schwerer Metallring um sie rum war. Der Betonblock war hinten höher als vorne und so war mein Arsch gut erreichbar auf Nutzerhöhe.

Wasser, stöhnte ich leise, bitte Wasser!

Aber ich hörte nur das hämische Gelächter von Hamet hinter mir. Nun hat dir unser Herr schon ein komfortables Einzelzimmer gegeben, und nun rufst du auch noch nach dem Roomservice, spottete er. Du hast noch viel zu lernen, du kleine Ratte. Bevor du was zu trinken bekommst musst du erst einmal etwas leisten. Weißt du, die Tradition will, dass die neuen Sklaven in den ersten beiden Tagen den Angestellten gehören. Das ist quasi mit der Gewerkschaft so ausgehandelt. Tayyib Agha meint, so kämen die vielen unausgelasteten Wachleute, Leibwächter, Köche und Hausmeister nicht auf dumme Gedanken. Es ist heiß, und im Sommer kochen die Eier. Und die Erfahrung zeigt: Gut eingerittene Sklaven sind die dankbarsten! Ich bin ja gespannt, ob du wirklich so eine gute Fickmatratze bist, wie Recep Abu behauptet hat. Aber wenn du tatsächlich ein ganzes Dorf versorgt hast, wird dir das hier wahrscheinlich wie Urlaub vorkommen. ... Aber bevor ich die anderen herein lasse, werd’ ich dich erst selber mal ausprobieren, du dreckige Schwuchtel. Ich werd’ dich ficken, bis dir dein Arsch zum Maul raus kommt!

Ah, ja. Dreckige Schwuchtel. Das hatte ich seit zuhause nicht mehr gehört, aber scheinbar musste ich mich hier wieder daran gewöhnen. Die schönen Zeiten mit Recep Abu waren vorbei. Aber vielleicht hatten mir die harten Zeiten doch gefehlt, denn mein Schwanz wurde bretthart... Hamet stand hinter mir, ich hörte, wie er sich in die Hand spuckte, spürte seine Finger an meinem Loch, ... und dann seinen Schwanz, den er wie einen Rammbock in mein Loch donnerte. Das Ding musste gewaltige Ausmaße haben. Es kam zwar nicht aus dem Hals raus, aber das Zwerchfell schien es fast zu durchstoßen. Hamet fickte mich mit einer Gewalt, als würde ein wilder Bulle mich aufspießen. Aber ich war so fest auf dem Betonklotz fixiert, das ich nicht das kleinste bisschen ausweichen konnte. Ich schrie und stöhnte und Hamet tat das auch. Er schlug mir beim Ficken immer wieder mit der flachen Hand auf den verstriemten, roten Arsch, während er seinen riesigen Schwanz mit ungeminderter Wucht in mich hinein hämmerte. Mann, was konnte der ficken. Und Ausdauer hatte er auch noch. Es schien mir eine halbe Ewigkeit zu sein bis ich spürte, dass er sich im Fleisch meiner Arschbacken verkrallte, sein Keuchen und Schreien zu einem Röhren wurde und er mir seinen Saft tief in die Eingeweide spritzte. Er blieb keine Sekunde länger in mir drin. Sofort riss er seinen Schwanz raus, wischte ihn mit den Fingern ab, verschmierte den Schleim auf meinem Arsch und ging weg von mir. Ich dachte er ginge raus, aber dann hörte ich einen Wasserhahn laufen.

Na, Drecksschwuchtel, wie war das für den Anfang? Wenn ich deinen Schwuchtelschleim abgewaschen habe, dann bekommst du noch was von mir!

Oh, Scheiße, hoffentlich nicht noch mehr Schläge. Einen Gürtel hatte er ja bestimmt dabei.

Desinfektion!, hörte ich ihn hämisch grunzen. Dann ergoss sich ein warmer Regen über mich. ... Pisse! Was sonst.

Normalerweise finde ich es ja überhaupt nicht schlimm angepisst zu werden. Im Gegenteil. Ich liebe die warmen, würzigen Ströme, die über meinen Körper laufen, zwischen die Beine, am Schwanz entlang. Aber richtig interessant wird es für mich erst, wenn man mir ins Gesicht pisst. Und ich dann das Maul aufmache und die ganze gelbe Soße in meine offene Fresse hinein plätschert.

Aber dieses Mal hatte die warme Pisse einen Effekt wie reiner Alkohol. Alle meine Striemen und Wunden, die ich von der brutalen Behandlung Tayyibs Aghas hatte, brannten wie Feuer. Und Hamets Blase war übervoll. Gefühlte Liter ergossen sich über mich, rannen meinen Körper herunter, vereinigten sich auf dem Betonboden zu kleinen Bächlein, die sich in dem Abfluss unter meiner Nase sammelten. Dieser Abfluss war etwas vertieft und ... verstopft. Ziemlich verstopft jedenfalls. Hamets Pisse lief schneller nach, als sie in den Löchern versickerte, so dass sich unter meinem Gesicht eine tiefe Pfütze bildete.

Du wolltest doch was zu saufen, Schwuchtel, bedien’ dich, bevor es abgelaufen ist. Was anderes wirst du hier nicht kriegen!

Mein Mund war trocken wie die Wüste Gobi, und ich schmeckte immer noch die Asche von dieser ekligen Zigarre. Sie knirschte noch zwischen den Zähnen. Ich brauchte dringend etwas zu trinken. Aber das hier? Aus dem dreckigen Abflussloch? So hart im Nehmen und so pissegeil, wie ich damals auch schon war, hatte ich doch einen erheblichen Ekel davor und konnte mich nicht dazu überwinden, meinen Kopf etwas sinken zu lassen und die Brühe aufzuschlabbern. ... Und ich zögerte zu lange. Als ich beschloss, dass Hamets Pisse hier vor mir besser war als nichts, und ich schon die Zunge ausstreckte um mich daran zu erfrischen, waren die letzten Tropfen durch das einzige Loch im Abfluss, das noch etwas durchlässig war, abgelaufen. Zu spät.

Tja, Pech gehabt Schwuchtel. ... Aber vielleicht gibt es ja noch Nachschlag.

Ich hörte, wie er seinen Reißverschluss hoch zog, spürte wie er noch einmal auf mich drauf spuckte. Dann ging er raus. Als er die Tür offen hatte rief er hinaus: IHR KÖNNT REIN KOMMEN! ... ALLES BEREIT! ... BIER UND RAKI SIND HEUTE FREI! ...

Ein paar Leute schienen schon draußen gewartet zu haben. Fußgetrampel und Stimmengewirr.

Mann, wird aber auch Zeit. Ich muss so dringend pissen. Das andere Klo ist abgeschlossen. Mach Platz! ... Bier? Wo ist das Bier? ... Mach’ mir auch eins auf ... Wer will ’nen Schnaps? ... Auf den Chef ... Ja, auf Tayyib Agha! ... Ist das der Neuzugang? ... Da läuft ja noch Hamets Soße aus dem Loch ... Da spritz’ ich meine gleich dazu ... Hat mal jemand einen Flaschenöffner? ...

Gegröle und Gelächter von ausgelassenen Männern. Mir wurde auch ganz schnell klar, wozu die Rinne diente, die in meinen Abfluss mündete: Sie war mit den Pissrinnen verbunden, die an drei Wänden mein nettes, kleines Einzelzimmer zierten. Und bald war die Pisse, die der Erste, der gleich rein gestürmt war, an die Blechwand der Pissrinne gesetzt hatte, durch das natürliche Gefälle bis zu mir gelaufen und bildete wieder einen kleinen See direkt unter meinem Maul. Diesmal konnte ich nicht anders. Ich soff die warme Soße mit tiefen Zügen. Sie stand so hoch, dass ich gar nicht erst schlabbern musste, sondern das warme Nass einfach in mich hinein saugen konnte, was nicht unbemerkt blieb und wieder Gegröle und abfällige Schwuchtelsprüche provozierte.

Und dann wurde mir der erste Schwanz in den Arsch geschoben. Wieder Geschrei, anfeuernde Rufe, Schläge auf meinen Arsch und Gerammel, als gäbe es einen Preis zu gewinnen. Man wechselte sich ab, man schubste sich von meinem Loch weg, man rangelte darum. Ich hörte Flaschen zischen, hörte wie man anstieß und je besoffener die Gesellschaft wurde, desto hemmungsloser wurde sie auch. Ich habe nicht die geringste Idee wie viele es waren. Es war ein stetes kommen und gehen, aber außer Stiefeln und Schuhen sah ich nichts von den Gästen der ausgelassenen Feier. Mein Wimmern und Stöhnen ging in den Geräuschen des Gelages völlig unter. Und immer ... immer hatte ich einen Schwanz in meinem Loch. An Pisse gab es auch keinen Mangel. Das viele Bier tat seine Wirkung. Einen Teil bekam ich über die Pissrinne geliefert, aber das Meiste pissten die Kerle einfach über mich drüber, während mich irgendjemand fickte. Die Jungs hier hatten das schon besser drauf, als die armen Dorftrottel die zuhause über mich drüber gestiegen waren. Noch nie war ich so geil geworden, egal wie fertig sie mich auch machten.

Irgendwann hatte dann doch jemand die Idee mit dem Gürtel, und mein armer Arsch bekam noch einen Haufen kräftiger Schläge von dem besoffenen Haufen bulliger Kerle. Jeder laute Schrei den ich ausstieß wurde wieder mit Johlen und Grölen gefeiert und der Nächste bemühte sich dann, mich zu noch lauterem Geschrei zu bringen. Und dann wurde wieder gefickt, was das Zeug hielt. Ich wette, Tayyib Agha hatte nicht nur für Bier und Raki gesorgt, sondern seine Leute auch mit den indischen Schwanzpillen von Recep Abu versorgt. Jedenfalls machte niemand schlapp.

Türkische Feste sind lang, aber selbst sie haben auch einmal ein Ende. Der Alkohol tat seine Wirkung und nach und nach wankten die ermüdeten Kämpfer hinaus. Ein paar wenige blieben noch, aber die waren mehr an den Getränken, als an meinem Loch interessiert. Irgendwann war nur noch einer übrig. Und der saß in der Ecke hinter mir und schnarchte. Ich war wund am ganzen Körper, innen und außen, und so erschöpft, als hätte ich die Cheopspyramide ganz alleine gebaut. Ich schlief ein. Trotz Fesselung, festgebundenen Eiern und Nase in der Ablaufrinne, schlief ich ein.

Es kümmerte sich auch niemand um mich. Man ließ mich einfach auf dem kalten, nassen Betonblock hängen. ... Bis ... vielleicht am Morgen ... ein weiterer Eimer kaltes Wasser mich weckte.

Es war nicht Hamet, sondern irgendeine gute Seele – oder der Hausmeister – der mich mit einem Lappen trocken rieb und mit einer Salbe am ganzen Körper eincremte. ... Naja, Vieh, das man verkaufen will hält man ja auch gut in Schuss. Als er fertig damit war, stellte er sich irgendwo an die Wand, ich konnte das Geplätscher seiner Pisse an der Blechwand hören und bald hatte mein Abflussloch genug Wasserstand, dass ich wieder was zu schlucken hatte.

Eine Zeitlang war nun Ruhe. Aber nach und nach nahm der Publikumsverkehr wieder zu. Allerdings hatte kaum einer mehr Lust oder Zeit sich meinem Loch zu widmen. Man kam eher zum Pissen und Händewaschen. Irgendwann kam dann noch einmal ein Pulk der sich an meinem Loch gütlich tat, das nun schon so aufgefickt war, dass selbst Hamets Riesenlatte gut hinein gepasst hätte. Aber Bier und Schnaps waren wohl weg gesoffen, und so zogen sie, nachdem der eine oder andere noch in mich hinein gespritzt hatte, wieder ab. Ich fiel wieder in eine Art Halbschlaf.

Aus diesem wurde ich nicht durch kaltes Wasser geweckt, sondern durch einen Peitschenschlag, der mich quer über den Rücken traf. Ich schrie auf.

Merhaba, Sklavenschwein. Gut geschlafen? ... Du hast jetzt genug Vergnügen gehabt. Sei froh, dass dich Tayyib Agha nicht noch mal sehen will. Du kommst jetzt erst mal zu den anderen Schweinen.

Ich sah ihn unter seinem üppigen Vollbart böse grinsen. Er löste meine Hals– Hand– Fuß– und Eierfesseln und zog mich an meinem Halseisen hoch. Dabei löste sich irgendwie der Karabiner, der es zusammen hielt, mein Kopf rutsche heraus und er hielt das Halseisen in der Hand.

Verdammt! So geht das nicht! Diese Scheiß Karabinerhaken. War Hamet wieder zu faul, die Eisen richtig festzumachen. ... Du bleibst hier, dreckige Schwuchtel. Komm’ nicht mal auf die Idee abhauen zu wollen. Du kommst keine zehn Meter weit, und dann wird Tayyib Agha wirklich wütend auf dich sein. Und ich muss dir ja bestimmt nicht erklären, was das für dich bedeuten würde.

Er ging raus und ließ mich tatsächlich ungefesselt zurück. Vielleicht wäre das jetzt die Gelegenheit gewesen die Flucht zu versuchen, aber als ich an all die bewaffneten Gestalten dachte, die mir und Recep Abu begegnet waren, verwarf ich den Gedanken. Ich war ohnehin so erschöpft, dass ich keine hundert Meter hätte laufen können. Aber immerhin konnte ich die Zeit nutzen mich zu dehnen, zu recken, zu strecken und auch gleich am Waschbecken ordentlich Wasser zu trinken. Immer nur Pisse ist eben auch nicht das Wahre. Lange blieb ich nicht alleine. Der Typ kam mit Verstärkung zurück. Zwei bullige Brecher waren seine Begleitung. Und er hielt etwas in der Hand, was wie eine Mischung von einem riesigen Bolzenschneider mit einer Pumpgun aussah. Ich erschrak. Was würde das denn werden?

Haltet ihn gut fest. Zuerst die Beine.

Die beiden taten wie ihnen geheißen wurde und pressten meine Beine fest auf den Boden. Der Vollbart fummelte die Karabinerhaken aus meinen Fußfesseln, setzte das Gerät an den Schellen an und drückte einen Abzug, wie bei einer Pistole. Ein leiser Knall und das Knirschen von gequetschtem Metall waren zu hören und es zuckte, wie bei einem elektrischen Schlag durch mein Bein. Mit dem zweiten Loch der Schelle verfuhr er genauso. Dann nahm er sich die andere Fußfessel vor. Als er damit fertig war, war der Ring um meine Eier dran. Mit Entsetzten sah ich, wie er das gefährlich aussehende Instrument direkt neben meinen Eiern ansetzte, und ploff ploff, zwei Mal abdrückte. Als er die Prozedur an meinen Armfesseln wiederholte sah ich erst, was er da machte. Er nietete meine Fesseln zusammen. Das Gerät war eine Druckluftnietenzange. Damit hätte man eine Pipeline zusammen bauen können! ... Er nahm es für meine Fesseln. Schließlich war nur noch das lose Halseisen übrig. Er hielt es aufgeklappt in den Händen.

Komm her!, befahl er und mir blieb nichts anderes übrig, als meinen Hals freiwillig hinein zu stecken und es ihn schließen zu lassen. Sie drückten meinen Kopf hart auf den Betonklotz und der Vollbart setzte die letzten drei Nieten. Es knallte entsetzlich laut neben meinem Ohr und heftige Schmerzimpulse jagten durch meinen Hals. Dann saß das Eisen fest!

Er zerrte daran und nickte zufrieden mit dem Kopf. So, das hält. Da braucht man schon einen Schweißbrenner um die wieder abzukriegen. Er sah seine Begleiter an. Danke für die Hilfe. Wenn die Schweine wild rum zucken, geht auch schon mal ein Schuss daneben. ... Wollt ihr ihn vielleicht nochmal ficken, bevor ich ihn weg bringe?

Ach, nein, ... ich hab’ noch so ’ne dicke Birne von gestern, bloß nicht mehr ficken!, meinte der eine.

Aber klar, grunzte der andere gierig. Meine Alte ist schon wieder schwanger und lässt mich nicht ran. Und in meinen Eiern brodelt’s!

Der Vollbart sah mich an und zeigte auf den Betonblock. Hörst du nicht, Schwuchtel. Los! In Position!

Diesmal wurde darauf verzichtet mich festzubinden. Wie ein pawlovscher Hund präsentierte ich mich und ließ den armen Schwangerschaftsgeschädigten willig seine Ladung in mich rein spritzten. Ich durfte ihm auch noch den Schwanz sauber lutschen an dem nicht nur sein Schleim hing, sondern auch der von seinen vielen Vorgängern.

Der Vollbart klinkte nun eine Kette in mein nunmehr stabiles Halseisen ein und zog mich grob von dem Bock runter.

Beeil’ dich Schwuchtel, sonst verpasst du das Mittagessen! Er lachte böse und zerrte mich zur Tür. Ich stolperte hinter ihm her, aber er deutete auf den Boden. Los, du Schwein. Runter! Schweine sind Vierbeiner! Er zerrte mich raus auf den Flur, ein paar Stahltüren weiter, öffnete eine und schob mich mit einem Tritt in den Arsch hinein.

Es war düster und roch nach Schweiß und Pisse. Hier waren meine Kollegen, oder Schicksalsgenossen, wie immer man es auch nennen mag. Der Raum war länger und schmaler als das Klo, in dem ich die letzten vielen Stunden verbracht hatte. Auf einer Seite waren sechs Schweinegatter nebeneinander gruppiert. In fünf der sechs sah ich zusammengekauerte Gestalten liegen. Die Schweineboxen waren eng, durch Gitter voneinander getrennt, nach oben offen und hatten hinten eine Tür.

Vollbart schob mich grob in die leere Box hinein, quetschte sich dazu, befestigte mein Halseisen, mit der Kette – diesmal mit Vorhängeschlössern – an dem Ring der auch hier im Boden fest betoniert war. Zum Glück ließ mir Vollbart ein bisschen mehr Bewegungsfreiraum als Hamet das auf dem Betonklotz getan hatte. Die Kette an der ich nun fest gemacht war, war einen halben Meter lang. So war mein Kopf immerhin nicht die ganze Zeit zu Boden gezwungen. Hände und Füße ließ er ungefesselt, meine Eier allerdings, wurden auch wieder an so einem Ring im Boden fixiert. Aber auch da blieb mir so viel Bewegungsfreiheit, dass ich zumindest bequem auf allen Vieren in meiner Schweinebox hocken konnte. Überhaupt war es hier viel komfortabler als auf dem Klotz. Auf dem Boden lag eine Gummimatte wie sie in modernen Kuhställen, in denen es keine Streu mehr gibt, eingesetzt wird. Im Vergleich zum nackten Beton ein wahrer Fortschritt in der Nutztierhaltung. Ich hatte sogar Platz mich gekrümmt hinzulegen, was ich erschöpft wie ich war auch gleich tat, als Vollbart die Gittertür hinter mir zu klappte, und sie dann an mich ran schob, bis sie meinen Arsch berührte.

Dieses System nutzt man normalerweise bei Muttersäuen, die Ferkel bekommen, damit sie ihren Nachwuchs nicht gleich platt walzen. – Vor mir in der Wand war ein rundes Loch, mit einem Durchmesser, dass ein Kopf durch passte. Es war allerdings von der anderen Seite durch ein Holzbrett verschlossen. Als Vollbart mit seiner Arbeit fertig war, gab er mir noch einen schmerzhaften Schlag auf den verstriemten Arsch und ging.

Viel Spaß noch, ihr Schweine!, flötete er ironisch im raus gehen, fing an ein Liedchen zu summen und ließ die Stahltür mit einem Krachen ins Schloss fallen.

Was hat er gesagt?, hörte ich einen meiner Mitgefangenen auf Deutsch fragen.

Keine Ahnung, ist ja auch egal. Wir sind eh verloren ..., antwortete ein anderer, ebenfalls auf Deutsch.

Er hat uns Schweinen noch viel Spaß gewünscht!, übersetzte ich.

Du kannst deutsch? Das ist ja Klasse! Kannst du vielleicht auch russisch?, hörte ich die erste Stimme.

Nein, tut mir leid, nur deutsch und türkisch ... und ein bisschen englisch!

Schade, aber immerhin kannst du uns ja dann übersetzen, was die Schweine von uns wollen.

Die Schweine, so dachte ich, das sind doch wir. Aber alles ist ja immer eine Frage der Perspektive.

Du bist neu hier, nicht wahr. Kommst du gerade vom Betonblock?, hörte ich wieder die erst Stimme fragen.

Ja, ... und vorher hatte ich noch eine heftige Begegnung mit der Peitsche von Tayyib Agha.

Oh Scheiße, du Armer. Das ist Antony auch passiert. Er hat ihn fucking asshole genannt. Das hat ihm gar nicht gefallen.

Ich hab’ bloß Monster gesagt, aber das hat auch schon gereicht, dass er mich bis zur Ohnmacht ausgepeitscht hat. Aufgewacht bin ich dann auf dem Betonblock. Und jetzt bin ich hier.

Und? Ist der Abfluss mittlerweile repariert?, fragte die zweite Stimme.

Nee, keine Spur. Immer noch ein kleiner See, wenn die Pissrinnen benutzt werden. Habt ihr eine Ahnung was die mit uns vorhaben?

Na was wohl. Die werden uns verkaufen. Sklavenmarkt ... du verstehst. Mit ein bisschen Glück bekommt man einen einigermaßen humanen Besitzer, aber es wird gemunkelt, dass die, für die es keine Abnehmer gibt, an Organhändler weiter verschoben werden. Ich hoffe ja, das sind Gerüchte um uns Angst zu machen ... aber seit ich hier bin, glaube ich nicht mehr an das Gute im Menschen.

Man findet Güte meist da, wo man sie am wenigsten vermutet. Das hat mein Herr, oder vielmehr mein letzter Herr gesagt. Er ist ein kluger Mann!, sagte ich um ein wenig Trost zu spenden.

Und? Was ist aus ihm geworden?

Ich zögerte einen Moment mit der Antwort. Naja, er hat mich verkauft. ... Vielleicht hast du ja doch recht. Aber trotzdem. Du weißt doch, wie man sagt: Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich alles zum Guten wendet.

Dein Optimismus in allen Ehren, aber Poesiealbumsprüche werden uns hier auch nichts nützen.

What the hell are you talking about?, hörte ich nun aus einer der anderen Boxen.

Es war ein schwarzer, junger Mann, ein bisschen älter als ich und soweit ich sehen konnte muskulös und kräftig gebaut. Er hob etwas schwerfällig seinen Kopf und sah zu mir rüber. Er hatte dasselbe Halseisen um wie ich und war genauso angekettet. Einer von den beiden Deutschen übersetzte für ihn und er lachte höhnisch. Aber ich ließ mich nicht entmutigen.

Ich heiße Orkan. ... Und wer seid ihr?

Es stellte sich heraus, dass wir ein ziemlich multinationale Schweinetruppe waren. Die beiden Deutschen hießen Lars und Rolf. Rolf wohnte direkt neben mir. Die beiden hatten sich gleich nach dem Abitur einen Traum erfüllen wollen. Sie waren mit den Fahrrädern unterwegs nach Armenien gewesen und wollten unterwegs den Berg Ararat besteigen. Sie waren auch tatsächlich nach zwei Monaten dort angekommen, verliefen sich aber beim Aufstieg und trafen unterwegs eine sehr ’nette’ Truppe von einheimischen Jägern, die, wie sie sagten Wildschweine jagen wollten, weil die sich so vermehrt hätten und ihre Felder durchwühlten. Einer von ihnen hatte einmal für Tayyib Agha gearbeitet und wusste, dass der auch immer auf der Jagd nach Schweinen war. Am besten Ungläubigen, deren Spuren schlecht zu verfolgen waren. Und so waren Lars und Rolf ein unverhofftes Zubrot für die Jagdgesellschaft geworden. Nach einer ausgelassenen Feier mit ihren neuen Freunden waren die beiden gefesselt und geknebelt im Laderaum eines Viehtransporters wach geworden, der schlachtreife Lämmer quer durch’s Land nach Istanbul brachte. Der Schlachthof für den sie bestimmt waren gehörte auch Tayyib Agha, dessen Leute die Fracht in Empfang nahmen und die beiden hierher gebracht hatten.

Das war vor etwa sechs Wochen gewesen. Sie hatten auf dem Betonklotz dann zum Einstand ähnliches erlebt wie ich, für sie war es aber weitaus schlimmer gewesen, weil sie durch und durch heterosexuell waren, wie Lars betonte, und noch nie einen Schwanz im Arsch gehabt hatten. Und so war das Einreiten für die beiden äußerst schmerzhaft und erniedrigend gewesen. Ich konnte dem ganzen ja immerhin noch eine Portion Geilheit abgewinnen, aber für die beiden war es die Hölle gewesen. Aber ihr Widerstand war längst gebrochen worden, denn sie konnten nichts tun, um sich zu wehren. Und mit der Zeit, so gestand mir Rolf, würde es ihm immer mehr gefallen. Unsere Wärter seien zwar grob und brutal und würden kaum eine Gelegenheit auslassen sie mit ihren immer steifen Schwänzen durchzuficken, aber inzwischen müsse er sich eingestehen, dass es genau das war, wonach er sich immer gesehnt hatte. Geile, unersättliche, grobe Kerle mit immer steifen Schwänzen. Ich wunderte mich über seine Ehrlichkeit aber konnte ihn gut verstehen, denn mir war es ja kaum anders ergangen. ... Dankbar dachte ich an das indische Hilfsmittel von Recep Abu. Hier kam es wohl häufig zum Einsatz.

Der schwarze, junge Mann, war Antony, ein Amerikaner, der für eine Hilfsorganisation Brunnen im Irak gebaut hatte. Er hatte bei einem Ausflug mit dem Motorrad, den er gegen alle Empfehlungen alleine gemacht hatte, eine Panne gehabt und seine Pannenhelfer waren nicht vom irakischen Autoclub gewesen, sondern eine Bande von Drogen– und Menschenhändlern. Es war ähnlich gelaufen wie bei Rolf und Lars: Abends eine große Feier bei der ordentlich Opium geraucht wurde, und aufgewacht war er hier, 2000 km von seinen Brunnen entfernt, fest gekettet an besagtem Betonklotz. Er konnte sich an nichts erinnern. Wahrscheinlich hatten sie ihm auf dem Transport immer wieder Mohnsaft eingeflößt, wie mir damals meine Tante, als sie mich aus Deutschland verschleppt hatte. Er war schon hier gewesen, als Rolf und Lars angekommen waren. Antony sprach nur Englisch.

Die letzten beiden waren Jean und Sergeij, ein Franzose und ein Russe, auch etwa in unserem Alter. Beide waren, unabhängig voneinander in einer schwulen Sauna von einem megageilen türkischen Hengst aufgerissen worden. Sie machten den verhängnisvollen Fehler mit ihm ’nach Hause’ zu fahren. – Und so waren sie hier gelandet. Jean sprach außer seiner Muttersprache noch englisch und Sergeij neben russisch etwas französisch. So war die Kommunikation zwischen uns ziemlich schwierig. Nur türkische Kommandos wie Kaldir götünü! (Arsch hoch!), Aç aðzini! (Maul auf!), Yut ibne! (Schluck’ du Schwuchtel!), Çabuk hizli! (Schneller!), Sok köküne kadar! (Tiefer) und Yemek! Köpekler! (Essen, ihr Hunde!), verstanden inzwischen alle ganz gut.

Die Ausbildung die man hier durchlief ähnelte sehr meiner Karriere in Ҫamur Ҫukuruk: Man lernte sich in allen denkbaren Stellungen ficken zu lassen, man lernte Schwänze bis zum Anschlag zu blasen ohne sie zu beißen, man lernte Sperma und Pisse zu schlucken und man lernte Gehorsam und Respekt. Einen Unterschied gab es allerdings. In Ҫamur Ҫukuruk hatte ich nur Bekanntschaft mit Mahmouds Gürtel gemacht, während die hiesigen Ausbilder über ein großes Arsenal von Schlaginstrumenten, vor allem Peitschen, verfügten, das sie auch oft, und gerne auch mal ohne Grund anwendeten. Sie wollten unseren Willen brechen und uns für unsere neuen Besitzer gefügig machen. ... Und ich hatte das Gefühl, dass das auch ganz gut funktionierte.

Gefüttert wurde man zweimal täglich und einmal täglich kam einer der Wärter und duschte die Gefangenen mit einem Wasserschlauch ab, verabreichte bei dieser Gelegenheit jedem eine Analspülung, damit jeder jederzeit verfügbar war und spritzte dann mit dem Schlauch, so wie es sich gehört, den Schweinestall aus. Das alles erzählte mir Rolf leise flüsternd, denn den Schweinen war es verboten miteinander zu reden.

Die Tür ging auf und einer von den Wärtern kam herein. Futter, ihr Schweine!

Jetzt musst du schnell sein, zischte Rolf halblaut zu mir herüber, die lassen die Futterluke immer nur fünfzehn Sekunden offen. Wer dann noch nicht durch ist, hat Pech gehabt und bekommt nichts zu fressen.

Ich sah, wie er sich in Position brachte und tat es ihm nach. Da begann das Brett auf der andern Seite der Luke auch schon sich zu heben. Nicht gleichmäßig und automatisch, wie dein Blasloch hier, sondern man sah, dass es Ruckweise geschah. Von jemandem hochgezogen. Schnell kroch ich ein Stückchen vor und steckte meinen Kopf hindurch. Die Kette an meinen Eiern zog sich dadurch ziemlich straff.

Zuerst sah ich kaum etwas, denn es war viel dunkler als in unserem Stall. Aber nach einigen Sekunden hatten sich meine Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt. Mein Kopf hing nun über, nein eigentlich in einem Fresstrog. Er verlief über die ganze Länge unserer Schweineboxen. Ein Fresstrog für alle. Über unsern Köpfen war eine lange durchgehende Holzbohle, die man zur Befüllung wahrscheinlich aufklappen konnte. Ich kannte das Prinzip aus manchen Ställen. Damit wurde verhindert, dass das Vieh das Futter zu früh sah und Rangeleien um die besten Plätze begannen.

Schieb’ deinen Kopf ganz durch. So weit, wie es geht, hörte ich Rolf neben mir flüstern.

Ich folgte seinem Rat und rutschte so weit vor, dass meine Schultern an den Kanten der Futterluke klebten. Die Eierkette wurde noch mehr gespannt. Trotzdem war das ein sehr guter Rat gewesen, denn jetzt zog wieder jemand an Strippen, wodurch von oben und unten gleichzeitig ... wie soll ich es nennen ... zwei hölzerne Prangerhälften um unsere Hälse gebracht wurden. ... Verstehst du was ich meine? Wie bei einem Pranger eben, nur dass die Hände nicht auch fixiert waren.

Ich nicke. Ich kann es mir sehr gut vorstellen und in meiner Schwanzschelle wird es mal wieder eng.

Nun hätten wir unsere Köpfe, selbst wenn wir es gewollt hätten nicht mehr aus den Luken zurückziehen können. Die Prangerhälften reichten bis zu meinem Halseisen. So hockten wir zur Fütterung bereit mit lang gesteckten Hälsen und lang gezogenen Eiern und warteten. ... Man ließ sich Zeit. Hinter uns, im Stall, hörte ich Geräusche. Metall auf Metall. Quietschen schlecht geölter Scharniere und Laufschienen.

Jetzt versuch’ dich zu entspannen, kam ein neuer geflüsterter Tipp von Rolf.

Leicht gesagt, wenn man mit lang gezogenen Eiern, brennenden Striemen auf Arsch und Rücken, grollendem Loch und hungrig in einem Futtertrogpranger hängt. Aber ich gab’ mir Mühe und wendete ein paar Atemübungen an, die mir Recep Abu auf unserer Fahrt durch’s Land beigebracht hatte.

Vom anderen Ende des Troges, wo der Franzose logierte, drang ein schmerzhaftes Aufstöhnen und jammernde Geräusche zu uns. Drei, vier Mal ein Auuuahh und ein Merde ... non ... non!. Dann hörte ich, wie eine Gattertür geschlossen und die Nächste geöffnet wurde. Wieder metallisches Quietschen. Antony, der junge Schwarze, war dort untergebracht. AAAhhh ... holy shit ...no, no, don’t do that, hörte ich ihn jammern. Höhnisches Gelächter und ein knallender Peitschenschlag. Dann war Ruhe. Nur die Scharniere quietschten wieder.

Rolf? ... Was treiben die da mit uns?, fragte ich flüsternd meinen Nebenmann, während man Sergeij irgendetwas auf russisch jammern hörte.

Sind dir die dicken Bolzen aufgefallen, die vorne wie eine Anhängerkupplung geformt sind? Die mitten an den Türen von den Boxen hängen? Die sind nicht zur Zierde da! Die kann man hochklappen und in der Waagerechten auf Arschhöhe feststellen. Und wenn man dann die Türen wieder vorschiebt, dann spießen einen die Teile auf. ... Tut erst mal ein bisschen weh. Scheiß Metall! Aber man gewöhnt sich dran. Die sind nicht viel länger als ein großer Schwanz. So sind hier die Tischsitten nun einmal. Kein Futter ohne Pflock im Arsch.

Inzwischen waren der oder die Wärter bei Lars angekommen. Der schrie besonders laut, wobei es in meinen Ohren mehr nach Geilheit als nach Schmerz klang. Diesmal war kein Lachen zu hören, sondern nur zwei kommentarlose Peitschenschläge, die mutmaßlich auf Lars’ Rücken landeten.

Und versuch’ nicht zu schreien. Die Peitschen, die die beim Füttern benutzen, sind echt fies!, raunte Rolf mir zu, bevor er selber an der Reihe war. Mehr als ein uuummmpf gab er nicht von sich. Einen Moment war er ganz ruhig, konzentrierte sich auf den Metallbolzen, der ihn jetzt aufspießte, stieß dann einen tiefen Seufzer aus, drehte den Kopf wieder zu mir und rang sich ein Lächeln ab.

Siehst du. Gar nicht so schlimm ...

Dann waren sie bei mir. Quietschend löste sich die Gittertür von meinem Arsch, was zuerst sehr entspannend war. Dann spürte ich, wie eine schwielige Hand mir einen Batzen Schmierfett auf’s Loch klatschte. Gottseidank! Schmiere!, dachte ich und erinnerte mich an das Melkfett, das mir in Ҫamur Ҫukuruk immer eine große Hilfe gewesen war. Dann spürte ich den dicken Metallkopf des Bolzens an meinem Loch, hörte wie die Gattertür wieder in meine Richtung geschoben wurde und fühlte das kalte, raue Metall in meine Votze eindringen. Unerbittlich. Immer tiefer. Ich versuchte den Schmerz weg zu hecheln, war doch mein Loch vom Einreiten auf dem Betonklotz noch sehr gereizt. Der Schmerz war auszuhalten, aber das Brennen, das sich in meiner Votze ausbreitete war schon sehr unangenehm. Aber auch das würde vergehen. Ich hörte auf zu hecheln, atmete wieder normal und versuchte meine Arschmuskulatur zu überreden, sich zu entspannen. Dann spürte ich endlich die Gitter der Boxentür an meinen Arschbacken. Der Bolzen war bis zum Anschlag rein geschoben. Ich sah wieder rüber zu Rolf.

Ist er drin?, fragte er mit halb schmerzhaften, halb lüsternem Grinsen.

Ich nickte. Ja, er ist drin!, sagte ich und grinste zurück.

Der Bolzen und die Gittertür pressten mich jetzt fest in die Futterluke hinein. Von Bewegungen meines Hinterteils sah ich ab, denn der festgestellte Bolzen würde sich nicht mitbewegen, sondern ich würde mich selber noch mehr darauf spießen. Das Brennen in meiner Votze ließ auch langsam nach. Ich hörte meinen Magen knurren. Immerhin gäbe es jetzt ja wenigstens was zu essen. ... Hinter uns fiel die Tür ins Schloss.

Und das machen die zwei Mal am Tag mit uns?, fragte ich meinen Nebenmann.

In der Regel schon. Außer, wenn sie uns mal einen Tag hungern lassen. Aber glaub’ mir, das ist noch schlimmer. Mit knurrendem Magen sind Peitschenschläge viel schmerzhafter als ohne, habe ich gemerkt.

Und wie ist das Essen?

Rolf lachte. Stell’ dir einen Eimer mit aufgekochten Küchenabfällen und Essensresten vor, die leicht püriert werden. Die machen das mit so einem Aufsatz für die Bohrmaschine, mit dem man normalerweise Farbeimer durch rührt. Ich war mal dabei. Die geben sich richtig Mühe für uns. ... Im Prinzip essen wir ja dasselbe wie sie, nur anders angerichtet. ... Also fast wie bei Muttern! Er lachte wieder bitter. Immerhin schien er eine Art Galgenhumor entwickelt zu haben. Aber das dauert noch ein bisschen, bis serviert wird. Wir sollen die Vorfreude auf das köstliche Menü wohl voll auskosten können. Die machen jetzt erst mal Pause. Das kann noch dauern.

Es dauerte wirklich noch eine ganze Zeit lang. Die Stellung wurde immer unbequemer; wenn ich versuchte meine Beine ein wenig anders zu stellen, zwang mich der Bolzen in meinem Arsch sofort wieder die alte Position einzunehmen. Endlich wurde die Klappe über uns aufgemacht. Das helle Licht blendete mich. Aber dann konnte ich über den Rand des Futtertroges hinweg blicken. Der Fußboden schloss mit der Kante ab. Direkt vor mir sah ich ein Paar Gummistiefel. Bei einem Blick zur Seite bemerkte ich zwei weiter Paare. Drei Wächter für die Fütterung! Ich verdrehte den Hals nach oben und erkannte Vollbart, der grinsend über mir stand und einen Blecheimer in der Hand hatte.

Hier, ihr Schwuchteln, euer Mittagessen!

Er ging langsam am Trog entlang und kippte den Inhalt des Eimers schubweise vor uns aus. Die Beschreibung von Rolf war ziemlich treffend gewesen. Eine undefinierbar riechende, breiige, glibbrige Substanz, mit einigen festen Stückchen von Fleischresten und Zwiebeln ergoss sich vor mir in den Trog. Als ich das sah und roch, dachte ich wehmütig an den Ziegenmilch-Haferbrei meiner Tante. ... Aber wie sagt man so schön? Hunger ist der beste Koch. So versenkte ich meinen Kopf in dem noch warmen Gematsche, schlürfte, leckte und schmatzte das Zeug in mich hinein. Es war gar nicht so einfach ohne Hände zu essen, und der Biotonneneintopf klebte bald in meinem ganzen Gesicht. Die Wächter standen über uns und sahen ihren Schweinen feixend, lachend und rauchend beim fressen zu. Ab und zu aschte einer in den Trog.

Verdammt!, hörte ich einen von ihnen fluchen, wir haben ja die Würze vergessen!

Ich schmatzte weiter das Futter in mich hinein, als ich etwas Warmes auf meinen Kopf plätschern spürte. Pisse! Die Wärter pissten uns ins Essen! Da standen sie, zu dritt in ihren Gummistiefeln, hatten ihre Schwänze raus geholt, die Zigaretten noch im Mundwinkel hängen und pissten in unseren Trog. Jeder ließ seinen Strahl nach rechts und links schwenken und sie amüsierten sich königlich. Die Pisse mischte sich schnell mit dem Futter und ich muss sagen, es schadete dem Geschmack eher nicht, sondern gab dem Ganzen eine würzige Note. Die Würze, genau wie sie sagten. ... Pisse statt Sojasoße. Kraftfutterzusatz für die Schweine.

Langsam wurde es nun schwierig an die Reste unseres Sklaveneintopfes zu kommen. Das, was direkt vor mir gelegen hatte, hatte ich in mich hinein geschlungen aber zwischen mir und Rolf lag noch eine ganze Menge des Futters, an das wir beide nicht heran kamen, auch wenn wir die Hälse noch so streckten.

Na, ihr Schweine, euch scheint’s ja zu schmecken!, kicherte Vollbart und die Anderen lachten auch. Dann will ich euch mal ein bisschen helfen!

Er schob mit seinen Gummistiefeln ein paar Brocken, die beim Einfüllen danebengegangen waren, zurück in den Trog vor unsere Mäuler. Hungrig schlang ich den Teil herunter, der vor mir gelandet war. Rolf hatte auch etwas erwischt, aber immer noch lag zwischen uns der unerreichbare Rest. Bei den anderen Gefangenen war das genauso. Und wir hatten alle immer noch Hunger. So viel war in dem Eimer nicht gewesen. Ich sah, wie Vollbarts Stiefel sich entfernten. Dann kam er zurück und hielt einen Reisigbesen in der Hand. Er fegte nun die letzten verschütteten Essenreste in unseren Trog, steckte den Besen dann hinein und schob damit die unerreichbaren Teile der Mahlzeit vor die hungrigen Mäuler seiner Schweine. Wir fraßen es dankbar bis auf den letzten Krümel und als ich sah, dass meine Kollegen den Trog sogar sauber leckten, verlor ich die letzten Hemmungen und tat dasselbe. Langsam kam ich mir wirklich vor wie ein Schwein. Und mir dämmerte, dass das vielleicht der Zweck der ganzen umständlichen Prozedur war. Man hätte uns das Futter ja auch einfach in Näpfen hinstellen können. Da hatte sich jemand etwas dabei gedacht. Und die Wärter hatten auch noch ihren Spaß dabei. ... Schließlich war der Trog leer gefressen und sauber geleckt.

Brav, ihr Schwuchteln ... alles aufgefressen ... dann gibt es Morgen schönes Wetter! Er lachte wieder. Und? Wie heißt das?

Saygi deðer Tajjib aðaya, muhteþem ziyafet ve göstermiþ oldugu büyüklüðüne teþekkür ederiz! (Wir danken dem ehrwürdigen Agha Tajjib für das gute Essen, das er uns in seiner unendlichen Güte gegeben hat!), deklamierten meine Mitschweine unisono. Auswendig gelernt. Alle fünf. Mit dem Akzent ihrer jeweiligen Muttersprache. Bei Jean klang das besonders apart.

Und was ist mit dir?, bellte mich Vollbart, jetzt plötzlich im Kasernenhofton, an.

War es nicht gut genug für dich, oder was? Er schlug mir den Reisigbesen von der Seite ins Gesicht. Zum Glück traf er mein Auge nicht, aber es tat ganz schön weh.

Sag’s!, zischte Rolf zu mir rüber. Sag’s!

Ich danke dem ehrenwerten Tayyib Agha für das ... äh ... für das gute Essen, dass er uns in seiner ... äh ... unendlichen Güte gegen hat, ... Herr!

Gut so, ihr Schweine. ... Und weil ihr so brav gefressen habt, kriegt ihr jetzt auch noch was zu saufen.

Er nahm einen weiteren Blecheimer, der neben dem Trog bereit stand. Ich rechnete mit allem. Möglicherweise die gesammelte Pisse der Wachmannschaft oder der ganzen Belegschaft. Aber es war keine Pisse, die er in unseren Trog kippte, es war eine weiße, wässrige Flüssigkeit. Ich schämte mich fast ein bisschen für meine dreckige Phantasie. ... Es war Molke. Die bleibt beim Käse machen übrig. In Ҫamur Ҫukuruk hatten wir damit immer die Ziegen getränkt und ich hatte gehört, dass die Ungläubigen sie zur Schweinemast einsetzten. Das passte ja. Naja, das Zeug schmeckt gar nicht so schlecht. Besser als abgestandene Pisse allemal und nach dem würzigen Futter, waren wir alle ziemlich durstig. Aber bei allem Durst schafften wir es nicht, alles auszusaufen. Der Eimer war voll gewesen und zehn Liter Molke sind selbst für sechs sehr durstige Sklavenschweine zu viel.

Habt ihr schon genug? Naja, das müsst ihr wissen. ... Kommt Kollegen, dann lasst uns sauber machen. Nichts als Arbeit hat man mit dem verdammten Schweinepack!

Die drei Wärter verschwanden aus meinem Sichtfeld in eine andere Ecke der Fütterungskammer. Als sie zurück kamen sah ich, dass sie sich weiße Gummischürzen über ihre olivgrünen Overalls angezogen hatten und schwarze Gummihandschuhe trugen. Vollbart bückte sich, zog einen Stöpsel aus dem Boden des Trogs und der Rest der Molke lief ab.

Du kannst aufdrehen, Murat, rief Vollbart nach hinten. Murat war wohl der Name eines der anderen beiden Aufseher.

Und schon spritzte Wasser über den Boden. Der dritte hatte einen Schlauch in der Hand und machte sauber. Zuerst die letzten danebengegangen Reste und den Dreck, der rum lag in den Trog, dann den Trog selber und zum Schluss spritzte er jedem von uns das Gesicht sauber. Der Wasserstrahl war zwar hart und kalt, aber ziemlich erfrischend. Und vor allem wusch er die klebrigen Reste des Sklaveneintopfs ab.

Macht eure Fressen auf!, war dann das nächste Kommando und mit nach oben verrenktem Hals, ließen wir uns die Mäuler ausspritzen. Danach fühlte ich mich fast gut! Und Hunger hatte ich auch keinen mehr.

So, Freunde, hier sind wir fertig. Lasst uns jetzt rüber gehen!

Das Wasser wurde abgestellt, der Schlauch aufgerollt und zum Schluss gab Vollbart der Klappe des Futtertrogs einen Tritt und sie knallte runter. Gut, dass ich wie die anderen den Kopf eingezogen hatte. Nun waren wir wieder im Dunkeln und hörten wie der Deckel verriegelt wurde.

Einen Moment später waren sie wieder bei uns und unseren Schweineboxen. Natürlich konnte ich sie nicht sehen, weil mein Kopf ja noch im Trog unter der Klappe war, aber sie waren nicht zu überhören.

Verdammt! Wie ich diesen Teil der Arbeit hasse! Allein schon dieser Gestank immer, fluchte einer der drei.

Ach was, stell’ dich doch nicht so an. Seit Tayyib Agha uns die Stiefel, die Schürzen und die Handschuhe spendiert hat, ist es doch gar nicht mehr so schlimm. Vorher ... ich geb’s zu, das war ziemlich eklig, aber ich hab’ mal in einer Hühnerfarm gearbeitet. Was meinst du, wie’s da gestunken hat. Außerdem verzieht sich der Gestank ja schnell und wir können ja hinterher duschen. ... Also sei nicht so undankbar und lass uns anfangen., sagte Vollbart, der hier das Kommando zu haben schien.

Ja, ja, schon gut. Welchen nehmen wir als ersten?

Äh ... lass’ uns jetzt mal hier auf der Seite beginnen. Murat, stell’ mal den Wasserdruck ein. Aber nicht so stark wie letztes Mal, verstanden? Ich fang’ mit dem hier mal an und Hassan, du kannst bei den andern Schweinen schon mal die Bolzen raus holen. Dann sind wir schneller durch. Mich traf ein fester Schlag von Vollbarts gummibehandschuhter Hand. Ich zuckte zusammen und der Bolzen drückte sich ein letztes Mal unangenehm in meinen Darm.

So, dann woll’n wir mal.

Er öffnete den Riegel der Gittertür und zog sie langsam nach hinten. Der Bolzen bewegte sich mit. Ich spürte wie er langsam aus mir herausglitt, – jetzt schien er mir noch länger zu sein als beim rein schieben – als das dicke Ende kam, sträubte sich mein Schließmuskel einen schmerzhaften Augenblick lang, aber dann flutschte der Bolzen doch schnell nach draußen. Welche Erleichterung! Jetzt machte Vollbart die quietschende Boxentür ganz auf. Er griff sich meine Eier und zog mich zu sich nach hinten. Er hielt sie weiter in der Hand und quetschte sie. – Der Gummihandschuh an den Eiern machte mich irgendwie geil. – Dann spürte ich, wie meine Arschbacken von zwei weiteren Händen auseinander gezogen wurden.

Jetzt gib mal den Schlauch her!, kommandierte Vollbart.

Ich hörte es plätschern, dann schob er mir das Ding in mein offenes Loch rein und ließ ordentlich was rein laufen. Das kalte Wasser erschreckte mich zuerst und ich spürte, wie sich in meiner Votze alles zusammenzog, aber in Verbindung mit von Gummihandschuhen gekneteten Eiern machte mich diese erniedrigende Prozedur so geil, dass ich einen Ständer bekam, was Vollbart natürlich nicht entging.

Ich glaub’ es nicht! Seht euch das an, Freunde! Diese dreckige Schwuchtel bekommt davon einen Steifen. ... Bei Allah ... was für perverse Säue sind das doch! Notier’ das für den Chef. Das ist der Neuzugang.

Er zog den Schlauch aus mir heraus, das Wasser spritzte hinterher und wie nebenbei quetschte er mein Gehänge noch einmal besonders fest. Ich stöhnte lüstern auf und mein Schwanz wippte. Dann ließ er noch eine zweite und eine dritte Ladung Wasser in mich hinein laufen um auch den letzten Schmutz aus mir heraus zu spülen. Mein Loch fühlte sich nach dieser Kaltwasserbehandlung wieder richtig jungfräulich eng an.

So, der hier ist fertig! Er ließ meine Eier los, gab mir noch einen klatschenden Schlag auf den Arsch. Dann schob er mir zwei Gummihandschuhfinger ins Loch. Ja, das ist jetzt wieder schön eng.

Er machte leichte Fickbewegungen mit der Hand und griff sich mit der anderen wieder meinen Schwanz. Er drückte fest, sehr fest zu.

Seht euch das an! Der ist ja noch härter als vorhin! Nun fing er an mich grob zu wichsen. Gefällt dir das, du dreckige Schwuchtel? Gefällt dir das?, schrie er mich an.

Ja, Herr ... Ja, Herr, ... JAAAAAAHHHH..., brüllte ich und spürte wie das Sperma aus mir raus schoss. So schnell war ich noch nie gekommen.

Der hat gespritzt! Das Schwein hat voll gespritzt! ... Du Drecksschwuchtel, du!, brüllte er zornig und wichste meinen abgespritzten Schwanz noch fester und brutaler als am Anfang weiter.

AAAAAAHHHHHH!!!! ..., schrie ich.

Aber ein Peitschenschlag auf den Rücken brachte mich schnell zum Schweigen.

Mann, pass’ doch auf Murat, beinah hättest du mich getroffen, fluchte Vollbart und hörte endlich auf mich zu wichsen.

Aslan hat ’ner Schwuchtel einen runtergeholt!, feixte Murat und lachte sich ins Fäustchen. Auch der dritte Kollege lachte hämisch. – Irgendwie waren sie wie kleine Kinder.

HALT DEINE VERDAMMTE FRESSE MURAT ODER ICH HOL’ DIR AUCH EINEN RUNTER! ... ABER DANACH HAST DU KEINE EIER MEHR!!!, brüllte Vollbart, der wie ich jetzt wusste Aslan hieß, wütend. Er klang verdammt gefährlich. Das Lachen erstarb sofort. Los, weiter machen! Sonst werden wir ja nie fertig!

Jetzt war wohl Rolf an der Reihe. Sein Bolzen war ja schon draußen und so konnte Aslan gleich mit dem Säubern anfangen. Da hörte ich ihn überrascht rufen: Der hier hat auch einen Ständer, verdammt! Dem kannst du ja jetzt einen wichsen. Oder am besten lutscht du ihm gleich einen, Murat!

Ja, ja, schon gut, ... hier ist der Schlauch!

Der arme Rolf kam aber nicht in den Genuss des Abspritzens. Aber ich hörte ihn neben mir in dem dunklen Futtertrog leise keuchen und stöhnen. Ihm schien es also auch zu gefallen. Da war ich wenigstens nicht der Einzige.

Dann machten sie bei Lars weiter. Ja! Ja, nehmt mich hin, mich armen Sünder. Buße muss ich tun! Buße! Denn wie der Herr spricht: Wenn ein Mann neben einem Manne liegt, wie neben einem Weibe, so ist es mir ein Gräuel und sie sollen gesteinigt werden und ihr Blut bis aufs fünfte Glied verflucht sein! Und auf ewig sollen sie brennen im Feuer der Hölle, wenn sie nicht tun Buße ...! (3. Mose 20, 13) Ich wunderte mich sehr, jetzt religiöse Bekenntnisse von ihm zu hören und beschloss bei Gelegenheit Rolf danach zu fragen. Ob den Wärtern das so gefallen würde?

Aber erstens verstand von den Wärtern keiner deutsch und zweites wäre es ihnen ohnehin egal gewesen, was das Schwein da grunzte. Ich hörte die Peitsche drei, vier Mal knallen und dann hielt Lars die Klappe. ... Der Rest der Spülerei ging dann ohne weitere Zwischenfälle vonstatten.

So, endlich fertig!, hörte ich Aslan. Jetzt nur noch die Sauerei weg spritzen und dann können wir ein bisschen entspannen.

Das Geräusch des Wasserstrahl veränderte sich nun, denn sie hatten den Hahn wohl weiter aufgedreht. Zuerst spritzten sie alles von unseren Hinterlassenschaften, das noch nicht in die Abflussrinne gelaufen war weg, und dann kamen wir an die Reihe. Einer nach dem andern wurde einer gründlichen Druckwasserreinigung unterzogen. Es ging schnell. Sie hatten Routine. Dann drehten sie das Wasser ab und sechs Sklavenschweine knieten vor Kälte zitternd auf allen Vieren vor ihnen. Ich hörte wie die drei sich die Schürzen auszogen, die Handschuhe abstreiften und sich Zigaretten ansteckten. Es schien wieder Frieden zwischen ihnen zu herrschen.

Und, was meint ihr? Habt ihr Lust?, hörte ich Murat fragen.

Klar, Mann, nach dem Stress muss ich mich dringend erleichtern. Welchen willst du?

Ich nehm’ den da!

Gut, dann nehm’ ich den!

Und ich den schwarzen!

Hinter mir trat einer von ihnen in die Box. Wieder wurde ich an den Eiern gepackt und so hoch gezogen, wie es die Kette daran erlaubte.

Bleib so, Schwuchtel!, wurde ich angebellt. Es war Aslan.

Ich bekam wieder eine handvoll Schmiere aufs Loch geklatscht und dann schob Aslan mir seinen brettharten, fetten Schwanz hinein und fickte mich, als wolle er mich durchlöchern. Bei jedem Stoß wurden meine Schultern an die Futterluke gepresst und er donnerte in mich rein wie ein Presslufthammer. Ich schrie vor Geilheit und reckte ihm meinen Arsch so weit entgegen wie es nur ging.

ICH FICK DICH, DU SCHWUCHTEL, ICH FICK DICH!!!, brüllte er, was mich noch geiler machte.

Rolf, neben mir, war wohl auch einer der Auserwählten. Seine Schultern knallten auch gegen die Luke und ich hörte ihn stöhnen und schreien. Er drehte seinen Kopf zu mir und im Halbdunkel des Trogs sah ich sein vor Geilheit verzerrtes Gesicht. Ich hätte ihm das Abspritzen wirklich gegönnt.

Das Keuchen und Stöhnen unserer Ficker wurde lauter und lauter. Aslan verkrallte sich in meinem Arsch, stieß noch fester zu und spritzte mir mit einem markerschütternden Schrei seine Soße in die frisch gespülte Votze. Nur Sekunden später hörte ich den Nächsten brüllen, und als der noch nicht ganz ausgekeucht hatte spritzte auch der Letzte.

Es muss aber auch ein geiler Anblick für die drei gewesen sein. Sechs Sklavenkörper ohne Köpfe. Also einfach Nutzfleisch in das man ficken und spritzen kann. Aber das hatten sie sich nach der harten Arbeit ja auch redlich verdient.

So, das war’s! Aslan zog seinen Schwanz aus mir heraus. Jetzt muss nur noch einer die Luke wieder fertig machen und dann machen wir erst mal ausgiebig Mittagspause. ... Die andern drei kommen nachher in die Einzelfallbehandlung. Aber da haben wir dann ja Unterstützung und müssen nicht wieder alles alleine machen. Also kommt, Brüder. Lassen wir die Schwuchteln mal zur Ruhe kommen.

Die Tür knallte zu. Also waren sie wohl draußen. Dafür wurde sie in der Fütterungskammer wieder geöffnet. Der Deckel des Troges wurde aufgeklappt und der Halspranger hoch– beziehungsweise runter gezogen.

Los, ihr Schweine, zieht die Köpfe ein.

Die anderen waren schnell und geübt, ich etwas ungeschickt und langsam, aber Murat half mit seinem Stiefel nach und schob meinen Kopf zurück in die Box. Dann sauste auch schon das Sperrbrett runter, wie eine Guillotine. Nebenan war Rolf wie wild am wichsen, sah mich mit geilen, glasigen Augen an, spritzte mit angehaltenem Atem ab und stieß einen lauten Schrei aus. Geistesgegenwärtig presste ich ihm durch das Gitter hindurch meine Hand auf den Mund, denn ich war mir sicher, dass zu lautes Schreien unsere Wächter und ihre Peitschen wieder auf den Plan gerufen hätten. Rolf sah mich dankbar an.

Du bist eine geile Sau, Orkan! Weißt du das?

Weiß ich! ... Du aber auch, Rolf. Ich würd’ ja gerne noch ein bisschen mit dir plaudern, aber ich bin fix und fertig. Ich muss dringend ein wenig ruhen.

Ich brachte mich auf der immer noch feuchten Gummimatte in eine einigermaßen bequeme Position, die mit meiner Eierkette und der an meinem Halseisen nicht kollidierte und war schon nach wenigen Sekunden eingeschlafen.

Allerdings war das so ein Schlaf, von dem man nicht so genau weiß, ob man wirklich geschlafen hat. Aber den wirren Träumen nach, an die ich mich beim zurückgleiten in den Wachmodus erinnerte, muss das wohl doch so eine Art Schlaf gewesen sein. Wenn man von Teppichklopfer schwingenden anatolischen Hausfrauen träumt, die Verbrennt den Hexer, verbrennt ihn!! schreien und davon wach wird, dass ein sechsköpfiges Sturmkommando in Tarnanzügen, Springerstiefeln und schwarzen Sturmmasken lautstark in den Raum gepoltert kommt, in dem man eben noch seine Albträume hatte, man dann kurz denkt: Hurra! Gerettet! Die Infantrie!, dann aber realisiert, dass die vermeintlichen Retter das Einsatzkommando für die Einzelfallbehandlung und nicht die Sklavenbefreiungsfront der türkischen Armee ist, dann hat der neue Tag doch schon mal so richtig scheiße angefangen. Von ’neuem Tag’ konnte zwar keine Rede sein, waren doch sicher nicht mehr als zwei Stunden vergangen, aber Tag und Nacht hatte für uns da im Sklavenstall ohnehin keine Bedeutung mehr. Das letzte Mal, dass ich die Sonne gesehen hatte, war als ich mit Recep Abu hier ankam um meine Ausbildung als Teppichhändler zu beginnen.

Auf alle Fälle polterten die Uniformierten mit einer Vehemenz in unseren kleinen Schweineboxenstall hinein, als würden sie gerade Fort Knox erobern. ... Ja, ja, die waren schon sehr tapfer: Sechs gegen sechs. Praktisch war, dass die einen ’sechs’ nämlich wir, eingesperrt und gefesselt waren. Da kann man schon mutig sein.

Sie brüllten herum und ließen ihre Peitschen knallen. Ich machte mich ganz klein in meiner Schweinebox. Wenn sie vorgehabt hatten uns einzuschüchtern, so war es ihnen bei mir auf alle Fälle gelungen.

Welche sind dran?, erkundigte sich einer beim Einsatzleiter.

Der zeigte mit zusammengefalteter Peitsche auf die Delinquenten. Der, ... der, ... und der!

Zum Glück zeigte er nicht auf mich. Lars, Sergeij und Jean waren die Auserwählten. Jeweils zu zweit öffneten die Sturmtruppler die Gittertüren an den Boxen der Opfer.

Bei Sergeij und Jean hatten sie keine Probleme. Die ließen willig die Hals– und Eierketten von den Bodenringen lösen und sich daran aus den Boxen herausziehen.

Beide Ketten um die Hand geschlungen, zog sie jeweils ein Mitglied des Sturmtrupps aus den Schweinegattern heraus, darauf achtend, dass beide Ketten straff gespannt waren. Denn mit lang gezogenen Eiern sind Sklaven ganz besonders willig.

Auch Lars leistete keinen Widerstand. Der Herr spricht:, fing er wieder an zu predigen, Ihr Knechte seid Untertan mit Furcht allen Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen! (1 Petrus 2-18) Achte nicht gering die Züchtigung deines Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst, denn welchen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er geißelt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt! (Hebräer 12, 5-11) Seine Erektion war unübersehbar, als sie ihn lachend hinter sich her zogen.

Puhh!, meinte Rolf erleichtert, Da haben wir ja nochmal Glück gehabt!

Ja, schon, aber den armen Lars hat es ganz schön erwischt. Der kann einem ja echt leid tun. ... War der immer schon so? Was faselt der denn da die ganze Zeit Bibelzitate?

Frag nicht! Seit wir hier sind ist er so. Seit er täglich gefickt wird, entwickelt er sich immer mehr zu so einer Art tragbarer Bibel. Furchtbar. Ich hab keine Ahnung, was da mit ihm abgeht. Aber der scheint hier sein Glück gefunden zu haben. Und von wegen armer Lars. Der ist doch an allem selber schuld. Wenn dieser Depp den Rucksack mit dem GPS-Gerät, dem Satellitenhandy und den Karten auf seinem Fahrrad richtig fest gemacht hätte, wären der nicht in diese Schlucht mit dem tosenen Bergbach gefallen und wir hätten uns nicht verfahren. Und hätte dieses pseudoheterosexuelle, homophobe Arschloch nicht so einen Streit vom Zaun gebrochen und rumgebrüllt, wie ein Bekloppter, nur weil ich eine Erektion hatte, dann hätten uns diese verdammten Jäger gar nicht gefunden. Wir wussten doch, dass die Gegend unsicher war und hatten uns extra einen etwas versteckten Platz für die Nacht gesucht. Und dann macht der einen Aufstand, der alle Murmeltiere im Umkreis von einem Kilometer aufgeweckt hätte. Selber schuld, kann ich nur sagen! Selber schuld!, schimpfte Rolf erbost.

Nachdem er mir erklärt hatte, was pseudoheterosexuell und homophob heißt, und ich mich wunderte, weil ich, außer bei der Fahrt mit dem guten ... naja, nicht ganz so guten Recep Abu, nie etwas anderes erlebt hatte, als homophobe Heterosexuelle, fragte ich erstaunt: Ich dachte ihr beide wärt Freunde. Ich meine, wenn man gemeinsam mit dem Fahrrad monatelang zum Berg Ararat unterwegs ist, dann muss man sich doch mögen, oder nicht?

Ja, weißt du, mit mir und Lars ist das so ’ne Sache. Wir kennen uns seit der Grundschule, waren gemeinsam im Internat, sind auf einem Dutzend katholischer Jugendfreizeiten zusammen gewesen, waren im Sport– und im Alpenverein und haben zusammen Abitur gemacht. ... Und in all diesen Jahren, war ich verliebt in dieses Arschloch. Naja, in der Grundschule noch nicht, aber so mit dreizehn fing das an. Wir klebten ständig zusammen, aber er war immer der Tolle, und der Gutaussehende, der mit den reichen Eltern und einfach der Boss. Er hat die Ansagen gemacht, ich habe pariert. Und ihn dabei immer angehimmelt. Mein Gott, wie oft hab’ ich mir auf ihn einen runter geholt. ... Aber weißt du, bei uns in den Bergen, da ist man noch nicht so fortschrittlich mit Coming out und so, ich hab’ nie jemandem erzählt, dass ich auf Männer stehe. Den ersten Sex hatte ich mit sechzehneinhalb auf dem katholischen Kirchentag in Regensburg und wenn mein Vater das mitbekommen hätte, der hätte mich glatt aus dem Haus gejagt, weil der die Schande nicht hätte ertragen können. Lars hat natürlich auch nichts bemerkt. Der hielt sich immer für so toll, dass es ihm ganz normal erschien in mir einen Dauerbewunderer zu haben. Ich hatte sogar eine Alibifreundin. Zum Glück ist bei uns Sex vor der Ehe sehr verpönt, und so hatte ich immer eine gute Ausrede mit ihr nicht ins Bett zu gehen. ... Aber rumknutschen musste ich schon. Ich hab’ halt immer die Augen zu gemacht, und mir vorgestellt, dass ich mit Lars knutsche. ... Naja, und als er dann auf die Schnapsidee kam auf diesen blöden Ararat zu steigen, da dachte ich, drei Monate mit ihm alleine auf dem Fahrrad, da wird sich was ergeben. Und wenn nicht, dann hätte ich mir meine Verliebtheit endgültig abgeschminkt und meinen Studienplatz in München belegt, den ich schon in der Tasche hatte und hätte dort in der Schwulenszene endlich mein Leben gelebt. Immer habe ich davon geträumt einmal Sex mit einem dieser großschwänzigen Schwarzen zu haben. In München hätte ich da bestimmt gute Chancen gehabt. Aber das ist ja jetzt wohl nix geworden. Einser Abitur um als Sklave zu enden. Na danke, Lars!

Er redete sich richtig in Rage. Ich ließ mir erklären, was ein Coming Out ist, und fragte dann, was das für eine Erektion gewesen sei, wegen der es den Streit gegeben hätte.

Naja, fing Rolf seufzend an weiter zu erzählen, wie gesagt, wir hatten uns verfahren. Dreitausend Höhenmeter. Es war schweinekalt. Wir hatten unser Zelt zum Nachtlager aufgeschlagen, lagen in unseren Schlafsäcken und schlotterten vor Kälte. Und da meinte dieses Arschloch zu mir, ich solle zu ihm in den Schlafsack kommen, und ihn ein bisschen wärmen. Unsere Thermounterwäsche hatten wir zum Trocknen aufgehängt und so kroch ich nackt zu ihm in den Schlafsack. Ich meine, wir hatten uns natürlich schon oft nackt gesehen, aber so nahe waren wir uns noch nie gekommen. Er jammerte rum, dass sein Rücken so weh täte, und das ich mich an ihn kuscheln und ihn wärmen solle. ... Der hatte wirklich nicht die geringste Ahnung davon, dass ich auf ihn stand. Naja, dann kam es wie es kommen musste. Wir lagen eng aneinander angeschmiegt im Schlafsack Lars schlief sofort ein und schnarchte wie ein Elefant und ich lag schlaflos neben ihm und mein Rüssel wurde hart und härter. Und irgendwie geriet er dann zwischen Lars’ Arschbacken. Das war echt Zufall. Ich wollte ihn ganz bestimmt nicht ficken. Wenn überhaupt, dann träumte ich davon, dass er mich ficken würde, aber er wurde wach, spürte meinen Schwanz an seinem heiligen Arschloch und dann war die letzte Messe gesungen. Er rammte mir seinen Ellbogen in die Magengrube, riss den Reißverschluss auf und sprang aus dem Schlafsack, als hätte sich eine Kobra darin verlaufen. Und dann fing er an rum zu brüllen, beschimpfte mich als dreckige Schwuchtel, und ich solle bloß die Hände von ihm lassen, er würde mir eine rein hau’n, wenn ich ihn auch nur noch einmal anfassen würde, und, und, und. Sobald wir wieder in der Zivilisation wären, so geiferte er, würde er den ersten Bus zum nächsten Flughafen nehmen. Und als er gerade so schön am rum krakeelen war, raschelte es in den Büschen und sechs Bewaffnete, in olvivgrünem Outfit brachen durch’s Gebüsch und umstellten uns.

Wir erschraken uns zu Tode. Wir wussten ja, dass Räuber hier ihr Unwesen trieben. Aber die sechs ließen die Waffen sinken, einer von ihnen, der ein bisschen englisch sprach, erklärte uns, dass sie Jäger seinen, auf Wildschweinjagd und das sie gedacht hätten, auf eine herum streunende Räuberbande gestoßen zu sein. Sie entschuldigten sich tausendmal, orientalisch freundlich, für den versehentlichen Überfall und luden uns ein, die Nacht sicher in ihrem Lager zu verbringen. Sie gaben uns zu essen und zu trinken, es wurde gesungen, musiziert, getanzt und schließlich eine Wasserpfeife angezündet. Sie nötigten uns davon zu rauchen. Gastfreundschaft und so. Da war aber was anderes als Tabak drin. Es schmeckte ziemlich komisch, aber Lars, der Klugscheißer sagte, wir müssten es rauchen um unsere Gastgeben nicht zu beleidigen. ... Naja, immerhin weiß ich jetzt wie Opium schmeckt. Ab da kann ich mich an nichts mehr erinnern, bis wir hier mit einem Eimer kalten Wassers geweckt wurden. Lars war schon auf den Betonklotz gekettet und ich lag gefesselt in der Pissrinne. ... Den Rest kennst du. Und seitdem sind wir hier. Keine Ahnung ob die von der Botschaft einen Suchtrupp los geschickt haben, um nach uns zu suchen, aber selbst wenn, hier wird uns keiner finden. ... Schöne Scheiße! Und immer gibt er nur noch diesen religiösen Singsang von sich. Ich wusste nicht einmal, dass er bibelfest ist. Und er lässt sich ficken ohne Ende. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Ich hätte meine Hand darauf verwettet, dass er so hetero ist wie ... Adam es einst war.

Rolf wusste so einiges nicht, was Lars anbelangte. Für ihn war er immer der glorreiche Held gewesen, doch Lars hatte ein verhängnisvolles Doppelleben geführt. Auf dem katholischen Internat, auf dem sie sich kennen gelernt hatten, war einiges passiert, von dem Rolf nie etwas erfahren hatte. Lars war katholisch bis ins Mark. Seine größte Angst war die ewige Verdammnis, als armer Sünder für immer in der Hölle zu schmoren. Und irgendwann bemerkte er, dass er unkeusche Gedanken hatte, die ihn verängstigten und erschreckten. Wenn er während des Gottesdienstes die Blicke schweifen ließ, und den Gekreuzigten, nackt bis auf ein kleines Lendentuch, leidend am Kreuz hängen sah, alle Muskeln, alle Sehnen und ein wenig das, was unter dem Lendentuch zu vermuten war, aufs feinste ausgearbeitet von einem barocken Bildhauer, dann jagten seltsame Phantasien durch sein Hirn. Oder wenn er alleine vor dem Altarbild mit dem heiligen Sebastian stand, ebenfalls nackt, an einen Pfahl gekettet und von Pfeilen gespickt, dann schauerte es ihn bis tief ins Mark, wenn er bemerkte, dass sich in seiner Hose etwas regte. Doch am fesselndsten war für ihn das riesige Bild eines alten flämischen Meisters, das in einer eigenen Seitenkapelle hing, und den Tag des jüngsten Gerichts darstellte. Dem rechten, oberen Teil hatte er nie viel Aufmerksamkeit geschenkt. Dort wimmelte es von glücklich Frohlockenden geretteten Seelen, die hoch in den Himmel strebten, nein, der untere linke Teil war das Zentrum seines Interesses. Dort wurde auf mehreren Quadratmetern sehr bildlich gezeigt, was den Verdammten in der Hölle drohte. Dunkle, behaarte Teufel, mit glühenden Zangen, gewaltigen Lanzen und spitzen Hörnen auf die sie die Sünder aufspießten, Flöten, die sie in die Hintern ihrer Opfer schoben, um darauf zu spielen, kochende Kessel mit verlorenen Seelen, die verzweifelt versuchten zu fliehen und grässliche Dämonen, die ihre Notdurft über ihnen verrichteten. Fliehende Männer mit nackten Ärschen, Schwefel und Rauch überall. Und immer wieder entdeckte er in dem apokalyptischen Gewimmel neue, erregende Details.

Nachts, wenn er in seinem Bett lag und Rolf schon eingeschlafen war, dann ließ er seinen Phantasien freien Lauf, dachte an all die geilen Teufel und Dämonen, die in der Hölle lauerten und befleckte sich dabei selber. Und ab dem Moment, in dem er seinen Samen hatte fallen lassen, quälte ihn wieder das schlechte Gewissen und die Angst davor dahin zu kommen, wovon er eben noch geil geworden war. Auch in seinen Träumen wurde er Nacht für Nacht von ihnen heimgesucht und nicht selten fand er morgens noch einen feuchten Fleck in seiner Unterhose, die er, schamhaft wie er war, nie auszog.

Ganz schlimm war es für ihn, wenn es zur Beichte ging. Niemals hätte er von seinen echten Gedanken erzählt, viel zu verwerflich und zu verdorben erschienen sie ihm. So erfand er immer irgendwelche Sünden, mit denen der Priester zufrieden war, bekam für ein paar Ave Maria Absolution, von der er aber wusste, dass sie erschlichen war. Immer wenn er danach aus der Kirche trat, blickte er sorgenvoll gen Himmel, ob da nicht der göttliche Blitzstrahl des Zornes auf ihn herniederkommen würde.

Dann bekam das Internat einen neuen Seelsorger zugeteilt. Padre Esteban Olivera. Padre Esteban hatte dreißig Jahre in Südamerika verbracht, war spanischer Abstammung, hatte aber lange in Deutschland studiert und sprach perfekt Deutsch, eher bayrisch als spanisch eingefärbt. Er war Mitte fünfzig und ein Bild von einem Mann. Groß war er, hatte einen dunklen, südländischen Teint, schwarze Haare, einen männlichen, gepflegten Vollbart, sinnliche Lippen, eine große Nase und dunkle Augen, aus denen verzückte Glücksseligkeit blitzte. Lars war sofort verzaubert von ihm. Wohlbekannte Schauer durchfuhren ihn nun, wenn Padre Esteban nach der Kommunion segnend seine Hände auf seinen Kopf legte. Warme, wunderbare Hände, wie Lars fand. Es dauerte nicht lange und Lars gehörte zu den Ministranten. Er hoffte auf diese Art vielleicht einen Blick auf das werfen zu können, was sich unter dem Ornat verbarg, den der Padre immer trug. Doch die Enttäuschung war groß, als er bemerkte, dass er die Straßenkleidung darunter nicht auszog. Und so mäanderten wieder Phantasien durch sein Hirn und landeten auf Umwegen in seiner Unterhose.

Doch dann, eines Tages, hatte er Glück. Er war zusammen mit dem Padre auf eine Jungendfreizeit in ein katholisches Landschulheim gefahren. Natürlich nicht nur mit dem Padre, sondern mit einer Gruppe der katholischen Landjugend. Er und drei weitere Jungs in seinem Alter waren als Betreuer für die Jüngsten eingeteilt. So konnte er zumindest Morgens und Abends bei der Dienstbesprechung in seiner Nähe sein, etwas Aufmerksamkeit und ein gelegentliches lobendes Schulterklopfen ernten. Der Padre war ein sehr frommer Mann, sehr streng, aber auch sehr gütig, sehr keusch und ohne Fehl.

Eines Nachts, alle schliefen schon, hatte Lars keine Ruhe finden können und beschlossen, ein paar Schritte an der frischen Luft zu machen. Da sah er, dass in der Dusche Licht war. Leise öffnete er die Tür. Er dachte, dass vielleicht ein paar von den jüngeren einen nächtlichen Streich spielten und verhielt sich, um sie inflagranti zu erwischen, ganz ruhig und schlüpfte in den Raum. Da sah er auf einem Stuhl im Umkleideraum die Soutane des Padres liegen. Das Licht kam direkt aus dem Duschraum, aus dem auch das Geräusch plätschernden Wassers zu hören war. Und außerdem die sonore Stimme des Padres, der dort unter der Dusche ein leises Ave Maria vor sich hin sang. Lars war wie versteinert. Zu wissen, dass sein Idol nur wenige Meter von ihm weg, nackt und bloß, wie der Herr ihn geschaffen hatte, unter dem sprudelnden Wasser stand und mit der Hand über seinen nackten Körper fuhr um sich zu waschen, bescherte ihm sofort eine Erektion. Sollte er es wagen? Sollte er wagen einen Blick in den Duschraum zu werfen? Der Padre würde ihn sofort sehen. Das ging nicht! Doch die Aussicht Padre Esteban nackt zu sehen, erregte ihn bis aufs Äußerste. Diese Gelegenheit durfte er sich nicht entgehen lassen. Was sollte er nur tun? Der Padre könnte jeden Augenblick hinüber kommen. Da fiel sein Blick auf die Bänke im Umkleideraum. Ja, das könnte gehen, sich darunter verbergen und von dort einen Blick auf den Padre werfen.

Gesagt getan. Leise wie ein Frettchen schlüpft er ins Dunkel unter der breiten Holzbank. Von dort hatte er eine gute Sicht in den Raum. Nun konnte er nur hoffen, dass der nackte Priester sich auch dort abtrocknen würde. Sein Herz schlug bis zum Halse. Dann, nach einigen Minuten, die sich für ihn wie Stunden anfühlten, kam das Objekt seiner Begierde zufrieden lächelnd, immer noch die Melodie vor sich her summend, in vollem Adamskostüm, dampfend und nass aus dem Duschraum heraus. Lars hatte genau den richtigen Platz gewählt. Loge. Ganz vorne. Einen Moment lang war Lars geblendet. Nicht von der Schönheit des Padres, sondern von dem grellen Neonlicht, dass dieser angemacht hatte und ihn nun in vollem Glanze vor ihm erstrahlen ließ. Lars verschlug es den Atem. Padre Esteban war ... wunderschön.

Noch nie hatte Lars einen so wohlgeformten Körper gesehen. Am liebsten hätte er die Wassertropfen, die von ihm herunter rannen, aufgeleckt. Sein Körper war massig und fleischig. Nicht fett, aber mit wohlig weichen Polstern in den Hüften und am Bauch. Die Brust war breit und dicht behaart, doch seine Brustwarzen ragten wie kleine Inseln daraus hervor. Auch Arme und Beine waren wohl proportioniert, insgesamt wirkte er wie ein Ringer, in einer klassisch griechischen Skulptur dargestellt. Seine Brustbehaarung setzte sich über den Bauch fort und mündete in dem dichten Gestrüpp seines Schrittes. Doch so dicht auch die Haare standen, seine dicken Eier hingen wie überreife Pflaumen gut sichtbar daraus hervor. Und davor, keine zwei Meter von Lars’ Nase, hing er. Der Schwanz des Padres. Lars war fassungslos. Einen derartig großen Penis hatte er noch nie gesehen. Salamidick baumelte er aus dem Schambereich heraus. Er sah die fleischige Eichel, die halb von Vorhaut bedeckt war, er sah selbst die dicken Adern, die sich an diesem unglaublichen Geschlecht herum wanden. Lars’ Schwanz schwoll zu ungeahnter Härte heran. Wie gerne wäre er einfach unter der Bank herausgeschlüpft und hätte dieses Wunderwerk der Schöpfung geküsst und geherzt, aber er wusste natürlich, dass das Wunschdenken bleiben würde. Inzwischen hatte der Padre begonnen sich abzurubbeln. Nun drehte er ihm den Rücken zu und er konnte seinen strammen, festen, behaarten Hintern sehen, die beiden Halbmonde in einer verheißungsvollen dunklen Spalte versinkend. Lars sog jeden einzelnen Blick in sich auf, presste ihn in die Festplatte seines Hirnes ein. Als der Padre sich die Haare trocken rubbelte, konnte er seine tiefen Achselhöhlen sehen, in denen es sich auch wunderbar kräuselte. Schließlich waren Kopf, Torso und Beine trocken. Der Padre legte das große Handtuch weg und nahm sich eines der kleinen, grob karierten aus dem Regal und begann sich untenrum zu trocken. Das kannte Lars auch von zuhause. Man nahm immer ein anderes Handtuch untenrum. Padre Esteban trocknete sich untenrum sehr ausführlich und gründlich ab. Wenn ihm auch diese Körperteile da unten ein Gräuel war, so wollte er sie doch sauber und unbefleckt wissen. Pedantisch rubbelte er jedes seiner fetten Eier, nahm dann seinen riesigen Penis in die Hand, drückte, tupfte und rieb ihn trocken. Lars meinte ihn dabei sogar wachsen zu sehen. Dann drehte er sich wieder um und er sah, wie er sich den Stoff zwischen den Beinen hindurch zog, ihn fast in der Ritze verschwinden ließ, dann ein letztes Mal sein Gemächt abtupfte und das Handtuch in den Korb für die schmutzige Wäsche fallen ließ. Schließlich reckte und streckte er sich noch ein paar Mal, machte einige Dehnübungen, deren Anblick Lars sabbern ließ, schlüpfte wieder in die Soutane, machte das Licht aus und ging hinaus. Geschafft!

Lars kroch keuchend unter der Bank hervor, holte seinen Schwanz aus der Hose und hatte nach einer halben Minute gespritzt. Er wusste natürlich, dass das was er hier tat und getan hatte, eine schreckliche Sünde war, aber da er sicher war, ohnehin im Höllenfeuer zu enden, war ihm das egal. Immer noch keuchend tastete er sich im Dunkeln zu dem Wäschekorb vor. Nur ein einziges Tuch lag drin. Das Stück Stoff, das gerade die edelsten Teile Padre Estebans umfangen hatte. Lars hielt es unter die Nase und sog die Luft hindurch. Er meinte etwas zu riechen, aber vielleicht war es auch nur Einbildung. Er legte das Handtuch sorgsam zusammen, schob es in seinen Hosenbund und machte, dass er aus der Dusche heraus kam. Ungesehen schlüpfte er wieder in sein Bett, seine Beute an sich klammernd und sich noch einmal von seiner Lendenpein befreiend. Und Rolf lag daneben, schnarchte laut und ahnte von nichts.

Lars hütete das Handtuch wie einen Schatz. Irgendwie war tatsächlich Duft von Padre Esteban daran geblieben. Wenn er sein Gesicht ganz tief darin versenkte und genauso tief inhalierte, hatte er das Gefühl ein kleines Stückchen des Padres in sich drin zu haben. Leider nicht das Stückchen, von dem er träumte. Lars wichste immer wenn er Zeit hatte und sich unbeobachtet wähnte. Aber das Handtuch benutzte er nur in seinem Zimmer im Bett. Zu wertvoll war es ihm, als das er es immer mitgeschleppt hätte. Nach dem abspritzen, was meist sehr schnell ging, packte er es in eine Plastiktüte mit luftdichtem Zippverschluss, damit ja nicht ein Molekül daraus sinnlos an der Luft verdunsten würde. Und tatsächlich, immer wenn er die Tüte öffnete entströmte ihr eine kleine Wolke mit Estebangeruch. Aber seine Gelüste waren noch nicht gestillt, so dankbar er auch für das Tuch war. Er sehnte sich nach Padre Esteban, so nackt, wie er ihn unter der Dusche gesehen hatte. Und schon wieder hatte er einen Ständer. Er war halt noch in dem Alter, wo eine Erektion die andere jagt, und sie in mach einer Situation richtig peinlich sind.

Lars’ Leben war wirklich kompliziert. Auf der einen Seite der Sunny-Boy, den er gab, mit guten Leistungen in der Schule, allseits beliebt und bewundert. Andererseits der Lars, der sich an Höllendarstellungen aufgeilte und vom Schwanz seines Seelsorgers träumte. Und es war nicht nur die Sehnsucht, die ihn quälte, nein es waren auch Angst und Scham und völlige Verwirrung dabei. Immer wenn er wichste, war alles gut, aber sofort nach dem Spritzen kam wieder die Wolke der Sünde über ihn. Und nicht nur das er sündigte, er log auch noch in der Beichte, was ihn wohl jedes Mal hundert Jahre Fegefeuer kosten würde. Der Gedanke machte ihm furchtbare Angst. Er wusste nicht was er tun sollte. Er hatte niemandem mit dem er hätte reden können und war sich sicher, der einzige Perverse auf dieser Welt zu sein. Sein ganzes Leben war eine einzige Lüge. Manchmal weinte er sogar nach dem Orgasmus. Schlimmer hätte die Spätpubertät nicht sein können.

Padre Esteban ahnte von all dem nichts. Es gab so viele Schafe zu hüten, dass er nicht jedes Einzelne richtig kennen konnte. Doch eines Tages änderte sich das. Es war einer der dunklen Tage für Lars, zerfressen vor der Angst der Verdammnis, vom schlechten Gewissen und seiner Verzweiflung. Und es war der Tag, an dem die wöchentliche Beichte fällig war. Er konnte sich nicht davor drücken, das wäre sofort aufgefallen, aber er wollte es wenigstens solange herauszögern, wie möglich. Nach und nach waren die anderen mit ihrer Beichte durch und gingen nach draußen, um sich dort wieder dem Leben zu widmen. Nun waren nur noch der Padre und Lars in der großen, hallenden, ruhigen, dunklen, kühlen Kirche. Lars konnte sich nur schwer dazu überwinden, den Vorhang des Beichtstuhls beiseite zu schieben und hinein zu gehen. Esteban bemerkte die Verzögerung, schaute aus seiner Seite des Beichtstuhls heraus, lächelte Lars an, und meinte:

Was zögerst du, mein Sohn? Du wirst doch schwerlich so viel Schuld auf dich geladen haben, dass du dich ängstigst deine Sünden zu bekennen, Buße zu tun, zu bereuen und von mir den Segen zu erhalten. Komm, mein Sohn, ich habe heute noch mehr zu tun! Dann zog er den Vorhang wieder zu.

Wenn du wüsstest, dachte Lars als er das Gestühl bestieg. Er holte tief Luft und bekreuzigte sich. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, begann er. Padre Estaban sprach ein kurzes Gebet. Amen, beschloss Lars den ersten Teil. Vater ich habe gesündigt. Ich habe gesündigt in Gedanken und Taten. Ich komme als reuiger Sünder zu euch und möchte beichten, auf dass ihr mir die Absolution erteilt und der Herr mir verzeihen möge!

So sprich denn mein Sohn. Die Gnade des Herrn ist groß!

Nun fing Lars an seinen üblichen Beichtbericht ablegen. Er beichtete vom Abschreiben bei der Mathearbeit, von zu langem Aufbleiben und Lesen, von einem heimlichen Bier und ähnlichen Belanglosigkeiten, die er in wechselnder Folge immer wieder bekannte. Für gewöhnlich bekam er den einen oder anderen Rosenkranz zu beten als Buße aufgetragen, oder auch mal ein paar Verse aus der Bibel zu lernen, und damit war er von seiner Sündenlast befreit. Also theoretisch. Praktisch fühlte er sich hinterher immer noch viel schlechter als davor, denn er wusste ja, dass er bei der Beichte gelogen hatte und dass er weiter sündigte. Und das nicht zu knapp. Normalerweise kam ihm das alles recht leicht über die Lippen, denn man lügt leichter, wenn man darin Übung hat. Aber heute, in der düsteren Stimmung, in der er sich befand, klang er so kläglich, verzagt und unglücklich, dass selbst Padre Esteban, der sonst meist in höheren Sphären schwebte, merkte, dass mit seinem Zögling etwas nicht stimmte. Als Lars schließlich mit seinem Lügensermon fertig war und um die Lossprechung bat, hakte er nach. Ihm war aufgefallen, dass Lars noch nicht ein einziges Mal wegen unkeuscher Gedanken gebeichtet hatte. Und unkeusche Gedanken waren in diesem Alter völlig normal. Er gab ein paar Rosenkränze zur Buße, und gut war es. Aber er wusste auch, dass es einige wenige gab, die selbst im Beichtstuhl zu verschämt waren um diese Art der Sünde einzugestehen. Und da Padre Esteban ein kluger Mann war, wusste er auch, dass man sich in diesem Alter auch gerne mal in einen Sündenteufelskreislauf begab, weil man eben nicht einfach ein paar Gebete sprechen konnte, und damit alles wieder gut war. Und diesen Weg wollte er seinem Schützling ebnen. So legte er eine kleine Schweigekunstpause ein nachdem Lars zu Ende geredet hatte. Dann fragte er mit leiser Stimme.

Höre, mein Sohn. Ich merke, dass dich noch mehr bedrückt. Bekenne deine Sünden und sie werden dir vergeben werden. Kann es vielleicht sein, dass dich des Nachts die Teufel der Versuchung ereilen, du ihnen nicht wiedersetzen kannst? Ist es das was dich quält? Denk daran, die Liebe des Herrn ist unendlich!

Als Lars das hörte spürte er sofort wie das Wasser in seine Augen schoss, er leise anfing zu weinen und nach wenigen Augenblicken in verzweifeltes Schluchzen ausbrach. Der Padre erschrak zuerst ein wenig bei diesem doch sehr heftigen Gefühlsausbruches, dachte dann aber zufrieden, dass er wohl den wunden Punkt getroffen hatte. So ließ er Lars Zeit seinen Tränen freien Lauf zu lassen. Schließlich war er wieder soweit, dass er sprechen konnte. Stockend fing er an.

Ja, Vater, ihr habt Recht. Ich habe schwere Schuld auf mich geladen, schlimme Sünden plagen mein Gewissen. Unkeusch war ich in Gedanken und Taten. Jede Nacht überkommt es mich und ...

So fing Lars an all das zu beichten, was ihn schon seit so langer Zeit quälte. Er machte sich keinen Kopf mehr um mögliche Konsequenzen, dachte nicht mehr nach, über das was er sagte, sondern er erzählte alle seine schrecklichen Vergehen. Schon im Reden merkte er wie gut es tat, all diesen Ballast von der Seele zu werfen. Angefangen von der ersten Erektion über die er sich geschämt hatte, bis zur Gegenwart, zu den wilden Phantasien mit seinem geliebten Padre Esteban, der darin mit ihm und seinen Körperöffnungen jede Nacht jede Sünde beging, die er sich vorzustellen im Stande war. Selbst delikateste Details, die selbst dem verruchtesten Sünder die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätten, ließ er nicht aus. Er redete fast eine halbe Stunde lang. Seine Knie taten von der harten Holzbank schon entsetzlich weh, doch das nahm er für seinen Seelenfrieden als erstes Werk der Buße gerne in Kauf. Sogar die Erektion, die sich beim Erzählen seiner Phantasien in seiner Hose gebildet hatte, ließ er nicht unerwähnt. Schließlich hatte er alles gebeichtet, was ihm von seinen vielen Sünden noch in Erinnerung war. Bloß den Lappen mit dem Schweiß des Padres hatte er vergessen, war es ihm doch inzwischen so heilig geworden, wie der katholischen Kirche das Turiner Grabtuch.

... und das, Vater, sind alle Frevel, die ich begangen habe und reumütig bekenne. Ich bereue aufrichtig und werde fortan damit aufhören, so mir Gott hilft. Ich bitte euch um eine Buße und die Lossprechung von meinen Sünden. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes! ...

Normalerweise antwortete der Padre an dieser Stelle mit In Ewigkeit, Amen, doch dieses Mal schwieg er. Er saß blass – soweit man bei seinem gesunden südländischen Tein überhaupt Blässe sah – in seinem Teil des Beichtstuhls. Das was er da gehört hatte, hatte ihn entsetzt. Dass Luzifer schon so tief in die Wurzeln des Hauses Gottes vorgedrungen war zeigte ihm einmal wieder die Verdorbenheit dieser Welt. Was dieser verlorene Sodomit ihm da eben gebeichtet hatte, hätte ihn in früheren Zeiten wohl direkt auf den Scheiterhaufen geführt und von dort in den hintersten Winkel der Hölle, wo er bis auf alle Ewigkeit auf kleinem Feuer geschmort worden wäre. Gut, die Zeiten der Inquisition wünschte sich Padre Esteban nicht zurück, aber etwas mehr Zucht und Ordnung in der Welt wäre ihm sehr willkommen gewesen.

Padre? ... Seid ihr noch da? ... Bitte sagt doch etwas!!! ... Was kann ich nur tun?, meldete sich Lars leise wieder zu Wort.

Schweig, Unseliger! Schweig! Der Herr spricht: Wenn dich aber deine Hand ärgert, so hau sie ab! Es ist dir besser, als Krüppel zu leben als mit zwei Händen in die Hölle, das ewige Feuer, zu fahren. (Markus 9,43) Wie kannst du es wagen, Absolution zu verlangen für deine gotteslästerlichen Taten. Der Teufel hat sich tief in deiner Seele festgefressen und spricht in bösen Zungen aus dir. Weh dir ... Nicht nur, dass du mich, einen Diener des Herrn in deinen Gedanken so lästerlich missbraucht hast, damit du den verderbten Rufen deines Körpers folgen kannst, denn der Herr spricht: Wenn ein Mann bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide einen Greuel verübt; sie sollen gewißlich getötet werden. (3. Mose 20), nicht nur dass, sondern du lästerst auch noch die heiligen Märtyrer und gar unseren Herrn, denn du ergötzest dich an ihrem Leiden, um deine Lust zu stillen. Schande, Schande über dich. Brennen wirst du im Höllenfeuer. Denn es steht geschrieben: Jeder gute Baum hat gute Früchte, ein fauler Baum trägt aber schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. (Matthäus 7, 17-19) Solches wird dir geschehen, wenn du nicht zurück findest, zu einem gottgefälligen Leben. Ich kann dir keine Absolution geben, aber ich kann dir Buße auferlegen, die dir helfen kann, den Dämon aus dir zu vertreiben. Aber es wird werden ein langer, steiniger Weg. Doch ist es meine Aufgabe verlorene Schafe wieder zurück in die Herde zu bringen. So will ich es denn versuchen.

Lars war ganz schlecht geworden, als er hörte, was der Padre ihm sagte. Offensichtlich waren seine Sünden noch viel schlimmer als er gedacht hatte, wenn nicht einmal eine Beichte half, sich davon zu reinigen. Aber er würde jede Buße annehmen, denn seine Angst vor der Hölle wuchs minütlich. Bitte Padre, bitte helft mir. Lasst mich Buße tun für meine Verwerflichkeit. Was soll ich tun? Bitte helft mir!

Schwer. Eine schwere Last hast du mir da auferlegt, aber der Herr prüft die seinen. Kaum eine Buße scheint mir streng genug um deine Sünden auch nur annähernd zu sühnen. Wenn die weltliche Gerichtsbarkeit nicht wäre, dann wüsste ich was zu tun sei. Denn es steht geschrieben: ,Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.’ (Sprüche 13, 24) Ich würde dich schicken, eine Weidenrute zu schneiden und sie mir zu bringen und du würdest die Rinde vom Holz schälen. Die feuchte, biegsame Rute würdest du mir geben. Dann würdest du dich auf die Gebetsbank knien, zehn Vaterunser beten, dich dann über die Bank legen, dass dein Gesäß nach oben zeigte. Du würdest deine Hose öffnen und ich würde sie dir hinunter ziehen bis in die Knie. Ich würde mit der Rute sanft über deinen nackten Hintern fahren, die Stellen bezeichnen, auf die sie treffen solle. Ich würde die Rute ein paar Mal durch die Luft pfeifen lassen um dir ein Gespür für den Schmerz zu geben, der dich erwarten würde. Dann würdest du sagen: Vater ich habe gesündigt. Bitte züchtigt mich zur Buße und für mein Seelenheil Du würdest mir deinen Hintern entgegen recken, in ängstlicher Erwartung des gerechten Schmerzes, der dich gleich ereilen werden würde. Dann würde ich weit ausholen. Du würdest es aus den Augenwinkeln sehen und dich vor Angst verkrampfen, ich würde das Ziel anvisieren und dann einen festen, gezielten Schlag auf dein sündiges Fleisch herab peitschen lassen. Dein Schmerz wäre furchtbar. Du würdest schreien, dass es von den Wänden der Sakristei hallen würde. Du würdest den Schmerz eindringen spüren, ihn aufglühen, sich in dein Fleisch fressend. Dann würdest du sagen: Danke Vater, ich habe es verdient, bitte züchtig mich armen Sünder weiter. Ich würde zusehen, wie die Einschlaglinie auf deinen sündigen Backen sich langsam von hellrot, über dunkelrot in ein schönes lila verwandeln würde. Und dann würde ich wieder ausholen und dir den nächsten Schlag versetzen. Dein Schmerz und deine Schreie würden gottgefällige Buße sein. Zwölf Schläge würde ich dir versetzen, für jeden Apostel einen, und noch einen dreizehnten, den letzten und härtesten von allen, für Judas, der ihn verriet. Und jeder Schlag wäre schlimmer als der vorherige, denn dein sündiges Fleisch wäre schon gereizt und mürbe und bereit noch größeren Schmerz zu empfangen. Zwischen den Schlägen würde ich mir Zeit lassen, damit du jeden von ihnen tief von innen spüren könntest. Du würdest leiden und winseln, zucken, zittern und schwitzen, aber die Schläge der Weidenrute würden alle sicher ihr Ziel treffen. Und nach jedem würdest du dich bedanken und um mehr bitten. Und nach dem dreizehnten Schlage würde ich noch ein wenig warten, zusehen wie du dich im Schmerz quälst, wie deine Buße ihren Zweck erfüllt und wie dein Gesäß sich verfärbt. Dann dürftest du dir deine Hose wieder hochziehen, dich demütig vor mich knien, meine Hand küssen und dich bedanken. Dann dürftest du gehen. Und wenn wir das eine angemessene Zeit lang, jeden dritten Tag getan hätten, dann würde ich denken, das sei Buße genug um dich von deinen Sünden loszusprechen. ... Doch leider bleibt mir dieser Weg verschlossen, denn die Gesetze erlauben diese Art der Buße nicht. Obwohl es der Wille des Herrn ist. ... Er zuckte bedauernd mit den Schultern, was Lars natürlich nicht sehen konnte.

Der kniete immer noch auf der Sünderseite und kämpfte mit seinen Tränen und seiner Erektion, die sich bei der imaginären Strafandrohung des Padres in seiner Hose breit gemacht hatte. Er meinte sogar einen feuchten Fleck in seiner Unterhose zu spüren. Der Dämon in ihm kämpfte wieder.

So müssen wir denn einen anderen Weg finden, wie du Buße tun und den Dämon aus deinem Herzen vertreiben kannst. Höre! Von nun an wirst du immer wenn diese Gedanken über dich zu kommen drohen, statt dich zu beflecken die Heilige Schrift studieren. Du wirst sie nicht nur lesen, du wirst sie auswendig lernen. Ich gebe dir vor, welche Teile du studieren wirst und werde dich vor der nächsten Beichte prüfen. Dann werden wir weitersehen. Auf alle Fälle wirst du keine Zeit mehr für unkeusche Gedanken haben. Mehr kann ich dir jetzt nicht sagen. So gehe denn hin und sündige fortan nicht mehr, tu die Buße, die ich dir auferlege, bete und lerne. Das nächste Mal will ich das erste und zweite Buch Mose von dir hören.

So ließ er den armen Lars ohne Segen und ohnehin ohne Absolution zurück in die Welt schleichen. Als er nachhause kam und ihm die Dinge, die der Padre ihm gesagt hatte, immer und immer wieder in den Sinn kamen, konnte er nicht anders, als sein Handtuch rauszuholen und sofort wie wild zu onanieren, bevor er anfangen würde die Schriften von Mose zu studieren. Beim wichsen fluchte er innerlich auf die weltliche Gerichtsbarkeit.

Die Buße Padre Estebans schien auch bedingt zu wirken. Da er wirklich immer, wenn er geil wurde gleich zur Bibel griff, blieb ihm tatsächlich nicht mehr viel Zeit zum Onanieren, zumal in einem halben Jahr die Abiturprüfungen anstanden und er auch da eine ganze Menge Stoff durchzuarbeiten hatte. Aber wenn er dann doch mal, meist ganz leise vor dem Einschlafen im Bett, wenn er auch gar kein Licht zum Bibelstudium mehr hätte einschalten dürfen, um Rolf nicht zu wecken, seine Lenden erleichterte, dann waren in seinem Kopf nur noch Bilder von Padre Esteban und seiner Weidenrute. Immerhin konnte er es bei dem nächsten Beichtgespräch als Erfolg verkaufen, dass die Vorfälle seltener geworden waren. Doch von der Lossagung war er noch weit entfernt.

So ging es dann Woche für Woche weiter. Lars wurde immer bibelfester. Aber er war auch immer noch davon überzeugt, dass er abnorm und pervers war und es niemals schaffen würde, seinen Phantasien zu entkommen.

Die Zeit verging schnell, bald hatte er sein Abitur in der Tasche und in wenigen Tagen würde er das Internat und damit Padre Esteban für immer verlassen müssen. Ein letztes Mal ging er noch zur Beichte.

Der Padre, den der arme Lars so langsam doch dauerte, weil er auch gesehen hatte, mit welchem Eifer er das Studium der Schrift betrieb, beschloss ihn nicht ohne Hoffnung in die Welt hinaus ziehen zu lassen. Höre, Unglücksseliger, denn so nannte er ihn immer, ich habe gesehen, dass du echte Reue zu empfinden scheinst, aber dass du immer noch nicht stark genug bist, der Versuchung Luzifers in Gedanken zu wiederstehen. Das Böse ist stark und hat viele Wege. Auch wenn du dich nicht dagegen wehren kannst, dass Satanas dich all diese gottlosen Dinge denken lässt, so hast du aber die Macht, ihm nicht in Taten zu folgen. Bleibe keusch am Leibe und begehe ein Wallfahrt, dann will ich dir, wenn du wieder zu mir kommst die Absolution erteilen.

Lars war hocherfreut, als er das hörte. Der Padre hätte ihm kein größeres Geschenk machen können, außer vielleicht einer Sitzung mit der Weidenrute. Danke, Vater, ich danke Euch, ich werde stark bleiben und meinen teuflischen Gelüsten nicht nachgeben. Das gelobe ich feierlich. Dankbar küsste er ihm die Hand. Und wohin, Padre? Wohin soll ich pilgern? Ich könnte den Jakobsweg gehen, oder nach Rom, oder gar nach Jerusalem. Sagt es und ich breche auf, so schnell ich kann.

Das freut mich zu hören, mein Sohn! Das erste Mal seit seiner ersten Beichte, dass der Padre ihn nicht als Unglückseligen bezeichnete. Auch das war ein Geschenk für Lars. Ich habe beschlossen, dass du dahin gehen sollst, wo der Herr einst der Menschheit eine zweite Chance gegeben hat. Einen besseren Ort für dich wird es nicht geben. ... So gehe denn zum Berge Ararat, wo einst Noah mit seiner Arche strandete und das Menschengeschlecht gerettet wurde. ... So gehe denn hin mit meinem Segen, mein Sohn. ... Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes!

Amen

Und so kam es, dass Lars seinem Freund Rolf voller Begeisterung davon erzählte, dass er unbedingt die Fahrradtour, die sie sich vorgenommen hatten, zum Berg Ararat machen wollte. Im Grunde genommen war also Padre Esteban, der schöne Südamerikaner an der ganzen Misere Schuld, die daraus erwachsen war. Aber offensichtlich hatte Lars dadurch dann doch noch das bekommen, wonach er sich aus tiefster Seele gesehnt hatte. Woran man einmal mehr sieht, dass nichts so schlecht ist, dass es nicht für irgendetwas gut wäre.

Und nun wieder zurück zu Orkan und Rolf, die sich über ihre verfahrene Situation austauschen.
 

Und jetzt? Was tun wir jetzt?, fragte ich.

Na was schon? Warten das wir verkauft werden, und hoffen, dass es ein guter Käufer sein wird. Kein Organhändler und kein blutrünstiger Schwulenhasser, so hoffe ich. ... Ich sag’s ja: Schöne Scheiße!

Schöne Scheiße!, wiederholte ich. Was werden die jetzt wohl mit Lars und den anderen machen?

Keine Ahnung, antwortete Rolf. Aber die lassen sich bei ihrer Einzelfallbehandlung immer etwas originelles einfallen. Wenn ich an die letzten beiden Male denke, wird mir noch ganz schlecht. Aber ich geh’ jetzt mal nicht in die Details. Ich will dir ja keine Angst einjagen. ... Und jetzt versuch’ ein bisschen zu schlafen. Wer weiß wann wir dran sind. Er drehte sich von mir weg, suchte sich eine Schlafposition und bald hörte ich ihn leise schnarchen. Das wirkte so einschläfernd auf mich, dass ich auch bald weg war.

Stunden ... oder Minuten ... später wurden wir wieder von dem obligatorischen Peitschenhieb auf den Rücken geweckt. Lars und Co waren nicht wieder zurück gebracht worden. Die sechs Maskenmänner standen wieder bereit uns abzuholen. Weder Rolf noch ich, noch Antony leisteten auch nur den geringsten Widerstand. Willig ließen wir uns abketten und an Eiern und Halseisen aus unserem Stall herausziehen. Diesmal kamen wir billig davon. Keiner peitschte uns, keiner fickte uns, und wir mussten auch nicht die Pisse der versammelten Mannschaft saufen. Im Gegenteil. Sie schleppten uns in einen Duschraum, den auch Rolf noch nicht kannte. Uns wurden die Haare geschoren, wir bekamen eine tiefe Analspülung gesetzt, wurden dann unter die heiße Dusche gestellt und abgeschrubbt, und danach bekamen wir noch eine Rasur mit einem ultrascharfen Rasiermesser verpasst. Und nicht nur im Gesicht, sondern überall. Schwanz– Eier– Arsch und Brustbehaarung wurden grob, aber geschickt abgeschabt. Dann zerrten sie uns noch einmal unter die Dusche, wir durften uns abtrocknen und dann rieben sie uns mit einem wohlduftenden Öl am ganzen Körper ein. ... Irgendwas war im Busch!

Sie feixten die ganze Zeit herum, dass sie die Schweine jetzt hübsch für den Markt machen würden und lachten sich einen ab, als sie uns die Arschbacken auseinander ziehen ließen um rund um unsere Löcher für Haarfreiheit zu sorgen. Die Votzen wurden noch einmal ordentlich geschmiert und dann waren sie fertig. Sie rieben sich lachend die Hände, unterhielten sich über die Höhe der zu erwartenden Prämie, nahmen unsere Ketten wieder in die Hand und zerrten uns aus dem Duschraum heraus, in einen von den anderen Kellerräumen hinein. Und da trafen wir Lars, Sergeij und Jean wieder. ... Der Anblick war alles andere als ermutigend.

Sie hockten eingepfercht in viel zu kleinen Käfigen. Die Körper konnten sie kaum bewegen. Lars, der am muskulösesten und größten von allen war, ging es da am schlechtesten. ... Und es waren keine normalen Käfige, was schon schlimm genug gewesen wäre, sondern es waren welche, mit einer Aussparung für den Kopf. Also Körper im Käfig, Kopf im Freien. Sie hatten ihre Münder so komisch geöffnet, als ob sie gerade etwas sagen wollten, aber bei genauerem Hinsehen bemerkte ich, dass sie Kiefersperren trugen, die ihre Münder weit auf spreizten. So was kannte ich auch vom Tierarzt, wenn die Pferde des Nachbarn Probleme mit den Zähnen hatten. Dass es die auch für Menschen gab, war mir bis dahin nicht klar gewesen. ... Speichel rann ihnen in langen Tropfen aus den Mundwinkeln. ... Und das Schlimmste war: In der Ecke waren noch mindestens zehn baugleiche Käfige aufeinander gestapelt.

Wir mussten drei davon herunter holen, sie waren verdammt schwer, massive Stahlstäbe, wie es schien, sie neben die anderen stellen und rückwärts hinein kriechen. In die Türen waren die Löcher für die Köpfe eingearbeitet. Sie befahlen uns unsere Hälse in die halbrunde Aussparung in der unteren Türhälfte zu legen, und die andere Hälfte wurde von oben durch eine Führung hineingeschoben. Wir saßen fest wie Hühner in einer Legebatterie, die durch die Gitter das Futter aufpicken. Dann kam einer von den Wärtern zu uns und hatte für jeden einen schönen Kieferspreizer, wie sie auch die anderen drei schon im Maul hatten dabei.

Machst du das Maul freiwillig auf, oder muss ich nachhelfen?, fragte er mich drohend.

Na ja, ich wähle immer gerne den Weg des geringsten Widerstandes und gehorchte. Er quetschte mir das Teil hinter die Zähne, zurrte den Riemen hinter meinem Kopf fest und drehte an der Einstellschraube herum, um den Kiefer noch ein wenig mehr auf zu spreizen. Bequem ist was anderes! Aber du kennst das ja. Als er dieselbe Prozedur auch bei Rolf und Antony gemacht hatte, rieb er sich zufrieden die Hände, und sah seine Kollegen an.

So, verpackt sind sie jetzt. Nun muss die Fracht nur noch an ihren Platz gebracht werden. Also: Anpacken Männer!

Einer von ihnen holte einen hydraulischen Rollwagen aus der Ecke und parkte ihn neben Lars und Sergeij. Zu viert wuchteten sie die beiden Käfige samt Inhalt auf den Wagen. Einer pumpte mit der Deichsel die Hydraulik hoch, sie rangierten den Wagen hin und her und zogen ihn dann schließlich durch die Tür nach draußen. Etwa zehn Minuten später kamen sie mit leerem Wagen zurück, hievten Jean und Antony auf die Ladefläche und verschwanden auch mit ihnen. Nun war ich mit Rolf alleine. Was wohl jetzt mit uns passieren würde? Leider konnte ich Rolf nicht fragen, denn mit Kieferspreizern im Maul kann man nicht reden. Aber ich sollte es bald erfahren.

Die sechs kamen zurück und machten auch uns beide für den Abtransport fertig. Sie waren ganz schön am keuchen, als sie uns auf den Wagen hoben. Dann waren wir auch schon unterwegs. Der Weg war allerdings nicht weit und führte uns wieder in das protzige Büro von Tayyib Agha, in dem ich Bekanntschaft mit der Drei-Meter-Peitsche gemacht hatte. Unter dem Kronleuchter hielten sie an. Von den anderen vier war keine Spur zu sehen. Hatten sie sie wo anders hin gebracht? Hamet, der Schneider war auch da.

So, das sind dann die Letzten!, stellte er zufrieden fest. Die müsst ihr noch unterbringen, dann habt ihr erst einmal frei!

Sie rangierten uns noch ein wenig hin und her, bis sie dort standen, wo Hamet uns haben wollte. Er hatte wieder die Fernbedienung in der Hand, mit der er die Ketten gesteuert hatte, an denen ich bei der Auspeitschung befestigt worden war. Rasselnd senkte sich eine davon und kam genau über meinem Käfig zum Halten. Zwei der Bewacher kamen nun mit weiteren Ketten auf uns zu und machten sich an meinem Käfig zu schaffen. Sie hängten an den vier Ecken jeweils eine davon ein, befestigten die Enden an einem Ring und hängten diesen an die Kette, die von oben herunter baumelte.

So, jetzt Vorsicht!, warnte Hamet, drückte auf seiner Fernbedienung herum und sah nach oben.

Langsam strafften sich die Ketten und mit einem kleinen Ruck hob mein Käfig vom Rollwagen ab und geriet ins Schweben. Er pendelte hin und her, wurde aber von zwei Aufsehen fest gehalten und in eine ruhige Position gebracht. Dann ging es ab nach oben. Langsam schwebte ich hoch, an dem funkelnden Kronleuchter vorbei, bis unter die Decke. Und dort sah ich dann auch, im Halbdunkel, meine restlichen Kollegen wieder. Die Kette stoppte und fünf Meter unter uns wurde nun auch Rolf zum Hochziehen bereit gemacht und baumelte wenige Augenblicke später zwischen uns. Da hingen wir nun, wie Kanarienvögel, die auf die Ankunft der Katze warteten.

Unten räumten unsere Bewacher das Feld und verließen lachend den Raum. Sie hatten jetzt wohl Mittagspause oder so. Nur Hamet blieb zurück. Er sah zu uns hoch und brüllte:

So, ihr Schweine. Keinen Mucks will ich von euch hören! Verstanden?

Nun gut, antworten konnten wir ohnehin nicht. Uns blieb nichts übrig als auf die Dinge zu warten, die da kommen sollten. Ich sah, wie Hamet einen Teewagen in den Raum rollte, ihn neben der schweren Ledergarnitur abstellte, Gebäck auf den Tisch stellte und Tassen bereithielt. Es dauerte nicht lange und die Tür ging auf. Herein kam Tayyib Agha mit drei anderen Männern, wahrscheinlich unseren potentiellen Käufern. Einer davon war ein großer, muskulöser Schwarzer, einer ein eher schmächtiger Asiate und einer ein älterer Herr mit weißem Haar. ... Das war das erste Mal, dass ich Sir Harry sah.

Tayyib Agha bat sie zu den Ledersesseln, sie nahmen Platz, ließen sich Tee einschenken und begannen ein wenig Smaltalk zu halten.

Verehrte Freunde, begann der Agha, ich freue mich sehr euch heute hier zu sehen. Ich hoffe, wir werden wieder gute Geschäfte machen können. Dann stellte er die Gäste vor. Ich habe die Ehre euch miteinander bekannt zu machen. Dies hier ist der ehrwürdige Herr Li Peng aus Hongkong. Wir kennen uns schon sehr, sehr lange und haben schon viele erfolgreiche Unternehmungen gemeinsam gemacht. ... Und dies hier, er stellte den Schwarzen vor, ist der ehrenwerte Herr Mbala Mbeki aus Nigeria. Auch ein langjähriger Freund von mir. ... Und hier last, but not least, Sir Harry aus dem fernen Deutschland, auch ein sehr guter Freund, an den ich schon einige sehr schöne Exemplare verkauft habe!

Die Männer schüttelten sich die Hände, setzten sich nieder, ließen sich von Hamet Tee eingießen und plauderten ein wenig.

Der Asiate erzählte von seinem Club in Hongkong, dem Feuerspeienden Drachen, in dem viele reiche Chinesen ihre knappe Freizeit verbrachten, wenn sie in Hongkong Geschäfte machten. Wisst ihr, ehrenwerte Freunde, die Reichen in China haben mittlerweile alles. Villen, große Autos, Aktien, schöne Frauen, teure Weine, Koi-Karpfen und Rassehunde. Denen ist sehr langweilig und sie haben viel zu viel Geld. Ich helfe ihnen dabei, es wieder in Umlauf zu bringen. Bei mir im Club können sie alle Phantasien ausleben, von denen sie noch nicht einmal wussten, dass sie sie hatten. Und im Augenblick stehen europäische Sexsklaven hoch im Kurs. Ich führe ein großes Sortiment von ihnen. Alle von bester Qualität. Und viele meiner ehrenwerten Kunden finden so viel Gefallen daran, dass sie mir den einen oder anderen abkaufen und mit in ihre Villen nehmen. War früher der deutsche Luxuswagen das ultimative Statussymbol, so sind es heute für einige von ihnen, gut gewachsene, europäische Sexspielzeuge für sich und ihre Freunde. Ich bin immer bemüht, ihnen die Premiummodelle unter den Sexsklaven anbieten zu können, damit sie vor ihren Freunden ihr Gesicht nicht verlieren. Und so bin ich ständig auf der Suche nach entsprechendem Nachschub. Und der ehrenwerte Tayyib Agha hat schon oft die Freundlichkeit besessen, mir dabei zu helfen. Und so hoffe ich, dass wir auch dieses Mal ein gutes Geschäft abwickeln können.

Ach, euch gehört der Feuerspeiende Drache, verehrter Li Peng? Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit das Vergnügen dort zu Gast zu sein. Kompliment! Ein wirklich ganz ausgezeichnetes Haus. Ich habe viel Vergnügen dort gefunden und auch zwei von euren Sklaven als Andenken mit nach Hause genommen. Und sie waren jeden Dollar doppelt wert, den ich dafür bezahlt habe. Sie tun mir bis heute gute Dienste. Ihr wisst noch, was Qualität bedeutet, sagte der großgewachsene Schwarze.

Der Asiate bedankte sich für das Lob und fragte, ob der Afrikaner auch einen Club betriebe. Er habe da etwas über einen in Lagos gehört, von dem er nur das Beste berichtet bekommen hätte. Aber Herr Mbeki schüttelte den Kopf.

Nein, verehrter Li Peng. Ich bin nur Sammler. Wie ihr schon so treffend sagtet, es gibt einfach zu viel Geld auf der Welt. Aus meinen Ölquellen sprudelt es, die Diamantenminen werfen auch täglich einiges ab, die Plantagen laufen hervorragend und meine Brooker in London mehren täglich mein Aktienvermögen. Meine Bank läuft auch sehr profitabel und so habe ich mich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und widme mich meinen Hobbys: Dem Schutz der Meeresfauna und dem Sammeln von hochwertigen Sklaven. Im Augenblick suche ich vor allem nach kräftigem Nachschub für meine Galeere. Also am besten gut trainierte Sportler. Aber vor allen Dingen müssen es Weiße sein. Am liebsten nehme ich Engländer. Letzthin ist es mir gelungen bei einer Auktion in Casablanca einen Ex Ruderer vom Oxford-Achter zu ergattern. ... Der hatte tatsächlich versucht, eine Alleinexpedition nach Timbuktu zu unternehmen, als er meinem Geschäftspartner in die Hände fiel. Das hat er nun von seinem Abenteuerhunger. ... Der rudert aber wirklich ganz hervorragend. Man musste ihn zwar ein bisschen motivieren, aber was so eine Peitsche alles erreichen kann, das ist ja allgemein bekannt. ... Aber so ein Glück hat man selten.

In Afrika zeigt man wohl gerne was man hat, und wenn nicht, dann redet man darüber.

Ihr habt eine eigene Galeere?, fragte der Asiate höflich. Eine große?

Aber ja!, sprudelte es aus Herrn Mbeki heraus. Achtzehn Ruderer. Ein Nachbau einer römischen Militärgaleere. Hab’ ich mir in Deutschland, in Ratzeburg, bauen lassen. Natürlich etwas modifiziert. Allzu komfortabel waren ja diese römischen Galeeren nicht. Aber meine hat im Heck eine sehr gemütliche Lounge, von der aus man der Mannschaft beim Rudern zusehen, und sich bei Belieben, etwas für den Abend aussuchen kann. Es ist immer Musik in meinen Ohren, wenn ich ihre Ketten klirren, die Peitsche knallen und die Trommel schlagen höre.

Und wo, mit Verlaub, setzt ihr eure Galeere ein? Ich denke, kaum ein Hafen wird heutzutage noch eine Sklavengaleere einlaufen lassen, erkundigte sich nun Sir Harry.

Ja, das ist wirklich etwas schwierig. Bis in die Emirate ist es einfach zu weit. Ums Kap der Guten Hoffnung würde ich sie nicht schicken wollen. Aber ich bin im Besitz einiger Inseln, ein paar dutzend Seemeilen vor der Küste. Von einer von ihnen haben die Engländer früher ihren Sklavenhandel nach Amerika organisiert. Ich habe sie gekauft, die Gebäude restaurieren lassen, und den Spieß einfach umgedreht. Nun dienen dort weiße Sklaven schwarzen Herren. Es gibt dort eine große geschützte Bucht, die nur eine kleine Durchfahrt mit dem offenen Meer verbindet. Dort liefen früher die Sklavenschiffe nach Amerika aus. Nun rudert darauf meine Sklavengaleere herum. Bei gutem Wetter mache ich mit meinen Freunden und Mitarbeitern auch manchmal Ausflüge zu meiner Nachbarinsel. Da macht man dann ein bisschen Barbecue, ein bisschen Galeerensklaven ficken, und dann lassen wir uns wieder nach Hause rudern. Das ist so meine kleine private Rache an der Geschichte. Auf Barbuda hab’ ich extra eine historische Rum-Destille gekauft und sie bei mir auf der Insel wieder aufbauen lassen. Eine Zuckerrohrplantage habe ich auch, und so kann das weiße Pack, genau wie meine Vorfahren, die Freuden des Sklavenlebens erfahren. ... So hat eben jeder sein kleines Hobby, der eine sammelt Briefmarken, der andere Sklaven.

Herr Mbeki schien ein ziemlicher Angeber zu sein, aber scheinbar einer mit viel Geld. Sir Harry fragte weiter nach.

Barbuda? Liegt das nicht bei Antigua. Irgendetwas hab’ ich mal darüber gelesen. ... Haben da nicht die Engländer im 17. Jahrhundert versucht so eine Art Supersklaven für die Plantagen zu züchten?

Oh, ihr seid aber sehr gut informiert, werter Sir Harry. ... Ja, es gab diese Versuche. Man hat die größten, kräftigsten Männer aus Ghana und der Elfenbeinküste, mit den größten, kräftigsten Frauen von dort zusammen gebracht. Und das hat tatsächlich funktioniert. Auf Barbuda leben die größten Leute, die ich je gesehen habe. Meine Brüder dort sind selten unter zwei Meter groß und ..., er grinste, sie haben nicht nur große Hände, das kann ich euch sagen. Deshalb stammen auch einige meiner besten Aufseher von dort. Ich habe sie angeheuert damit sie dem weißen Pack so richtig ordentlich die Ärsche aufreißen können. Und angesichts ihrer Geschichte tun sie das auch sehr gerne. Ich zahle gut und sie haben ihren Spaß bei mir. Denn ich muss gestehen, die Frauen auf Barbuda haben selbst mir Angst gemacht. Meine Brüder von dort sind immer froh, wenn sie sich einmal ordentlich austoben können. Nun flüsterte er fast. Ich muss euch sagen, nie sah ich Brüder mit derart großen Penissen. Und ihr wisst ja, dass wir Schwarzen euch in diesem Punkt ohnehin weit überlegen sind.

Sir Harry, Herr Li Peng und Tayyib Agha schauten etwas indigniert angesichts dieser Bekenntnisse. Es gehört ja nicht unbedingt zum guten Ton, mit seiner Schwanzgröße zu prahlen. Aber der Gastgeber rettete die Situation. Schön, liebe Freunde, sagte er, dann lasst uns nun zum Geschäft kommen.

Eine sehr gute Idee, werter Tayyib Agha. Sagt, wo habt ihr die Ware denn versteckt?, witzelte Herr Li Peng gezwungen.

Tayyib Agha grinste breit, schnipste mit den Fingern und Hamet nahm die Fernbedienung wieder zur Hand. Er drückte ein paar Knöpfe, das Licht wurde dunkler und die sechs Käfige, mit uns Sklaven drin, schwebten langsam zu den Klängen des Chors der Gefangenen aus der Oper Nabucco am Kronleuchter vorbei nach unten. ... Humor hatte er ja, der gute Tayyib Agha.

Etwa auf Augenhöhe kamen wir zum Stillstand. Herr Mbeki klatschte aufgeregt in die Hände. Welch eine gelungene Präsentation, werter Tayyib Agha. Ihr versteht es gut, eure Ware anzupreisen. Er stand auf und warf einen näheren Blick auf das Angebot. Dabei fiel ihm Antony, unser schwarzer Kollege ins Auge. Sofort wendete er sich an Tayyib Agha. Er klang empört. Werter Agha, wie ich sehe, habt ihr auch einen meiner Brüder im Angebot. Ich ersuche euch dringend, ihn sofort aus seiner misslichen Lage zu befreien. Ich kann es nicht zulassen, dass sich die Geschichte in meiner Gegenwart wiederholt. Ich kaufe ihn! ... Nach einem kurzen Blick auf den Rest der Käfige zeigte er noch auf Lars und Rolf. Und den, und den kann ich auch gebrauchen! Also, kommen wir ins Geschäft?

Also eigentlich, werter Freund, verkaufe ich immer an den Meistbietenden. Macht mir ein Angebot und wir werden sehen.

Mbeki seufzte genervt, zog ein Scheckbuch aus der Jackentasche, schlug es auf, schrieb einen Scheck aus und reichte ihn an unseren Besitzer. Der sah ihn sich an und ich konnte förmlich das Leuchten von Dollarzeichen in seinen Augen sehen.

Das ist nun wahrlich ein sehr großzügiges Angebot, werter Freund. Darf ich es den anderen Interessenten zur Kenntnis geben?

Mbeki nickte huldvoll und Tayyib Agha reichte den Scheck herum. Die beiden andern Kunden schüttelten den Kopf.

Nein, da kann ich nicht mithalten!, sagte Sir Harry.

Und ich werde dem werten Mbala Mbeki den Vortritt lassen, wenn er denn so an den dreien interessiert ist. Es gibt ja noch mehr im Angebot.

Zufrieden nickte der reiche Afrikaner. Das ist sehr ehrenwert von euch Li Peng. Ich danke euch herzlich für euer Entgegenkommen. Er wendete sich wieder an Tayyib Agha. Und nun ersuche ich euch, meinen schwarzen Bruder sofort aus seinem Gefängnis heraus zu lassen.

Natürlich werter Freund. Jetzt gehört er ja euch.

Im Nu hatte Hamet Antonys Käfig herab gelassen, und ihn befreit. Antony konnte sein Glück kaum fassen. Er reckte sich, streckte sich, massierte sich die schmerzenden Kiefergelenke, trat vor Mbeki hin und kniete nieder.

Danke Herr, danke, dass ihr mich befreit habt. Das werde ich euch nie vergessen.

Mbeki legte seinen Finger unter Antonys Kinn und bedeutete ihm aufzustehen. Nenn’ mich nicht Herr, Bruder. Du bist frei wie ein Vogel. Du kannst gehen wohin du willst. Aber du kannst mich auch auf meine Insel begleiten. Kräftige junge Männer, wie dich, kann ich da immer gebrauchen. Und dort wirst du Herr genannt werden. Jedenfalls von dem ganzen, weißen Sklavenpack. Ich zahle gut, und du kannst jederzeit gehen.

Antony strahlte. Gerne, gerne komme ich mit ins Paradies. Ich hasse die Weißen! Den nächsten der mich gefickt hätte, den hätte ich umgebracht. Ich bin ein Hengst und keine Stute und freue mich schon darauf, deine Sklaven einzureiten. Meine Familie stammt sogar auch aus Ghana. Wer weiß? Vielleicht sind wir sogar verwandt. ... In Missouri hat mein Urgroßvater noch in Ketten gelegen. An ihn werde ich denken, wenn ich deine weißen Sklaven vor mir habe. Danke, Bruder, danke!

Schon gut, junger Mann. Ich helfe, wo ich kann. Er sah wieder zu unserem Gastgeber herüber. Nehmt meinem Freund die Eisen ab, Tayyib Agha. Er ist jetzt ein freier Mann.

Normalerweise nehmen die Kunden die Sklaven immer mit den Fesseln, aber wenn ihr darauf besteht ...

Ja, ich bestehe darauf! Also bitte!

Tayyib Agha gab Hamet einen Wink, der verschwand kurz nach nebenan und kam mit einem Gerät und einem dicken Tuch in der Hand zurück. Es war eine chirurgische Miniaturflex, mit der sonst wohl eher Brustbeine aufgesägt wurden. Er bat Antony zum Schreibtisch, ließ ihn eine Hand darauf legen, deckte den Arm mit dem Tuch ab und machte sich ans Werk. Die Funken sprühten nur so, aber Antony verzog keine Miene. Bald lag das erste Eisen auf dem Boden. Genauso verfuhr er mit den restlichen Fesseln. Nun waren das Halseisen und der Eierring noch übrig.

Das ist nun ein klein wenig gefährlich. Du darfst dich nicht bewegen!

Antony nickte und legte seinen Kopf auf den Tisch. Hamet verhüllte Hals und Kopf sorgsam mit seinem Tuch – asbesthaltiges Gewebe, wie er erklärte – und begann nur wenige Zentimeter von Antonys Halsschlagader entfernt, das Halseisen durch zu flexen. Ein wahrer Funkenregen ging über Antony nieder und es dauerte einige Minuten, bis das Eisen scheppernd auf den Boden fiel.

Für den letzten Ring muss ich dich bitten dich hin zu legen. An diese Stelle ist nur sehr schwer heran zu kommen.

Und so legte sich der immer noch nackte Antony auf Tayyibs Aghas Schreibtisch, griff nach seinem Schwanz, zog ihn nach oben, und präsentierte Hamet seine Eier. Der deckte wieder alles sorgsam ab und machte sich ans Werk. Mir stockte fast der Atem vom bloßen zusehen. Eine falsche Bewegung von Hamet, ein Zucken von Antony und er hätte eine schöne Karriere als Eunuch vor sich gehabt. Antony bewegte sich keinen Millimeter, als sich die Flex kreischend durch das Metall fraß, aber ich sah Schweißtropfen auf seiner Stirn.

Geschafft!, verkündete Hamet erleichtert, aber in diesem Moment schrie Antony laut auf. Ich sah Blut auf das Tuch spritzen. ... Zum Glück nur sehr wenig Blut. Hamet hatte Antonys Sack nur ganz leicht angeritzt, aber sofort drückte er eine Kompresse auf die kleine Wunde. Antony saß nun aufrecht auf dem Schreibtisch und funkelte Hamet wütend an, stieß seine Hand grob weg und drückte den Mull selber auf die Wunde.

Nicht so schlimm. Es blutet fast nicht mehr. Hauptsache der verdammte Ring ist ab!

Ungeschicktes Personal habt ihr, Tayyib Agha. Ich würde ihn für so eine Stümperei hart bestrafen. Aber es ist ja euer Angestellter. ... Und nun muss ich darum bitten, meinem jungen Freund etwas Angemessenes zum Anziehen zu bringen. Er ist kein Sklave mehr und braucht nicht mehr nackt herum zu stehen, rügte Mbeki.

Der Scheck musste ganz schön hoch gewesen sein, dass Tayyib Agha sich so einen Ton in seinem eigenen Büro gefallen ließ. Aber er war in erster Linie Geschäftsmann. Also ließ er Hamet wieder springen und der kam mit eben dem Kleiderständer und dem Rollwagen an, mit dem man mich in die Falle gelockt hatte. Diesmal jedoch suchte sich Antony in aller Ruhe etwas aus, zog sich an und sah danach wie aus dem Ei gepellt aus. Die Krawatte ließ er sich von Hamet binden und sah sich zufrieden in dem mitgebrachten Spiegel an. Nichts erinnerte daran, dass er vor einer halben Stunde noch ein Sklave war, der zum Verkauf stand. Ja, ja, ... Kleider machen Leute!

Gut siehst du aus, junger Freund. Besser hätte ich mein Geld nicht anlegen können, lobte der schwarze Milliardär. Ich bin sehr zufrieden Tayyib Agha. Das habt ihr gut gemacht. ... Nun lasst mich die anderen beiden in Ruhe begutachten.

Er schlenderte zu Rolfs Käfig hinüber. Wir hingen ja immer noch auf Augenhöhe und so brauchte sich Mbeki für die Inspektion nicht einmal zu bücken. Er drehte den Käfig hin und her, griff hinein, befühlte Rolfs Arsch, seine muskulösen Beine, prüfte die Größe seines Schwanzes, lachte leise höhnisch auf, tastete Rolfs Eier ab und kniff fest in seinen kräftigen Bergsteigerbizeps. Dann sah er sich noch sein Gebiss an, was durch den Kieferspreizer ein Leichtes war. Er schien zufrieden zu sein.

Ja, der wird ein guter Ruderer, da bin ich mir sicher. Made in Germany war ja schon immer ein Zeichen für gute Qualität. ... So, und nun zu dem anderen Exemplar. Er gab Rolfs Käfig einen kleinen Stoß, so dass der jetzt hilflos hin und her schaukelte und wendete sich zu Lars hin.

Seid vorsichtig, mein Freund. Dieser da ist ein Biest. Er zitiert dauernd Verse aus dem Buch der Ungläubigen. Aber meine Leute haben mir gesagt, er sei die beste Stute von allen. Ich denke, der braucht eine harte Hand, warnte Tayyib Agha seinen Kunden.

Aaahh ... ein kleiner Rebell also! Die sind mir am liebsten. Den nehm’ ich unbesehen. ... Bei den beiden könnt ihr die Eisen auch gerne dran lassen. Das kann ja nicht schaden. Somit war das Geschäft besiegelt und die beiden gaben sich einen Handschlag. Ihr könnt mir die zwei dann einpacken. Meine Leute haben oben im Wagen Transportkisten vorbereitet. Wenn es euch recht ist, sage ich ihnen Bescheid, zwei davon her bringen zu lassen.

Natürlich, werter Mbala Mbeki, wie ihr wünscht.

Mbeki zückte ein Handy, sprach ein paar Worte hinein und steckte es wieder weg. Eine letzte Bitte habe ich noch an euch, werter Tayyib Agha. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht meinen neuen Besitz immer gleich zu kennzeichnen. Habt ihr vielleicht ein paar starke Männer für mich, die mir helfen könnten?

Natürlich, lieber Freund, euer Wunsch ist mir Befehl!

Er tuschelte etwas mit Hamet, der ging raus und kam kurze Zeit später mit den sechs Maskenmännern zurück. Rolf und Lars wurden zu Boden gelassen und aus den Käfigen heraus gezerrt. Mbeki grinste zufrieden. Lars wehrte sich nicht. Im Gegenteil. Er sank vor Mbala Mbeki auf die Knie.

Jeder soll in dem Stand bleiben, in dem ihn der Ruf Gottes getroffen hat. Wenn Du als Sklave berufen wurdest, soll dich das nicht bedrücken. Auch wenn Du frei werden kannst, lebe lieber als Sklave weiter. (1. Kor. 7; 20-21) Ich danke euch, dass ihr mich gekauft habt Herr, ich werde euch ein guter Sklave sein!, nuschelte er undeutlich durch seinen Kieferspreizer.

Mbeki lachte. Das soll ein Rebell sein? Der kommt mir eher wie ein Clown vor. Was erzählt der da?

Da Lars seine Bibel nur auf Deutsch konnte, sprang Sir Harry ein und übersetzte sinngemäß.

Mbeki lachte wieder. Na, das nenn’ ich ja eine gute Anfangseinstellung. Frag ihn doch mal, ob er noch mehr davon auf Lager hat.

Sir Harry tat ihm den Gefallen.

Wenn einer seinen Sklaven oder seine Sklavin mit dem Stock so schlägt, dass er unter seiner Hand stirbt, dann muss der Sklave gerächt werden. Wenn er noch einen oder zwei Tage am Leben bleibt, dann soll den Täter keine Rache treffen; es geht ja um sein Eigentum. (2. Mose 21, 20 – 21) Nun beugte Lars sich so weit nieder, dass er die Schuhe seines neuen Besitzers küssen konnte. Dabei streckte er seinen nackten, knackigen Radfahrerarsch verführerisch nach oben. Danke, dass ihr mein strenger Herr sein wollt!

Und wieder übersetzte Harry.

Mbeki zog die Augenbraue erstaunt nach oben. Na, der hat ja Phantasien, der Sklave, als ob ich einen Sklaven so züchtigen würde, dass er stirbt. Wie käme ich dazu. Das Pack ist mir so lieb, wie meine eigenen Kinder! Aber ich glaube, mit dem kann man Spaß haben. Frag ihn ob er noch einen hat!

Gesagt, getan. Ein Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, aber nicht befolgt, soll geschlagen werden. (Lukas 12,47) Und wieder küsste Lars den Schuh und reckte das Ärschlein nach oben.

Als Mbeki die Übersetzung hörte, nickte er beifällig und ging neben Lars in die Hocke. Er tätschelte seinen Kopf, wie man das bei einem Hund macht, der das Stöckchen geholt hat. Mit der anderen Hand fuhr er ihm zwischen die Arschbacken und schob ihm zwei, drei Finger in die Votze. Ach, schön vorgeweitet und geschmiert bist du auch! Sehr schön! Vielleicht lass ich dich vor dem Transport nach Hause nochmal in meine Suite bringen. Doch, du gefällst mir. Einen Sklavenprediger habe ich noch nicht in meiner Sammlung. Lars stöhnte aufgegeilt. Als Mbeki seine Hand weiter zwischen Lars’ Beinen hindurchschob und seinen steinharten Schwanz ertastete, lachte er aufs Neue, gab ihm einen Schlag mit der Hand auf den Arsch und erhob sich wieder. Doch, der gefällt mir wirklich!, sagte er zu Tayyib Agha, und den anderen, er deutete auf Rolf, kann man auch brauchen!

Mehr Beachtung schenkte er ihm nicht. Offensichtlich war Lars der Star und offensichtlich würde Rolf auch auf der Galeere die zweite Geige spielen. Aber Rolf war sehr anpassungsfähig. Und nun würden wenigstens seine Wünsche nach schwarzen Schwänzen wohl bald bis zur Genüge erfüllt werden. Hoffte er zumindest.

Zuerst den Rebellen!, entschied Mbeki. Beugt ihn über den Tisch und haltet ihn gut fest! Dann klappte er seine Aktentasche auf und holte einige Utensilien heraus. Ich habe immer alles dabei was ich brauche!, sagte er.

Lars lag voller Aufregung und Herzklopfen auf den Tisch gepresst. Er hatte verstanden, dass er markiert werden sollte und die Bilder vom Jüngsten Gericht in seiner Kirche zuhause schossen wieder durch seinen Kopf. Bilder von Teufeln mit glühenden Zangen, die die Verdammten erbarmungslos brandmarkten. Gleich würde er auch die Schmerzen spüren, die die Märtyrer geheiligt hatten. Sein Schwanz pochte.

Doch diesmal wurde er enttäuscht. Mbeki dachte nicht einmal daran seinen neuen Sklaven zu brandmarken. Diese Ehre würde er sich erarbeiten und darum bitten müssen. Brandings und Scarvings spielten in der Tradition seiner Leute eine zu wichtige Rolle, als das man sie unbedacht einsetzen würde. Außerdem würde das Sklavenpack mit einem Branding am Arsch nicht auf der Galeere rudern können. Stundenlanges sitzen mit frischem Brandzeichen würde die Ware dauerhaft beschädigen, könnte zu Entzündungen, Fieber und eventuell sogar zum Totalverlust führen. Für neues Sklavenpack hatte er etwas anderes. Etwas, was die Wertigkeit der Sklaven noch einmal demonstrierte. Was er da vor sich aufgebaut hatte, war ein großes Stempelkissen und ein Rollstempelset mit verschiedenen Größen, wie man es in Schlachthöfen zur Kennzeichnung von Schweinehälften und ähnlichem benutzt. Die Spezialfarbe war mit keinem Lösungsmittel weg zu bekommen, ohne die Haut darunter wegzuätzen. Einmal aufgebracht, hielt sie wochenlang, bis man sie wieder erneuern musste.

Antony sah ihm interessiert zu, bei dem was er da routiniert tat. Zuerst fuhr er mit der größten Stempelrolle einmal quer über den Rücken. SLAVE war dort nun in dunkelblauer Schrift zu lesen. Dasselbe machte er mit einer kleineren Ausführung auf jeder Arschbacke. Dann nahm er einen normalen Stempel und drückte ihn jeweils unter die Schriftzüge. Das war sein persönliches Siegel. Die Umrisse von Afrika und seine Initialen, die Afrika umschlangen. Nun wurde Lars umgedreht, bekam einen Aufdruck auf dem Brustkorb, der Stirn und zuletzt auch auf den Schwanz. Wieder wurde das Siegel daneben gestempelt und damit war der Markierungsarbeit genüge getan. Dann war Rolf an der Reihe und Mbeki überließ es Antony den Sklaven zu kennzeichnen. Da er das zum ersten Mal machte war die Schrift fast überall ein wenig verschwommen, aber Rolf war es ja gewöhnt, dass Lars bevorzugt behandelt wurde.

Es klopfte an der Tür und Mbekis Leute mit den Transportkisten wurden eingelassen. Auch die wurden wieder auf einem Hydraulikwagen transportiert. Es waren grob gezimmerte Holzkisten, mit dem Aufdruck Caution! Living Animals!. Die Deckel wurde geöffnet und nachdem Tayyib Aghas Männer Lars und Rolf die Hände und Füße wieder zusammen gekettet hatten, hoben die sehr kräftig aussehenden, schwarzen Mitarbeiter Mbala Mbekis die ängstlichen Haufen Fleisch von oben hinein, und schlossen die Deckel. Mbeki ließ es sich nicht nehmen, sie eigenhändig zuzunageln. Zufrieden klopfte er darauf.

So, das hält. Mein Privatjet steht bereit, die Fracht ist gesichert, ein neuer Freund gewonnen und mit einem alten Freund gute Geschäfte gemacht. Es war mir ein Vergnügen, Tayyib Agha. Ich freue mich auf das nächste Mal.

Er verabschiedete sich noch von Sir Harry und Li Peng, klopfte Antony auffordernd auf den Rücken und meinte: Komm’ mit mein Freund. Komm’ mit in ein neues Leben.

Die Kisten wurden hinaus geschoben und Antony und sein neuer Freund gingen zufrieden hinterher. ... Herrgott, war ich froh, dass Mbeki mich nicht haben wollte. Nun war er weg, der gute Rolf. Soll sich seine Sehnsucht nach schwarzen Schwänzen erfüllen! ... Die andern beiden waren mir in dem Moment ziemlich egal. Ich hatte selber genug Sorgen.

Nun waren nur noch zwei potentielle Käufer zurück geblieben. Der Chinese und Sir Harry aus Deutschland. Wenn ich selber hätte entscheiden können, hätte ich nicht lange überlegen müssen. ... Der Gedanke an Hongkong und reiche Chinesen war mir doch sehr unheimlich. Dann lieber ein ordentlicher Männerpuff in Deutschland. Ich war mir sicher, dass es im Vergleich zu der Fischerhütte auf alle Fälle ein Fortschritt sein würde. Aber ich musste die Verhandlungen abwarten.

Ich hoffe, dass Herr Mbeki mit seinen Einkäufen zufrieden sein wird. Ich hatte den Eindruck, dass er ein sehr anspruchsvoller Kunde ist, der genau weiß was er will. Möge Allah mit ihm und seinen neuen Sklaven sein. ... Doch nun sollten wir über den Rest meines Angebotes sprechen. Seht sie euch an, werte Freunde. Drei Prachtexemplare ihrer Art. Jung, gut gebaut, willig und eingeritten. Was will man mehr. Dieses hier, er zeigte auf mich, hat sogar einschlägige Erfahrungen als Dorfnutte gesammelt. Ich bin mir sicher, dass es eine Bereicherung für eure Clubs und eure Kunden sein wird. Aber auch die beiden anderen werden euch gute Dienste leisten. Seit sechs Wochen sind sie hier in der Ausbildung gewesen und meine Leute waren voll des Lobes. Also seht sie euch genau an und macht mir eure Angebote!

Sagt, ehrenwerter Tayyib Agha, sind das wirklich alle, die ihr noch zur Verfügung habt? Ich hatte eigentlich mit einer größeren Auswahl gerechnet. Im letzten Monat konnte ich fünf meiner besten Stücke an neue Herren weiter vermitteln und ich hoffte auf Ersatz. Aber nun sagt ihr, ihr habt nur noch diese drei Exemplare hier. Ich muss gestehen, ich bin ein wenig enttäuscht. Der Weg von Hongkong hierher ist lang, und das Leben ist kurz. ... Aber was nicht zu ändern ist, ist nicht zu ändern, wie Konfuze sagt. Also dann habt die Güte und lasst uns die Ware genauer begutachten. Ich möchte gern ein paar Untersuchungen machen, denn Konfuze sagt auch, wer die Katze im Sack kauft, darf sich nicht wundern, wenn sie ein Kanarienvogel ist.

Natürlich, lieber Freund. Untersucht nur was ihr wollt. Ich habe nichts zu verbergen.

Er gab Hamet einen Wink, der ließ unsere Käfige zu Boden sinken, befreite unsere Köpfe aus den Metallkrausen, öffnete die Käfigtüren und ließ uns heraus kriechen. Ich kam mir vor wie ein Seemann, der nach langer Reise wieder an Land geht. Dieser Schwebezustand war mir doch sehr unangenehm gewesen.

Herr Li holte aus seiner Reisetasche sein Untersuchungsequipment heraus. Zuerst möchte ich ihr Gewicht prüfen! Er legte eine zusammenrollbare Waage, neuestes Meisterstück chinesischer Kopierkunst, vor uns auf den Boden und wir mussten uns nacheinander darauf stellen. Er notierte sich die Ergebnisse genau auf einer Kladde. Dann fing er an uns zu vermessen. Zuerst die Körpergröße, dann Brust– und Bauchumfang. Mit einer digitalen Schieblehre vermaß er die Größe unserer Eier. Er ging dabei flink und routiniert vor und schrieb die Ergebnisse akribisch nieder. Dann legte er unsere Schwänze in die Lehre und nahm Durchmesser und Länge im Rohzustand auf. Allerdings waren sie bei uns allen drei nach dem Anblick der Brandzeichenzermonie vor lauter Panik zu kleinen unansehnlichen Würstchen geworden.

Werter Tayyib Agha, es wäre gut zu wissen, welche Größe die Penisse der Ware in erigiertem Zustand haben. Könnt ihr bitte dafür Sorge tragen, dass ich auch diese Maße nehmen kann? Fast anklagend deutete er auf unsere geschrumpelten Geschlechtsteile.

Tayyib Agha gab wieder Hamet einen Wink, denn natürlich war es weit unter seiner Würde, sich um die Erektionen seiner Handelsgüter selbst zu kümmern.

Habt ihr nicht gehört, ihr Schweine. Der ehrenwerte Li Peng will eure Schwänze steif sehen! Also los! Hoch damit, oder wollt ihr die Peitsche wieder spüren?

Eingeschüchtert begannen wir alle drei unsere Schwänze hoch zu wichsen. Hamet stand ungnädig vor uns, sah uns auf die Finger und wippte ungeduldig mit dem Fuß.

Na, wird’s bald? Wir haben nicht ewig Zeit, schnauzte er uns an.

Wir intensivierten unsere Bemühungen, aber Angst ist eine verdammt schlechte Erektionshilfe. Ich machte die Augen zu und versuchte an meinen geilen Cousin Mahmoud zu denken. Einfach alle Brandeisen und Transportkisten dieser Welt vergessen! Und es funktionierte. Ich spürte wie sich mein Schwanz mit Blut füllte und sich langsam aufrichtete. Nicht lange und ich hatte ihn zu voller Größe ausgefahren. Zufrieden machte ich die Augen wieder auf. Li Peng und Sir Harry besahen sich das Ergebnis. Der Chinese setzte seine Schieblehre wieder an und kam so, digital genau, an die Längen– Durchmesser und Umfangsdaten meines guten Stückes. Er nickte zufrieden, als er seine Notizen machte. Meine Kollegen hingegen hatten bei ihren Bemühungen weniger Erfolg. Sergeijs an und für sich sehr schöner, großer Sklavenriemen hing gerade Mal so auf Halbmast und bei Jean, dem geilen Franzosen tat sich gar nichts.

So kann ich nicht messen!, sagte Herr Li ungnädig. Das sieht nicht gut aus!

Hamet trat hinter mich. Mein Schwanz wippte immer noch freudig vor sich hin. Die Bedeutung des Wortes Erektionsproblem war ihm heute zum Glück nicht geläufig. Hamed löste die Schnalle mit der mein Kieferspreizer fest gemacht war und fummelte mir das Ding aus dem Maul. Ich hustete, spuckte aus, bewegte meinen Unterkiefer hin und her, da drückte er mich auch schon zu Boden.

Los, du Schwuchtel! Hilf den schlaffen Schweinen auf die Beine!

Er hielt mich im Genick gepackt und drückte mich auf Sergeijs halbsteifen Schwanz. Nun ja, blasen kann ich ja wirklich gut und so gelang es mir in kurzer Zeit den geilen Russenschwanz auf volle Kampfstärke zu bringen. Nun war er sogar größer als mein eigener und immer noch rammte ich ihn mir tief in den Hals, so dass der Sabber nur so spritzte.

Genug!, entschied Hamet und zog mich an meinem Halseisen zurück. Li Peng sah beeindruckt aus. Ich wusste nicht, ob er von Sergeijs Schwanz oder meinen Blaskünsten so angetan war. Dann nahm er Maß, und notierte stirnrunzelnd das Ergebnis. Hamet hatte mein Maul schon auf Jeans schlaffen Schwanz geschoben, aber trotz aller Künste, die ich einsetzte gelang es mir nicht mehr als eine dreiviertel Erektion zu erreichen. Hamet hatte sich schon mein Halseisen gegriffen, wollte mich zurückziehen, aber ich hob beschwichtigend die Hand und machte weiter. Denn ich dachte, wenn Jean keine Erektion zustande bekäme, würde er bestimmt in Schwierigkeiten geraten. Ich kraulte seine Eier beim Blasen, nahm dann die Hände nach oben und spielte ihm an den Nippeln. Ich lutschte und schluckte an seinem Schwanz als würde es um mein eigenes Wohl gehen. Ich wollte auf keinen Fall so unsolidarisch wie Antony sein, denn ich fand, wir Sklaven müssten zusammen halten. Und schließlich gelang es mir dann doch seinen Riemen steif und hart zu bekommen. Und ich hatte auch noch Spaß dabei. Ich spürte sogar ein paar Tropfen Vorsaft, die sich auf meiner Eichel versammelten. Auch der Kundschaft blieb das nicht verborgen. Sir Harry schaute sehr interessiert, Li Peng notierte wieder etwas in meiner Spalte. Dann wurde Jean vermessen, die Ergebnisse eingetragen und der Messschieber weg gelegt.

Nun nahm Li Peng ein medizinisch aussehendes Gerät vom Tisch auf dem er seine Sachen ausgebreitet hatte. So etwas hatte ich noch nie gesehen und mir war nicht klar, wozu man es benötigte. Heute weiß ich, dass man so etwas ein Speculum nennt, aber ich hatte noch nie einen Termin bei einem Urologen gehabt und so war es mir völlig unbekannt. Aber nicht lange, und ich wusste wozu es diente.

Er scheuchte uns drei zu Tayyib Aghas Schreibtisch und wir mussten uns nebeneinander darüber beugen. Er bedeutete uns mit leichten Fußtritten an die Waden unsere Beine auseinander zu spreizen. Er zog einen Gummihandschuh über und begann unsere Votzen zu untersuchen. Bei Sergeij fing er an. Dadurch, dass wir ja vorgeschmiert waren, drang sein Finger ohne Probleme in Sergeijs Loch ein. Er tastete ein wenig darin herum, wie ich heute weiß untersuchte er die Prostata, dann zog er ihn wieder raus, setzte das glänzende Metallgerät an und schob es grob in ihn hinein. Sergeij stöhnte, eher aus Schmerz denn aus Lust. Li Peng drehte nun an der Schraube, die an der Seite des Speculums war, es spreizte sich und Sergeijs Loch auseinander, so dass sich freie Sicht in sein Innerstes ergab. Li Peng nahm eine Taschenlampe, leuchtete hinein, drehte das Gerät hin und her und machte dann kopfschüttelnd seine Notizen.

Dieser hier, verehrter Tayyib Agha neigt zu Hämorrhoiden. Das wird über kurz oder lang Probleme geben. So etwa mögen die meisten Kunden gar nicht!

Nun fuhr er bei Jean auf die gleiche Weise fort. Aber auch da hatte er etwas auszusetzen. Die Rosette von diesem hier sieht viel zu unregelmäßig aus, seht ihr hier diese Pigmentstörung. Und wenn mich nicht alles täuscht sehe ich da auch noch kleine Feigwarzen. Die müssen auch zuerst weg gelasert werden, bevor man ihn benutzen kann!

Nun gut, er wollte wahrscheinlich den Preis drücken. ... Dann war ich an der Reihe. Der Finger im Gummihandschuh bereitete mir ein angenehmes Kribbeln und als er das mittlerweile körperwarme Speculum in mich hinein schob und es auseinander spreizte, entfuhr mir ein wohliges Stöhnen. Auch in mich leuchtete er hinein und suchte nach Makeln. Doch offensichtlich konnte er keine finden.

Dieses Exemplar hier ist geradezu perfekt. Schöne, samtige Schleimhaut, keine Verletzungen, keine Hämorrhoiden, und seine Rosette wunderschön symetrisch und dadurch, dass sie etwas dunkler ist, als seine Haut, einfach wie gemalt. Da habt ihr wirklich ein Spitzenprodukt, Tayyib Agha!, sagte er anerkennend und machte fleißig Notizen.

Nun wurden wir vom Tisch herunter kommandiert und mussten uns vor ihn stellen. Er nahm wieder seine Taschenlampe und leuchtete in die aufgespreizten Mäuler von Jean und Sergeij. Auch hier war er unzufrieden. Der eine hatte schiefe Zähne und beim anderen entdeckte er Karies. Die Spalten auf der Kladde wurden immer voller.

Als ich mein Maul weit für ihn öffnete und er sorgfältig prüfte, nickte er wieder anerkennend.

Auch hier kann ich keinen Makel finden, Tayyib Agha. Ich bin sehr angetan von diesem Stück vorzüglichen Nutzfleisches. Doch wenn ihr erlaubt, würde ich gerne noch eine letzte Untersuchung durchführen. Dazu müsste ich allerdings jedem eine kleine Blutprobe entnehmen. Nicht viel. Ein Tropfen genügt.

Tayyib Agha hatte nichts dagegen, so stach er zuerst mir ins Ohrläppchen, zog einen Tropfen Blut in eine Pipette und tropfte es auf einen Teststreifen, den er in ein kleines Zusatzgerät an seinem Smartphone schob. Nach etwa dreißig Sekunden piepte es.

Testosteron, Blutgruppe, Cholesterin, Leberwerte ..., murmelte er vor sich hin als er das Ergebnis ablas. Und wieder Notizen. Als er dann Jean und Sergeij auch getestet hatte, seine Kladde noch einmal studiert, Häkchen gesetzt und Ausrufungszeichen gemacht hatte, wendete er sich wieder an Tayyib Agha.

Gut, werter Freund. Ich konnte mir ein Bild machen. An diesem hier, er deutete auf mich, bin ich sehr interessiert. Wenn ihr mehr davon auftreiben könnt, dann gebt mir auf alle Fälle Bescheid. Dafür lohnt sich auch die weite Reise. Ein ganz bemerkenswertes Exemplar. ... Die andern beiden ... nun ja, bei uns sagt man In der Not frisst der Drachen Mäuse. Wenn ihr mir einen vernünftigen Preis macht, nehme ich die beiden mit. Aber um ehrlich zu sein, ich finde sie sind ganz schöne Ramschware. ... Also, was sagt ihr?

Nun, werter Freund, zuerst möchte ich von Sir Harry hören, an was er interessiert ist. Dann können wir über Preise reden. Aber ich muss doch sehr bitten. Ramschware würde ich nie verkaufen, das wisst ihr, oder wart ihr jemals unzufrieden mit dem was ihr mitgenommen habt? Das sind ein taufrischer Franzose und ein versauter Russe. Ich bin mir sicher, dass man die kleinen Mängel schnell beheben kann und dass eure Kundschaft Gefallen an zwei so gut gewachsenen jungen Männern finden wird. ... Also Sir Harry, was meint ihr dazu.

Lieber Freund, ich muss gestehen, dass mir von diesen hier auch nur der eine dort, auch er zeigte auf mich, zusagt. Die andern ... Naja, sie sind nicht so schlecht, wie der werte Li Peng sagte, aber an Russen herrscht bei uns kein Mangel und Franzosen ... naja ... gut, der würde zur Not noch gehen, aber ich will keine Kompromisse machen. Den da oder keinen!

Gut, dann macht mir eure Angebote!, sagte Tayyib Agha verstimmt.

Li Peng begann. Also, werter Freund. Für diesen hier, er meinte wieder mich, bin ich bereit 50.000 zu geben. Für die andern beiden ... naja, weil ihr es seid, sagen wir ... zusammen 40.000! Ist das ein Wort?

Tayyib Agha tat entsetzt. Wollt ihr mich ruinieren? Damit habe ich nicht einmal meine Kosten amortisiert. 90.000 Lira für drei wunderbare Sklaven? Ihr scherzt!

Dollar, meinte Li Peng lakonisch, gute, alte Dollar!

Nun ... das sieht dann schon etwas anders aus. Aber trotzdem. 40.000 für die beiden ... ? Das erscheint mir doch zu wenig. Sagen wir 80. Dann kommen wir ins Geschäft!

Nun ging das Feilschen wieder los. Unterbrochen von Tee trinken, wilden Gesten, anpreisen der Vorzüge, von der einen, und betonen der Mängel von der anderen Seite. Aber offensichtlich hatte man Spaß bei der Sache. Ich persönlich fand es ohnehin viel zu billig. Zwei gute Sklaven, denn so schlecht, wie Li Peng tat, waren Sergeij und Jean ja nun auch nicht, für den Preis eines gehobenen Mittelklassewagens? Das bisschen Hämorrhoiden und die paar schiefen Zähne ... Das ließ sich doch alles regeln. Und für Erektionsprobleme gäbe es doch immer noch Recep Abus indische Pillen. Nein! 40.000 Dollar? ... Ein Witz! ... Aber dass mein Wert alleine höher als der, der beiden zusammen angesetzt wurde, schmeichelte mir schon. Die Vorstellung ins ferne Hongkong verschleppt zu werden, gefiel mir jedoch gar nicht. Zwar immer noch besser, als mit Brandzeichen am Arsch auf einer Galeere sitzen und rudern zu müssen, ... aber Hongkong? ... Reiche Chinesen? ... Mir wurde ziemlich mulmig. Jemand wie Herr Li Peng, war gar nicht das, was ich mir als Herrn gewünscht hätte. Da wäre mir der weißhaarige Deutsche schon lieber gewesen. Der redete wenig, aber ich bemerkte immer wieder, wie seine prüfenden Blicke an mir hoch und runter glitten. Hoffentlich hatte der genug Kapital um mit dem Chinesen mithalten zu können, dachte ich.

Die Verhandlung zog sich in die Länge. Aber nach langem Hin und Her einigten sich die beiden auf glatte 60.000$, für den Franzosen und den Russen zusammen. Transport exklusive. Die Käfige der beiden bekam Li Peng als Rabattleistung dazu.

Sergeij und Jean sahen sehr unglücklich aus. Auch sie hatten wohl wenig Ambitionen ihre Karrieren in Fernost fortzusetzen. Aber man wird eben nicht gefragt als Sklave. ... Ehe die beiden richtig realisiert hatten, was da gerade passiert war, kamen, von Hamet gerufen, auch schon die sechs Maskenmänner rein, packten sich die beiden und zwangen sie in die engen Käfige zurück. Li Peng stand von dem schwülstigen Ledersofa auf, ging zu den beiden hinüber, stellte sich zwischen sie und tätschelte ihre Köpfe, die durch die Gitter hindurch ragten.

So, ihr beiden. Ihr gehört jetzt mir! Mit Haut und Haar. Nehmt Abschied von eurem alten Leben, denn der feuerspeiende Drache wird nun eure Welt sein! Und gebt euch Mühe, denn, wie Konfuze sagt: Siehst du einen fauligen Apfel im Korb, so wirf ihn den Schweinen zum Fraß vor, bevor er die anderen ansteckt. ... Also sagt mir: Wer ist euer Herr? Er griff sich von jedem der beiden ein Ohr und zog ihre Köpfe daran brutal nach oben, so dass sie ihn ansehen konnten.

Ihr, Herr Li Peng, ... ihr seid mein Herr!, schrie Jean mit seinem sexy französischen Akzent. Panik flatterte in seinen Augen.

Ja, stimmte Sergeij ein, ihr seid auch mein Herr! ... Ihr seid mein Herr!

Gut!, lobte ihr neuer Besitzer, und vergesst das nie! Er ließ ihre Ohren los und beider Köpfe sackten kraftlos nach unten.

Die Maskenmänner hievten die beiden Sklavenkäfige nun wieder auf den mitgebrachten Hubwagen und beförderten sie hinaus, hinauf zu Li Pengs Wagen, der oben in der Fabrikhalle geparkt war. Der machte es sich wieder auf dem Sofa bequem und stärkte sich mit einem frischen, heißen Tee, den Hamet ihm dienstbeflissen einschenkte.

Es ist doch immer wieder ein erhebender Moment, wenn ich neue Sklaven in Dienst nehme. ... Zwei rohe Edelsteine, die ich schleifen und polieren werde, bis sie aus tausend Facetten funkeln, wie lupenreine Brillanten. ... Es ist immer eine Freude mit euch Geschäfte zu machen, Tayyib Agha!

Er zählte aus einem Bündel Geldscheine die Summe ab und legte sie vor seinen Geschäftspartner auf den Tisch. Tayyib Agha nahm die Scheine, rollte sie zusammen, zog einen kleinen Gummiring darüber, roch daran und warf die Geldrolle beiläufig in ein intarsienverziertes Holzkästchen, das unten in dem Teewagen stand. Er lächelte Li Peng an.

Nur Bares ist Wahres! ... Ich hoffe, ihr werdet euer Vergnügen mit ihnen haben, werter Freund. ... Wie, wenn ich fragen darf, habt ihr das Transportproblem gelöst? Man kann die beiden ja nicht einfach in eine Linienmaschine nach Hongkong setzen. Und auch bei Frachtflügen, sind die Kontrollen scharf geworden. Diese verdammten Terroristen können einem wirklich die ganzen Geschäfte verderben! Früher genügte eine kleine Spende, aber heute ...? Sprengstoffkontrollen, wo man hinschaut. Und das nur wegen dieses kriminellen Packs!

Wie wahr, Tayyib Agha, wie wahr. Wir leben in dunklen Zeiten. Wo man hinsieht, nur Lug und Betrug, Gewalt und Terror. ... Aber der Transport wird trotzdem kein Problem sein. ... In, er sah auf seine Uhr, fünf Stunden legt die Pearl of Shanghai, eines der größten Schiffe von China Tranportation Limmited, in Richtung Hongkong ab. 363 Meter, 12.000 Container. Da wird sich sicher ein Plätzchen für meine Fracht finden lassen. Der Kapitän ist mir noch einen Gefallen schuldig, und die malayische Besatzung wird für die Abwechslung auf hoher See dankbar sein. Bei den kurzen Liegezeiten heutzutage kann so ein armer Matrosen ja nicht einmal mehr eine Hafenbar aufsuchen, um seine Triebe abzureagieren. Da kommen doch so ein paar frische Sklaven gerade recht. Das hebt die Moral auf dem Schiff und die Ware kommt dann schon gut eingeritten in Hongkong an, wo ich sie dann in Empfang nehmen werde. Nach vier Wochen mit notgeilen Matrosen, werden die dankbar sein, wenn ich sie unter meine Fittiche nehmen kann. Das hat sich bewährt, das System. Eine Win-Win Situation. Ich sage immer, man muss Gutes tun, für seine Mitmenschen, dann wird das Gute auch zu einem zurückkommen. Li Peng nahm noch einen Schluck Tee. Aber nun, werter Gastgeber, lasst uns über das letzte Exemplar sprechen. Damit meinte er mich. Mein Gebot liegt bei sagenhaften 50.000 $! Was sagt ihr dazu?

Nun lag ich also selber auf dem Grabbeltisch. Natürlich war Tayyib Agha entsetzt über dieses Angebot, das ihn in den endgültigen Ruin treiben werde, und so weiter ... Aber dieses Mal war seine Verhandlungsposition erheblich besser, als bei meinen bemitleidenswerten Kollegen. Diesmal gab es zwei Interessenten. Sir Harry, der die ganze Zeit über schweigsam da gesessen, beobachtet, zugehört und Tee getrunken hatte, bot nun mit.

Ich wäre bereit 60.000 für ihn zu geben. Nennt mich sentimental, aber die Geschichte, die ihr mir über ihn erzählt habt, hat mich doch sehr gerührt. Immerhin ist er in Deutschland geboren und ich würde ihn gerne mit zurück in die Heimat nehmen.

Tayyib Agha nickte zustimmend und schaute dann Herrn Li Peng fragend an. Der zierte sich ein wenig, erhöhte sein Angebot dann aber auf 70.000. Der Agha lächelte, nahm ein wenig Tee und Gebäck und sah wieder zu Sir Harry. Der hielt mit und legte noch 10.000 drauf. ... Da hatte ich doch offensichtlich zwei große Fans gefunden. Die wollten mich beide! Auf eine merkwürdige Art und Weise fühlte ich mich sehr geschmeichelt.

Und mein Preis stieg und stieg. Als die 100.000 erreicht waren, fühlte ich Schweißtropfen auf meiner Stirn. Li Peng und Sir Harry sahen sich unfreundlich an, Tayyib Agha lehnte sich zurück und zündete sich eine Zigarre an. Sir Harry bot 110, Li Peng 120. Sir Harry erhöhte auf 130, Li Peng auf 140. Mir wurde ganz heiß und ich bekam wildes Herzklopfen. So viel Geld waren sie bereit für mich zu zahlen! – Wenn das Recep Abu wüsste, der mit mageren 35.000 Lira abgespeist worden war, dachte ich schadenfroh. – Als der Chinese dann schließlich bei 160.000 Dollar angekommen war, zögerte Sir Harry etwas länger, und bot dann 165.000. Das nächste Gebot, 170.000 kam dann wieder aus Hongkong. Sir Harry sah mich lange an, überlegte, schien in Gedanken sein Sparschwein zu schlachten. Ich sah ihn flehend an. ... Er bot 175.000. ... Mein Herz schlug bis zum Halse. Meine Zukunft hing an einem seidenen Faden. Zurück in die alte, geliebte Heimat, oder weit weg, in die Ferne, auf eine Reise ohne Wiederkehr. Ich hoffte ... Ich betete ... Doch dieses Mal hatte mein Schutzengel offenbar woanders zu tun. Hongkong erhöhte auf 180.000.

Sir Harry zuckte resignierend mit den Schultern. Ihr habt gewonnen, Li Peng. Das übersteigt mein Limit. Ich hätte ihn zwar wirklich gerne genommen, aber ich bin in erster Linie Geschäftsmann und preußischer Disziplin und Sparsamkeit verpflichtet. Diesen Preis gibt die Marktlage einfach nicht her. ... Gratulation, Li Peng. Da habt ihr einen guten Kauf getan.

Mir war, als würde sich der Boden unter mir auftun. Hongkong! Das war mein Ende!

Li Peng hingegen rieb sich mit leuchtenden Augen die Hände. Er hatte wieder einmal das bekommen was er wollte, und nichts anderes war er gewohnt.

Auch Tayyib Agha war hocherfreut. Hatte er doch mit mir den schlechten Ertrag von Jean und Sergeij wieder ausgeglichen. Wunderbar, ehrenwerter Li Peng. In der Tat ein sehr guter Kauf. Ich bin mir sicher, dass er bei euch in besten Händen sein wird. ... Wartet, ich hole euch eben seine Papiere, und dann können wir den Kauf besiegeln.

Beschwingt stand er auf. Seine Goldkettchen klimperten. Er ging zum Schreibtisch und kam mit einem Umschlag zurück. ... Meine Geburtsurkunde und mein längst abgelaufener Kinderausweis. Li Peng nahm sie triumphierend lächelnd entgegen und blickte interessiert hinein.

Doch plötzlich erstarrte das Lächeln auf seinem Gesicht. Es schien mir, als würde er erbleichen. Er gab Tayyib Agha die Dokumente mit spitzen Fingern zurück, als hätte er ein Gespenst gesehen.

Es tut mir leid, Tayyib Agha, aber das hier ändert alles. Aus unserem Geschäft wird nichts. Hätte ich das vorher gewusst, ich hätte nicht einen einzigen Dollar für diesen Unglücksvogel geboten. ... Hier seht nur! Er deutete anklagend auf eine Stelle in meiner Geburtsurkunde.

Was soll hier sein? Das Geburtsdatum. Ich weiß nicht was ihr wollt. Da lest ihr es schwarz auf weiß. Süße achtzehn Jahre ist das kleine Prachtstück, was wollt ihr mehr?

Aber seht ihr denn nicht? Der Tag, ... und die Uhrzeit. ...

Tayyib Agha runzelte verärgert die Stirn. Der 14. April um zwanzig vor fünf ... Was soll damit sein?

Das ist der 14.04. um 04.40Uhr! ... Sagt euch das denn gar nichts?

Was soll mir das schon sagen. Eine Art Schnapszahl, mehr nicht, wo ist das Problem, werter Li Peng?

Ich sehe schon, ihr wisst sehr wenig über unsere Traditionen. Die 4 ist bei uns die Unglückszahl schlechthin und die 14 ist noch viel schlimmer. Das Wort für 14 bedeutet auch ’schneller Tod’. Ihr findet in keinem Hochhaus in China einen vierten Stock, einen vierzehnten schon gar nicht. Kein Flugzeug hat eine vierte Reihe und selbst die glorreiche Volksbefreiungsarmee hat die Seriennummern ihrer Kampfjets bei 05 anfangen lassen. Nie im Leben werde ich solches Unheil über mein Haus heraufbeschwören. Niemals! Tut mir leid. Das ist mein letztes Wort!

Als ich das hörte, fiel mir ein Stein vom Herzen, der mindestens so groß war, wie der Betonklotz auf den ich gestern noch geschnallt war. ... Hatte mein Schutzengel doch noch die Kurve gekriegt.

Tayyib Agha versuchte noch Herrn Li Peng umzustimmen, aber dessen Entschluss stand fest. Ich war für ihn nur noch so attraktiv, wie ein Container mit vergammelten Hühnerfüßen. Er wollte auch nicht länger als unbedingt nötig in meiner Nähe bleiben, denn so viel schlechte Energie würde sich übertragen, sagte er. Viel schneller als es die Höflichkeit erfordert hätte, verabschiedete er sich, packte seinen ganzen Untersuchungskram wieder ein und flüchtete, als ob die Pest im Raum ausgebrochen wäre. Was so ein bisschen Aberglaube doch alles bewirken kann. Andere Länder, andere Sitten. ... Nun war ich mit Sir Harry, Tayyib Agha und seinem Diener alleine.

Ihr habt es gehört, lieber Freund, begann Tayyib Agha, euer Konkurrent ist vom Kauf zurück getreten. Ich freue mich sehr, dann euer letztes Gebot annehmen zu können. Ich hatte ohnehin das Gefühl, dass der Sklave zu euch gehört. Also, wie vereinbart. 175.000 und er gehört euch.

Aber Sir Harry ist auch ein knallharter Geschäftsmann und sah, dass sich seine Verhandlungsposition erheblich verbessert hatte. Er war nun der einzige Interessent, und bestand darauf, den Preis neu auszuhandeln. Diesmal ging das Palaver ziemlich schnell. Am Ende zahlte Sir Harry gerade mal 35.000 Dollar für mich. Weniger als das Erstgebot des Chinesen gewesen war. Und den Käfig handelte er auch noch heraus. Als Tayyib Agha in den Kauf einschlug, zog er ein Gesicht, als hätte er in eine Zitrone gebissen.

Ich musste wieder in den Käfig steigen, kam mir dabei aber frei vor, wie ein Vogel. Gerade noch mal dem Untergang von der Schippe gesprungen. Die Maskenmänner wurden wieder herbei kommandiert, hoben mich samt Käfig fluchend auf den Rollwagen und schoben mich in Begleitung meines neuen Herren, in den Lastenaufzug, der uns hoch in die Fabrikhalle brachte, wo Sir Harrys Fahrer in einem Lieferwagen auf ihn wartete. Die Ladung, also ich, wurde verstaut, mein neuer Herr verteilte noch ein paar Trinkgelder und stieg ein. Der Laderaum war nach vorne offen, so sah ich, wie sich das Rolltor hob und wir heraus rumpelten. Als sich das Gittertor zur Straße hin öffnete drehte er sich um zu mir.

So, mein Kleiner, jetzt sollten wir zusehen, dass wir hier schnell weg kommen, bevor es sich Tayyib Agha noch anders überlegt. Wir haben einen langen Weg vor uns! Er befahl dem Fahrer Gas zu geben und eine Staubfahne hinter uns her ziehend, verließen wir den Machtbereich von Tayyib Agha.

Der Wagen brachte uns zu einem Jachthafen südlich von Istanbul. Ein Freund meines Herrn hatte da ein Boot liegen. Der Skipper wartete schon. Im Auto ließ mich Sir Harry aus dem Käfig heraus, ich bekam einen Overall zum Anziehen, der mein Halseisen verdeckte und so bestieg ich ganz normal, am helllichten Tag das Schiff der Träume.

Zwei Tage später erreichten wir Italien. Schengenraum. Auch dort am Hafen stand ein Fahrer samt Wagen bereit, der uns ohne weitere Kontrollen und Schwierigkeiten bis hierher brachte. ... Den Käfig hat er natürlich auch mitgenommen. Verschwendung ist ihm ein Gräuel. ... Das ist jetzt vier Jahre her. Seit dem bin ich nun hier. ...
 

Orkan steht auf, reckt und streckt sich, kramt noch einmal in seinem Rucksack herum, aus dem er noch eine von seinen Selbstgedrehten heraus fischt.

So, jetzt brauch’ ich echt was zu rauchen! Er zündet sie an, inhaliert tief, stößt den Rauch aus und sieht den Ringen, die er geblasen hat zu, wie sie langsam ihre Form verlieren und sich auflösen. Jetzt weißt du so gut wie alles über mich, was es zu wissen gibt. Es hat gut getan, das alles Mal los zu werden.

Er sieht ernst aus. Traurig. Ich stehe auf, nehme ihn in die Arme und drücke ihn liebevoll an mich. Er erwidert meine Umarmung und einen Moment stehen wir da, wie Geschwister, die sich nach einem halben Leben wieder gefunden haben.

Mann, Mann, Orkan, ... da hast du ja ganz schön was mitgemacht. Ich dachte immer meine Geschichte mit meinem Herrn sei etwas Aufregendes und Außergewöhnliches, aber gegen deine Odyssee ist das ja nicht mehr als ein kleiner Sonntagsausflug. ... Wie hast du das alles nur verkraftet, ohne dabei vor die Hunde zu gehen?

Er grinst mich verschwörerisch an. Ich habe eben ein sonniges Gemüt. ... Das ist alles so lange her und jetzt geht es mir so gut hier. ... Ende gut, alles gut!

Er nimmt noch einen tiefen Zug und gibt den Glimmstengel dann an mich weiter. Ich versuche mir vorzustellen, wie das alles für ihn gewesen sein muss. Und erst vier Jahre ist das her. Ich rechne zurück. Als er gerade in Istanbul verkauft wurde, war ich auf Gran Canaria durchkämmte da unzufrieden und einsam den Schwulenstrand und dachte, nur mir würde es schlecht gehen. Vielleicht hätte ich in meinem Leben öfter mal dankbar sein sollen. So schlecht ist es mir ja auch nicht gegangen. Und wenn ich jetzt höre was er so erlebt hat, meine Güte, dagegen habe ich immer mit goldenem Löffel im Mund gelebt. Wir schweigen eine Weile, vergessen die Zeit und rauchen. Dann, irgendwann fällt mir etwas auf.

Orkan, heute ist doch Samstag, da muss doch einiges los sein hier im Club. Aber wir sitzen doch schon bestimmt zwei Stunden hier herum, ohne dass auch nur der kleinste Schwanz durch das Loch geschoben wurde. Ist doch komisch, oder?

Er hebt etwas schwerfällig den Kopf. Die Genussmittel zeigen ihre Wirkung.

Stimmt!, meint er. Eigentlich müsste hier die Luzi abgehen. Ich versteh’ das auch nicht. Vielleicht ist die Lampe kaputt. Er beugt sich zu dem Gloryhole herunter und blinzelt hindurch. Nee, hier ist nichts zu sehen. Kein Schwein hier. Echt komisch. Ich glaube, ich geh’ mal nachsehen. Er packt gemächlich seine Sachen in den Rucksack, sammelt den Müll und die ausgedrückten Zigaretten sorgsam auf, sieht sich um ob er etwas vergessen hat und macht sich zum Aufbruch bereit.

In diesem Moment geht die Tür auf. ... Kevin kommt rein. An den habe ich ja schon seit Stunden nicht mehr gedacht.

Oh Mann, was stinkt’s hier nach Pisse, höre ich ihn murmeln. Dann sieht erst sieht er uns. Verdammt! Was machst du denn noch hier, du dummes Sklavenschwein? ... Und du?, er zeigt auf Orkan, du hast hier sowieso gar nichts verloren. Dein Herr sucht dich schon die ganze Zeit. Habt ihr denn gar nichts mitbekommen? ... Wir hatten einen Bombenalarm. Das ganze Haus ist geräumt worden. Gerade eben erst haben die Bullen es wieder frei gegeben. Fehlalarm. Mann, da habt ihr aber Glück gehabt, das ihr nicht mit der ganzen Bude in die Luft geflogen seid!

Orkan und ich sehen uns an. Er beginnt leise zu kichern, ich stimme ein und gleich darauf liegen wir uns gackernd wie die Hühner in den Armen. Ja, ja, diese Substanzen!

Kevin versteht die Welt nicht mehr.

Das ist überhaupt nicht komisch. Der Club bleibt heute zu. Das kostet den Boss ein Vermögen. Bloß die Gäste oben in den Suiten sind wieder da. ... Naja, immerhin gut, dass ich euch gefunden habe. Wenn ich du wäre, er zeigt auf Orkan, würde ich zusehen ganz schnell zu Sir Harry zu kommen. Er war ziemlich aufgeregt. ... Und dich, er deutet auf mich, soll ich hoch in die Suite zu dem Araber bringen. Einer von seinen Negern hat dich angefordert. Deine Schwanzlutscherei hat ihm scheinbar gefallen. ... Also los, krieg deinen faulen Arsch hoch und komm’ mit!

Wir machen uns abmarschbereit. Orkan flüstert mir ins Ohr. Viel Spaß mit den Negerschwänzen ... und denk’ dran was ich dir über den Emir erzählt habe. Sei vorsichtig. Nicht dass du noch am Persischen Golf als Lutsch... äh ... Lustsklave landest. Ich will dich nicht verlieren, Schweinchen!

Kevin drängt zum Aufbruch. Wir sind schon fast draußen, da fällt mir ein, dass ich was vergessen habe. Moment noch, sage ich, drehe um und rette die Butterbrotdose mit den spermagefüllten Gummis. Ich kann doch den Lohn meiner Arbeit nicht einfach so vergammeln lassen. Ich drücke sie Kevin in die Hand. Hier ... äh ... Sir Kevin. Flüssiges Gold! Passen sie gut darauf auf.

Kevin steht etwas verdattert mit der Dose voller abgefüllter Männerwichse in der Hand vor mir. Er macht den Deckel auf und schaut hinein.

Na, da warst du ja ganz schön fleißig. Lass’ uns noch schnell in der Kantine vorbei gehen. Ich stell’ sie da erst mal in den Kühlschrank und du bekommst eine schöne, dicke Banane von mir!

Das aus dem Munde von Schrumpfhodenkevin zu hören, hat schon seinen ganz eigenen Witz. Orkan und ich bekommen wieder einen Lachanfall.

Lacht ihr mich aus, oder was?, brüllt er wütend. Dann eben keine Banane, sondern eine auf’s Maul!

Er gibt mir eine schallende Ohrfeige. ... Gut, das war’s dann mit lustig. Eine Hand in meinem Genick, in der andern die Spermadose balancierend schiebt er mich vor sich her aus meinem Blaskabuff heraus. Zur Personaltreppe. Ein paar Etagen über uns wartet schon der Emir mit seinen Negerschwänzen auf mich. Na, das kann ja was werden. Orkan muss in die andere Richtung.

Bis Morgen, Schweinchen! Halt die Ohren steif!, ruft er mir zum Abschied zu. Naja, ich denke, ich werde eher ein paar dicke, fette, große schwarze Schwänze steif halten. ... In meiner Schwanzschelle, die ich schon ganz vergessen hatte, wird es plötzlich wieder eng. ...
 

Fortsetzung folgt

 

*Bei der Sklavenfütterung und der Galeere habe ich mich von HH-Svenni und seiner Geschichte Auf Nummer sicher inspirieren lassen. Eine meiner Lieblingsgeschichten im Netz. Wer sie noch nicht kennt, sollte sie dringend lesen!

Also, dann bis demnächst. Und wie immer freue ich mich über jeden Kommentar.

Liebe Grüße

ikarus2.0

ikarus2.0@gmx.de

 
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